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Gmünds blaue Zone und der Flextarif in allen Parkhäusern? ( P-GT vom 6. März 2018, Seite 9 )

Nun, ich bin ja nur ein 'dummer' Kunde ( = Benutzer von Parkplätzen ), muss deshalb gegängelt werden und habe ja sowieso keine Ahnung ...

>Dass Kunden in den Parkhäusern 15 Minuten kostenlos parken dürfen, werde laut der Parkexperten kaum genutzt.<

Hat auch nur irgendjemand von den Strategen selber mal sein Fahrzeug geparkt und ausprobiert, was man alles in diesen sagenhaften '15 Minuten' erreichen bzw einkaufen kann? Die geringste Verzögerung, ein Kunde vor mir an der Kasse, der eine Nachfrage hat - und schon sind die '15 Minuten' geplatzt und ich werde für eine volle Stunde abkassiert.

Früher gab es die Parkuhren direkt am Standplatz, man warf ein paar Münzen ein, so viele ( oder wenige ), wie man glaubte zu brauchen und hoffentlich nicht bei der obligatorischen Überziehung erwischt zu werden, dann ging man direkt weiter. Und kam man früher zurück, konnte der Nachfolger die Restlaufzeit der Parkuhr nutzen. Heute läuft man vom Standplatz bis zum Ticketautomaten irgendwo, muss sich in etwa ebenso entscheiden wie früher, nur dass man jetzt wieder zum Fahrzeug auf dem Standplatz zurück laufen muss, um den Parkschein 'gut sichtbar' abzulegen - und erst dann kann man seiner Wege gehen. Wenn ich nun früher zurückkomme, was ist dann mit der Restlaufzeit? Ich könnte natürlich 'mein' Ticket wieder beim Automaten hinterlegen, zur gefälligen Nutzung - aber wer läuft schon solche Wege zwei Mal, nur, um einem Fremden Gutes zu tun? Und schon kann die Verwaltung zwei Mal für den gleichen Standplatz kassieren ...

Die Methode 'Vorauskasse' war und ist halt bei diesen offenen Standplätzen die einzig mögliche Art und Weise, hinterher hätte niemand mehr gezahlt.

Beim Parkhaus kann ich einfahren und zahle erst hinterher entsprechend der 'verbrauchten' Zeit, 'dank' der Schranke an der Ausfahrt. Aber 'verbrauchte' Zeit? Was ist, wenn ich ein paar Minuten später komme, eine nächste volle Zeiteinheit mit ihrer Gebühr angerechnet kriege und somit dem Betreiber fast eine Stunde an Parkzeit schenke, mit der Möglichkeit, dass dieser auch zwei Mal für den gleichen Platz kassieren kann? 

Was ist mit der Restparkzeit bei dem 'Flextarif'? Es werden doch nicht alle die gesamte 'erlaubte' Parkzeit ausnutzen, die sie bezahlen müssen?

Als Parkplatzsucher und Kunde fühle ich mich bei dieser Tarifgestaltung komplett über den Tisch gezogen. Ist es angesichts 'Industrie 4.0' und 'Hochtechnologie' denn nicht möglich, bei vorgegebenem und ausgeschildertem Stundentarif die tatsächlich genutzte Parkzeit auf wenige Minuten genau zu berechnen, vielleicht mit einer kleinsten Zeiteinheit von 10 Euro-Cent Parkbebühr am Automaten? Dann wäre es wirklich 'verbrauchte' Parkzeit und ich würde mich als Kunde ge- und beachtet und wertgeschätzt fühlen.

Das, was da in der Lokalpresse im Artikel angesprochen wird, ist nahezu das Gegenteil davon.

© In my humble opinion 06.03.2018 16:49
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Kommentare

Edgar Kuchelmeister

Ich kann mich meinem Vorredner bis auf wenige Ausnahmen zustimmen.

  1. Ich habe oft - ca. 90 % - meiner Parkzeit in Gmünder Parkhäuser benutzt um schnell mal was abzuholen oder wegzubringen. Die 15 Min. Regelung hat immer gereicht. Weiß nicht wie die Stadt zu der Aussage kommt "wird nicht genutzt!".
  2. Hat mal einer der Technokraten in den eng bemessenen Parkhäusern versucht einen Parkplatz in Stoßzeiten zu finden und einzuparken? Da muss sich keiner mehr wundern, wenn die Leute auf der Straße parken. Es geht wahnsinnig eng zu, man kreist wie ein Raubvogel um einen Parkplatz zu finden und hinten dran die anderen ungeduldigen Parkplatzsuchenden.

Ich halte das ganze Konzept "blaue Zone" von vorn herein für eine Totgeburt. Aber ich bin ja auch nur ein Untertan und eine Bürgerabstimmung ... "Bloß nicht!"

In my humble opinion

Edgar Kuchelmeister schrieb am 07.03.2018 um 15:46
Ich habe oft - ca. 90 % - meiner Parkzeit in Gmünder Parkhäuser benutzt um schnell mal was abzuholen oder wegzubringen. Die 15 Min. Regelung hat immer gereicht. Weiß nicht wie die Stadt zu der Aussage kommt "wird nicht genutzt!".
Ich muss zugeben, dass ich mittlerweile sogar schon 3x innerhalb von 15 Minuten etwas eingekauft oder abgeholt habe ... aber ich war deswegen EXTRA! in die Stadt gefahren, etwas, was ich höchst ungern mache - und ich hatte immer Glück, dass ich schnell gefunden habe/sofort bedient wurde und ich an der Kasse der einzige/erste Kunde war. Normalerweise versuche ich aber, 'dies+das' miteinander zu verbinden, um die 'Kosten für die Fahrt aufzuteilen', dann reichen die sagenhaften hochgejubelten '15 Minuten' aber bei weitem nicht aus. Ich weiß nicht, wie man sich als 'Einkaufsstadt' mit dieser Parkraum(gebühren)bewirtschaftung profilieren will ...
Der 'Abschuss' ist aber der Parkplatz  an der Stauferklinik, da reichen die '15 Minuten' gerade mal vom Parkplatz zur Station und direkt wieder zurück - und an den anderen Standorten des Klinikverbundes gibt es '30 Minuten' frei. Das verstehe, wer will ...

Edgar Kuchelmeister

In my humble opinion schrieb am 07.03.2018 um 18:00

Der 'Abschuss' ist aber der Parkplatz an der Stauferklinik, da reichen die '15 Minuten' gerade mal vom Parkplatz zur Station und direkt wieder zurück - und an den anderen Standorten des Klinikverbundes gibt es '30 Minuten' frei. Das verstehe, wer will ...

Naja, das magische Wort heißt "Privatisierung". Was interessiert es den Betreiber ob du deinen Verwandten mal schnell frische Wäsche in Krankenhaus bringen musst oder eine Nachuntersuchung hast, das Parkhaus muss Gewinn abwerfen. Richtig teuer wirds dann erst, wenn du privat in die Notaufnahme kommst. Ich durfte mal 1,5 Std. mit einem gebrochenen Oberschenkelhals warten bis ich dran kam! Dann noch die Parkgebühren desjenigen, der mich gebracht hat, Aua!