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Wut und Verzweiflung statt Normalität

VON LESER DERLEGUAN

Der 11. März 2011 war ein schicksalhafter Tag für viele Menschen, die in der Nähe der Reaktoren von Fukushima wohnten. Viele von ihnen sind damals mit ihren Kindern weggegangen. Jetzt hebt die Regierung die Evakuierungsmaßnahme auf und stellt mehr als 10.000 Familien vor eine grausame Wahl. Sollen sie zurückgehen in eine Region, die stark radioaktiv verstrahlt ist? In eine Gegend, in der lediglich rund um die Häuser oberflächlich dekontaminiert wurde. Die obersten am stärksten belasteten Bodenschichten sind abgetragen worden und liegen nun in Plastiksäcken verpackt auf lokalen Sammelstellen. Niemand weiß was passieren soll, wenn die Tüten mit dem radioaktiven Inhalt reißen.
Im kommenden Jahr werden auch die staatlichen Entschädigungszahlungen für betroffene Haushalte beendet. Das bedeutet für die meisten der Evakuierten, dass sie sich wirtschaftlich zur Rückkehr genötigt sehen.
Viele Menschen entscheiden sich dennoch schweren Herzens, nicht zurück zu kommen. Zu groß ist die Angst vor der allgegenwärtigen Strahlung.
Wir können Tschernobyl und Fukushima nicht ungeschehen machen, aber wir können verhindern, dass es weitere atomare Katastrophen gibt: Indem wir uns gemeinsam für das schnellstmögliche Abschalten der Atomkraftwerke und für eine Energiewende einsetzen. 

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© derleguan 11.03.2017 17:50
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Kommentare

In my humble opinion

Wir wollen doch bitte nicht vergessen, dass durch das Erdbeben und den Tsunami etwa 18.000 ( achtzehntausend ) Menschen erschlagen worden und ertrunken sind. Nun, man kann die Toten nicht mehr fragen, was sie lieber gehabt hätten, jetzt tot sein oder die Heimat aufgeben müssen.

Sicher, solche Naturgewalten werden wir hier in Deutschland nicht haben, sicher aber auch, dass der ursprüngliche Schaden durch die Naturgewalten durch menschliche Gier, Dummheit und Unfähigkeit enorm vergrößert wurde - und diese Eigenschaften sind weltweit vorhanden.