Terror-Voralarm: Atomkraftwerk Gundremmingen evakuiert

Am vergangenen Freitag war der Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen

Insgesamt 17 Reaktoren an zwölf Standorten waren am vergangenen Freitag von einem Terror-Voralarm betroffen - darunter auch das Atomkraftwerk Grundremmingen. Sie wurden alle vorsorglich evakuiert.

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    Auch das Atomkraftwerk Gundremmingen wurde wegen eines Terror-Voralarms am vergangenen Freitag evakuiert, berichtet der WDR. Foto: dpa
Grundremmingen. Wie jetzt bekannt wird, hatte der Terror-Voralarm am vergangenen Freitag größere Auswirkungen, als bislang angenommen. Nachdem der Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen ist, wurden fast alle Atomkraftwerke in Deutschland für vorsorglich eine Stunde evakuiert. Das meldet der WDR. Betroffen von diesem Alarm war auch das Atomkraftwerk Gundremmingen. Ursprünglich war lediglich von fünf Anlagen in Norddeutschland die Rede. Insgesamt waren demzufolge 17 Atomreaktoren an zwölf Standorten von dem Terror-Voralarm betroffen.

In Baden-Württemberg sind in Philippsburg und Neckarwestheim laut Betreiber EnBW "die dafür vorgesehenen Maßnahmen eingeleitet ..." worden. Evakuiert wurden laut WDR-Recherchen außerdem die Kernkraftwerke Gundremmingen, Biblis, Emsland, Brokdorf, Grohnde, Unterweser, Lingen, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld. In Krümmel sei das Personal in dem Bunker am Kraftwerk untergebracht worden.

Der so genannte "Renegade"-Alarm wird ausgelöst, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Luftfahrzeug als Waffe verwendet werden könnte. Laut WDR-Recherchen soll angeblich keines der deutschen Atomkraftwerke gegen eine gezielte Attacke mit einem großen Passagierflugzeug gesichert sein.

Die Evakuierungsmaßnahmen wurden nur zufällig öffentlich, weil gerade eine Mahnwache mit vielen Demonstranten vor dem AKW Brokdorf stattfand.

Der SWR berichtet von den Hintergründen des Vorfalls und bezieht sich auf den WDR: Demnach hatte Flug Nummer AI 171 der indischen Fluggesellschaft "Air India" auf dem Weg vom indischen Ahmedabad nach London am Freitag gegen 9 Uhr deutscher Zeit auf Funksprüche der Luftüberwachung nicht mehr geantwortet. Daraufhin haben zuerst tschechische und anschließend deutsche Kampfflugzeuge Sichtkontakt zu der Boeing 787 aufgenommen. Warum der Funkkontakt für 22 Minuten unterbrochen war, ist unklar. dat

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© Schwäbische Post 16.03.2017 08:37
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Kommentare

In my humble opinion

>Nachdem der Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen ist, wurden fast alle Atomkraftwerke in Deutschland für vorsorglich eine Stunde evakuiert. ... Der so genannte "Renegade"-Alarm wird ausgelöst, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Luftfahrzeug als Waffe verwendet werden könnte. ... Warum der Funkkontakt für 22 Minuten unterbrochen war, ist unklar.<

Wer bitte kann denn nun mal erklären, warum der Funkkontakt überhaupt abgebrochen ist, technischer oder menschlicher Fehler, "unklar" ist keine ausreichende Antwort? Ist sowas normal? Was, wenn das im Landeanflug geschieht? Was gab den Anlass zur Vermutung, dass das Flugzeug als Waffe verwendet werden könnte?

Monika Benninger-Köder

In my humble opinion schrieb am 16.03.2017 um 15:05

>Nachdem der Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen ist, wurden fast alle Atomkraftwerke in Deutschland für vorsorglich eine Stunde evakuiert. ... Der so genannte "Renegade"-Alarm wird ausgelöst, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Luftfahrzeug als Waffe verwendet werden könnte. ... Warum der Funkkontakt für 22 Minuten unterbrochen war, ist unklar.<

Wer bitte kann denn nun mal erklären, warum der Funkkontakt überhaupt abgebrochen ist, technischer oder menschlicher Fehler, "unklar" ist keine ausreichende Antwort? Ist sowas normal? Was, wenn das im Landeanflug geschieht? Was gab den Anlass zur Vermutung, dass das Flugzeug als Waffe verwendet werden könnte?

Das gibt es täglich, dass sich Piloten nicht melden. Habe es bei einer Towerführung selber miterlebt, ein russischer Pilot meldete sich nicht mal beim Landeanflug....da war kurz Hektik in der Bude. Wenn dann natürlich ein Kraftwerk in der Nähe ist, dann brennt wohl die Luft.

In my humble opinion

Monika Benninger-Köder schrieb am 17.03.2017 um 00:21

Wenn die Piloten "einfach so" ihren Obliegenheiten nicht nachkommen, gehört ihnen nach der Landung die Pilotenlizenz entzogen, dann können sie nach Hause laufen ...

Aber selbst das klärt noch nicht die Frage, warum dann der Alarm ausgelöst wurde, und nicht nur für ein Kraftwerk, sondern gleich für 17 Stück!