Pflegeversicherung – Welche Versicherung ist sinnvoll?

  • Foto: @fotolia.com
Die Notwendigkeit einer privaten Pflegeversicherung, erkennen die meisten Menschen oftmals erst dann, wenn sie selbst in der Familie einen Pflegefall begleiten müssen. Viele kriegen das erstmals mit, wenn im eigenen Umfeld z.B. die eigenen Eltern oder die Eltern des Partners pflegebedürftig werden

Wer die Notwendigkeit privater Vorsorge für den Pflegefall erkannt hat, sollte auf verschiedene Dinge achten. Meist schließt man eine solche Versicherung ja schon in einem Alter von 40, 50 oder 60 Jahren ab – zu einem Zeitpunkt, wo niemand erwartet, direkt morgen pflegebedürftig zu werden. Daher ist darauf zu achten, einen möglichst großen und kapitalstarken Versicherer zu wählen – das Risiko, dass die eingezahlten Beiträge irgendwann weg sind, wenn der Anbieter pleite geht, ist damit in Deutschland sehr gering. Darüber hinaus werden verschiedene Arten der Pflegeversicherung angeboten – wer die Wahl hat, hat die Qual:

Die gängigste Private Pflegezusatzversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Hier versichert man einen festgelegten Tagessatz, der im Fall des Falles zur freien Verfügung ausbezahlt wird. Das ist insofern sinnvoll, dass Sie dann selbst darüber entscheiden können, wie und von wem Sie gepflegt werden.

Bei der Pflegekostenversicherung besteht diese Wahlfreiheit nicht – geleistet wird bei solchen Tarifen üblicherweise nur für professionelle Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder bei Unterbringung in einem stationären Pflegeheim. Wer dann lieber von Angehörigen gepflegt werden möchte (sogenannte Laienpflege), der geht leer aus.

Die Pflegerentenversicherung hingegen sichert ebenfalls eine monatliche Pflegerente in selbst festzulegender Höhe ab – sie ist jedoch deutlich teurer als eine Pflegetagegeldversicherung. Die Pflegerente bietet zwar gegenüber dem Tagegeld den einen oder anderen Vorteil – beispielsweise kann man vorübergehend mit der Beitragszahlung aussetzen, ohne den Vertrag oder den Leistungsanspruch vollständig zu verlieren – doch die deutlich höheren Beiträge wiegen die Nachteile in aller Regel nicht auf.

Wer sich über die verschiedenen Arten der Pflegezusatzversicherung eingehender informieren möchte, der kann das ebenfalls im Internet tun oder sich bei der Verbraucherzentrale einen kostenpflichtigen Ratgeber als E-Book herunterladen.

Wenn Sie sich über den „Typus“ der gewünschten Versicherung klar geworden sind und im Internet erstmal Preise vergleichen möchten, können Sie das bei verschiedenen Online-Anbietern tun – doch Achtung, oftmals müssen Sie erst Ihre privaten Daten angeben und werden dann von einem Versicherungsvermittler kontaktiert. Wer erst einmal anonym und unverbindlich rechnen möchte, kann das in einem der zahlreichen Vergleichsrechner im Internet tun, beispielsweise unter www.pflegeversicherung-experten.de. Wer nicht online abschließen möchte und auf eine persönliche Betreuung vor Ort nicht verzichten möchte, der wendet sich am besten an einen auf Pflege- und Krankenversicherung spezialisierten Versicherungsmakler – Vertreter von einzelnen Versicherungsgesellschaften sind nicht neutral in der Beurteilung und werden natürlich versuchen, Ihnen das Produkt „ihrer“ Versicherungsgesellschaft möglichst schmackhaft zu machen. Das kann im Einzelfall auch passen, wäre aber pure Glückssache, wenn Sie ohne vorherige neutrale Beratung direkt zufällig den passenden Anbieter ausgewählt hätten.

Eine Alternative zum Vertreter und zum Makler ist der sogenannte Versicherungsberater – diese benötigen eine spezielle Zulassung und beraten ausschließlich gegen ein fest vereinbartes Honorar – wer eine absolut unabhängige Einschätzung unabhängig von einem Verkaufsinteresse haben möchte, kann sich beim Bundesverband der Versicherungsberater e.V. unter www.bvvb.de einen solchen Berater heraussuchen.

© Schwäbische Post 12.10.2016 17:05
1113 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.