Lesermeinung

Zu den nun möglichen Dieselfahrverboten

Nun stehen sie also doch vor der Haustür, die Dieselfahrverbote, diesmal höchstoffiziell erlaubt durch das Bundesverwaltungsgericht und verantwortet durch eine unselige Allianz von Politik und Wirtschaft.

Letztere lügt und betrügt, indem sie manipulierte Software in Autos einbaut und ist nicht bereit, einen Teil ihrer Milliardengewinne dazu zu verwenden, Autos mit längst funktionsfähiger Hardware kostenfrei auszustatten bzw. nachzurüsten.

Ermöglicht hat dies maßgeblich die Politik, die immer bereit war, der Autoindustrie noch mehr Zugeständnisse zu machen, letztlich auch durch wachsweiche Vorgaben durch die Diesel-Euro 6-Norm. Der Hauptverantwortliche hierfür heißt Alexander Dobrindt, ist von der CSU und noch Bundesverkehrsminister. Flankiert wurde er bei dieser Kumpanei durch den Chef-Lobbyisten der deutschen Autoindustrie und früheren CDU-Politiker, Matthias Wissmann. Übrigens nicht das einzige politische Totalversagen Dobrindts. Ein anderes ist die PKW-Maut, finanziell unrentabel und rechtlich sehr fragwürdig. Wer weiß, ob die Maut überhaupt kommt? Der mahnende Landesverkehrsminister Winfried Hermann hatte also nicht nur in seinen Prognosen zu drohenden Fahrverboten ins Schwarze getroffen. Gefordert hatte er schon lange die blaue Umweltplakette. Nicht unwahrscheinlich, dass diese nun durch den Bund eingeführt wird. Verunglimpft als Arbeitsplatzvernichter und Fortschrittsfeinde wurden er und seine politischen Kollegen von den Grünen schon einmal, und zwar beim Projekt Stuttgart 21, als sie vor exorbitant steigenden Kosten, unverhältnismäßigen Bauverzögerungen und fehlender Rentabilität warnten. Auch hierbei haben Hermann & Co. einen prognostischen Volltreffer gelandet, denn genau so werden ihre Einschätzungen eintreffen. Vielleicht stehen bald kopfschüttelnd die da, die ihnen damals widersprachen. Spätestens dann, wenn es zu Einschränkungen, Verspätungen und Verzögerungen im Zugverkehr, u. a. durch die nur eingleisig befahrbare Teilstrecke auf den Fildern und den nicht möglichen Halt von ICE am Flughafen kommt.

© Schwäbische Post 06.03.2018 20:34
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Kommentare

Harald Seiz

Raten Sie einmal, wer sich 2011 für Stuttgart 21 stark gemacht hat und dadurch das dümmste, korrupteste und schädlichste aller Großprojekte befürwortete!

Am 18.10.2011 berichtete die Schwäpo, dass sich ein Gmünder "Aktionsbündnis für den Bau von Stuttgart 21" gegründet hatte. Ein Bild zeigte die lokale Polit-Prominenz, die sich in diesem "Aktionsbündnis" zusammengetan hatte. Siehe Link:  

https://www.schwaebische-post.de/account/login/?aid=579878

Als zweiter von links ist auf dem Bild OB Arnold zu erkennen. Damals lag er mit seiner Einschätzung zu S21 falsch. Heute schickt sich unser weit überschätzter OB an, durch sein Eintreten für ein ÖPP-Spaßbad, das laut Arnold keines ist, erneut seine Inkompetenz in der Bewertung von Bauprojekten unter Beweis zu stellen. Stuttgart 21 wurde ein Milliardengrab. Lasst nicht zu, dass OB Arnold in Gmünd ein Millionengrab schaufelt!

Edgar Kuchelmeister

... also Leute:

  • Dieselfahrverbot
  • Stuttgart 21
  • Gmünder "Spassbad"

Der Nerd nennt so was OT, der Volksmund nennt es Äpfel und Birnen vergleichen und mein Lehrer meinte "Thema verfehlt, sechs, setzen!"

Man sollte schon beim Thema bleiben und das heißt "Dieselfahrverbot".