Kein Ende der Löscharbeiten in Sicht

Großfeuer in Heidenheim: Noch immer 80 Einsatzkräfte vor Ort. Mindestens eine Million Euro Schaden.

Das Großfeuer beim Heidenheimer Verpackungsmittelhersteller Edelmann hält noch immer die Feuerwehr in Atem. Inzwischen ist ein Abbruchunternehmen vor Ort, das den Feuerwehrleuten ermöglichen soll, an den Brandherd im Keller heranzukommen. Die Brandstelle sei noch immer durch starken Rauch weithin sichtbar, so Feuerwehrsprecher Nils Molt gegen 10.30 Uhr.

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    Fotos: Markus Brandhuber
Heidenheim. Erste Schätzungen über den Schaden bewegen sich im zweistelligen Millionenbereich, meldet der SWR. Diese Zahl wollte die Feuerwehr auf Anfrage allerdings noch nicht bestätigen.

Bereits am Mittwoch gegen 16.30 Uhr war der Großalarm für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei in Heidenheim ausgelöst worden. Im Kellergeschoss einer Heidenheimer Firma im Industriegebiet Steinheimer Straße an der B466 war das Feuer entdeckt worden. In der Halle lagerten Kartonagen und Paletten, aber keine Maschinenteile oder gefährliche chemische Stoffe, wie anfangs befürchtet worden war. Zeitweilig waren in der Nacht bis zu 250 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten im Einsatz. Verstärkung war aus Aalen, Ulm, Göppingen und von einer Werksfeuerwehr in Biberach angefordert worden. Das DRK und das THW sind vor Ort, letzteres hat inzwischen eine Verpflegungsstelle eingerichtet.

Feuerwehrsprecher Molt schätzt, dass die Löcharbeiten mindestens bis zum Donnerstagabend andauern werden. Der Brandherd liege in der Mitte des Kellers. Mit Löschschaum komme man so schwer heran, dass man sich inzwischen entschlossen habe, effektiveren Zugang zu schaffen und Teile des Gebäudes einzureißen.

Wegen der Löscharbeiten musste am Mittwoch zeitweise auch die B466 voll gesperrt werden.
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht, auch wenn die Bewohner in unmittelbarer Nähe der Brandstelle gebeten wurde, Fenster und Türen wegen der starken Rauchentwicklung geschlossen zu halten, so die Polizei. Verletzt wurde offenbar niemand, alle noch anwesenden Beschäftigten konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Nachdem die B466 zunächst nicht von Verkehrsmaßnahmen betroffen war, musste sie ab 20 Uhr voll gesperrt werden. Ab 22 Uhr wurde die Sperrung teilweise wieder aufgehoben, der Verkehr wird seither mit Ampelsteuerung einspurig an der Brandstelle vorbeigeführt.

Zwischenzeitlich musste ein in unmittelbarer Nähe stehendes Wohnhaus mit fünf Personen evakuiert werden, die Stadt Heidenheim sorgt für die anderweitige Unterbringung der Bewohner. Neben der Polizei war die Feuerwehr mit ca. 180, die Rettungsdienste mit 23, das THW mit 17 Mann im Einsatz. Der entstandene Sachschaden dürfte sich laut Polizei im siebenstelligen Bereich bewegen. Die Ermittlungen können erst nach Löschen des Brandes und Sichern des Gebäudes aufgenommen werden. bea/PM

 

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© Schwäbische Post 11.01.2018 12:30
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