Vom Sofa aus die Uni besuchen

Statt zum Uniseminar zu gehen das Ganze bequem vom heimischen Sofa aus machen? Diese Möglichkeit bieten so genannte MOOCs.
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    Kleine Videos im Netz verbunden mit anschließenden Tests: So kann ein Massive Open Online Course aussehen. Fotomontage: Franziska Gabbert
Die Abkürzung steht für Massive Open Online Course: große und offene Kurse im Internet, für Studenten und andere Wissensdurstige.
Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall: Schließlich sind MOOCs grundsätzlich gratis, Kosten entstehen höchstens durch Lehrbücher. Ansonsten brauchen Teilnehmer fürs Mitlernen nur Zeit, Neugier und einen halbwegs aktuellen Computer mit einem schnellem Internetzugang.

Nur Zertifikat, kein Abschluss
Dafür gibt es bei einem erfolgreichen Abschluss allerdings nur ein Zertifikat für den Lebenslauf - Bachelor oder Master wird auf diesem Wege niemand. Noch nicht?
Im Gegensatz zur reinen Online-Vorlesung funktionieren die Kurse wie eine richtige Lehrveranstaltung, mit allem Drum und Dran: Jeder Kurs beginnt nicht irgendwann, sondern zu einem festgelegten Termin, und dauert immer ein paar Wochen.
Das reine Ins-Netz-Stellen funktioniert nur bei einer Minderheit an Nutzern, die autodidaktisch begabt sind.
Üblich sind sechs bis zehn. Jede Woche gibt es neuen Input von den Dozenten, meistens in Videoform.
Für Professor Christoph Meinel ist es vor allem die relativ feste Struktur, die MOOCs interessant macht: „Das reine Ins-Netz-Stellen funktioniert bei einer Minderheit an Nutzern, die autodidaktisch begabt sind - alle anderen brauchen eine Gruppe, die sie mitzieht.“ Meinel ist Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, einem der größten Anbieter von MOOCs in Deutschland.
Neben den Potsdamern, die ihre Kurse auf der Plattform OpenHPI ins Netz stellen, gibt es unter anderem noch die privatwirtschaftlichen Angebote Iversity und OpenCourseWorld. Außerdem gibt es Mooin, die MOOC-Plattform der Fachhochschule Lübeck.
Abseits dieser Plattformen existieren in Deutschland noch ein paar andere MOOCs verschiedener Unis und Fachhochschulen. Einen Überblick gibt zum Beispiel die Suchmaschine von OpenEducationEuropa. Alles in allem ist das Angebot aber eher übersichtlich. Dabei gab es um die Online-Kurse vor ein paar Jahren noch einen riesigen Hype: Die „New York Times“ erklärte 2012 sogar zum „Jahr der MOOCs“ und prophezeite dem Seminar im Netz eine glorreiche Zukunft. „Die Erwartungen waren vielleicht ein bisschen überzogen“, sagt Klaus Wannemacher vom HIS-Institut für Hochschulentwicklung in Hannover.
Christoph Meinel

Ergänzung, keine Alternative
Für eine Eintagsfliege hält Wannemacher das Thema allerdings nicht. Gemeinsam mit seiner Kollegin Imke Jungermann hat er untersucht, wie es um MOOCs an deutschen Hochschulen bestellt ist.
Das Ergebnis: Viele Hochschulen halten das Thema für wichtig - allerdings nicht als Alternative zum klassischen Studium, sondern als Ergänzung. dpa
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© Schwäbische Post 03.06.2016 18:01
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