Legalisierung von Cannabis in den USA auf dem Vormarsch

In vielen Ländern der Welt ist in den letzten Jahren ein Trend zur Legalisierung von Cannabis zu erkennen. Eine Droge, die viele Jahre von Politiken mit strengen Gesetzen belegt wurde, erfährt in den letzten Jahren eine Rehabilitation. Was in den Niederlanden schon sehr lange gestattet ist, schwappte zu Beginn des Jahres in einer abgemilderten ersten Form durch die Legalisierung von medizinischem Cannabis, auch nach Deutschland herüber. Erstaunlich ist, dass sich sogar sehr konservative Länder wie die USA, wenn es um die Legalisierung von Drogen geht, diesem Trend nicht entziehen können.

So ist bereits in 29 der 50 US-Staaten Cannabis zur medizinischen Verwendung gestattet und kann von Ärzten zur Therapie verschiedener Krankheiten offiziell verschrieben werden. Aber nicht nur zu medizinischen Zwecken, sondern auch eine generelle Freigabe hat bereits in 8 Bundesstaaten stattgefunden. So ist Cannabis in den Staaten Alaska, Colorado, Oregon und Washington schon länger zugelassen. Zeitgleich und durch die Wahl des neuen Präsidenten weitestgehend unbemerkt wurde auch für die Freigabe von Cannabis in den US-Staaten Kalifornien, Nevada und Massachusetts mit einem „ja“ beschlossen. Durch diesen Beschluss ist es Personen ab 21 Jahren gestattet Cannabis in kleineren Mengen zu besitzen und privat bis zu sechs Cannabis-Pflanzen anzubauen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang natürlich auch die Einstellung des neuen US-Präsidenten zur Legalisierung von Cannabis. So äußerte er sich schon in den 1990ern positiv über eine Freigabe von Cannabis, machte aber zu Beginn des Wahlkampfes seine Meinung etwas salonfähiger. So sprach er sich grundsätzlich gegen eine Legalisierung von Cannabis aus, befürwortete aber die medizinische Nutzung. Seitdem er das offizielle Amt des Präsidenten bekleidet, verhält er sich aber weitestgehend neutral und vermeidet positive oder negative Statements, was sich durch zwei Aspekten erläutern lassen könnte. Zum einen liegt die Freigabe von Cannabis auf der Ebene der einzelnen Staaten, so dass er nur bedingt Einfluss nehmen könnte und zum anderen wird auch Donald Trump den enormen Wirtschaftsfaktor „Cannabis“ inzwischen erkannt haben. Besonders durch das positive Voting in Kalifornien, dem US-Staat mit der höchsten Einwohnerzahl, dürften die Steuereinnahmen nicht mehr zu ignorieren sein.

Getrieben von diesem Milliardenmarkt schaut die Branche auf den Startschuss in Kalifornien, der noch dieses Jahr erfolgen dürfte und man hofft bereits auf weitere Bundesstaaten um den gesamten Westen der USA für die Legalisierung zu gewinnen. Wie Donald Trump sich in Zukunft bezüglich dieses Trends verhalten wird bleibt ungewiss, wobei anzunehmen ist, dass er sich nicht zu einem direkten Kommentar hinreißen lassen wird, um so eine zumindest Ansatzweise neutrale Position einnehmen zu können.
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© Schwäbische Post 14.09.2017 08:39
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