Lesermeinung

Zum Bebauungsplan „Kalkofen-West“ in Mutlangen

Eine beachtliche Zahl Mutlanger sind gegen die vorgesehene Bebauung Kalkofen. Ich frage mich aber, welche Motive, vor allem der Initiatoren, stecken dahinter? Ist es die Optik? Warum wurde dann nicht schon bei der vergleichbaren Bebauung in der Ortsmitte protestiert? Meiner Meinung nach passt die „skyline“ wunderbar zur „skyline“ des Krankenhauses. Ist es die Art der Bebauung mit halbwegs bezahlbaren Eigentumswohnungen? Der Flächenverschleiß ist inzwischen deutschlandweit und eben auch in Mutlangen riesig. Nicht jeder kann sich villenähnliche Einfamilienhäuser mit Grundstücken für drei Häuser leisten, wie zumindest ein Teil der Initiatoren. Oder ist es nur einfach die Entfernung zur eigenen „Villa“? Vielleicht auch, weil man selbst einen Bauantrag in besagtem Gebiet gestellt hat? Zum Schluss frage ich mich, warum soll man noch einen Gemeinderat wählen, wenn dessen Beschlüsse so einfach ausgehebelt werden können? Und wer bezahlt eigentlich den zusätzlichen finanziellen Aufwand, wenn wir Mutlanger deswegen zur „Volksabstimmung“ gerufen werden?
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© Schwäbische Post 22.12.2017 19:43
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Kommentare

derleguan

ca. 10 Fußballfelder werden täglich laut statistischem Landesamt für Baumaßnahmen beansprucht, 3500 Fußballplätze im Jahr. Eine Wiese, ein Wald wird zerstört und ausgelöscht für immer. Der Flächenfraß ist in Mutlangen schon soweit abgeschlossen, dass es in der Gemarkung so gut wie keine bebaubaren Flächen mehr gibt. Mit Ob Arnold nimmt der Flächenverbrach in Gmünd gerade gigantische Ausmaße an. Neubaugebiete wohin man schaut.
Nicht nur "Kalkofen-West" - nein, auch die Hanglagen Gmünds, Zeiselberg, Taubental, Vogelhof und Nepperberg sind fest im Visier der Kommunalpolitiker hoch verschuldeter Gemeinden. Wie wird sich das Klima in Gmünd verändern, wenn die Frischluftzufuhr der Hanglagen nicht mehr da ist? Was passiert beim nächsten Jahrhunderthochwasser, wenn die Böden den Starkregen nicht mehr aufnehmen können?
Obwohl uns eigentlich klar sein müsste, dass unser Lebensraum begrenzt und nicht einfach so im nächsten Supermarkt nachzukaufen ist, wird in Gmünd und Mutlangen auf "Teufel komm raus" gebaut. Noch nie wurden so viele Bäume gefällt, Flächen planiert, trainiert, zugepflastert mit Beton oder Asphalt.

In my humble opinion

>Ich frage mich aber, welche Motive, ... , stecken dahinter?<

Ich erinnere mich noch deutlich an einen Leserbrief im Zuge der Ortsumfahrung Mutlangen als Kommentar zu einer jammervollen Klage der Eigentümer der nun an der der Ortsumfahrung liegenden Grundstücke, dass sie nun wegen der Straße einen Wertververlust ihrer Grundstücke in Kauf nehmen müssten, in dem der Verfasser darauf hinwies, dass man ja im Wissen um die Ortsumfahrung ( und im Vorgriff auf den 'Wertverlust' ) die Grundstücke billiger habe erstehen können ... Nun gibt es dort teure Lärmschutzmaßnahmen und aus 'Lärmschutzgründen' auch noch eine Begrenzung auf 70 km/h. Ich habe mich seinerzeit gefragt, wie es dem Leserbriefschreiber wohl gehe ...

Ich erinnere mich noch deutlich an einen Leserbrief im Zuge der Einweihung der Muckenseetrasse in Lorch, in dem der Verfasser süffisant darauf hinwies, dass er manches jetzt strahlende Gesicht viele Jahre zuvor bei den Demonstrationen GEGEN eben diese Muckenseetrasse dort in anderem Zusammenhang gesehen habe. Dafür wurde ja NUR eine Brücke extra gebaut, über viele Jahre wurden die Anwohner und die Durchfahrenden mit der Ortsdurchfahrt gequält, dann wurde die ursprüngliche Straße endlich gebaut und gegen teures Geld die Brücke wieder abgerissen ...