Humus ist kein Abfall

Zum Bericht „30 000 Euro für den Erdaushub“ vom 1. Februar.

Sind wir als Gesellschaft noch normal oder haben wir zumindest teilweise den Bezug zur Wirklichkeit verloren? Diese Frage muss man sich schon stellen, wenn die Sprache auf das sogenannte Bodenschutzgesetz kommt, das so weit geht, dass Erdmaterialien immer häufiger als Abfall eingestuft werden.

Meine Kollegen und ich sehen mit Sorge, dass Teile der Lebens- und Wirtschaftsabläufe deswegen immer komplizierter werden, damit viele sogenannte Fachleute und Büros Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Dabei müssen wir den Menschen eine Binsenwahrheit verdeutlichen. Und die heißt, dass wir von einer 30 bis 40 Zentimeter starken Humusschicht leben. Unser Essen wächst schließlich nicht auf den Regalen der Kaufhäuser.

Doch Jammern hilft nicht. Alle Verbände wie Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag müssen tätig werden, ebenso die regionalen Mandatsträger. Humus und Erde insgesamt müssen wieder verwendet werden, sie sind ein Teil unserer Lebensgrundlagen.

© Schwäbische Post 06.02.2018 21:21
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Kommentare

derleguan

Die Stadt Schwäbisch Gmünd hatte da ne tolle Idee:

Sie fuhren ihren Erdaushub in den Himmelsgarten in Wetzgau und schütteten ihn einfach über ein betoniertes Fahrsilo. Das ganze wird als geniales Freizeitvergnügen in Form eines Schlittenhangs angepiesen.

Schwäbisch Gmünd sparte sich den Abriss und die Entsorgung des Fahrsilos und konnte gleichzeitig eine Menge Erdaushub für 0 Euro entsorgen. Das ganze verkauft man der Bevölkerung als Schlittenhang und Freizeitevent. Das ist eine win - win - Situation! Der einzige Nachteil - es hatte diesen Winter noch keinen Schnee, so dass man auf dem Matschepampehügel hätte rutschen können - aber dafür kann die Stadt ja nichts.