Leserbeiträge

Schnellstmögliche Abschaltung aller Atomkraftwerke!

Der 11. März 2011 war ein schicksalhafter Tag für viele Menschen, die in der Nähe der Reaktoren von Fukushima wohnten. Viele von ihnen sind damals mit ihren Kindern weggegangen. Vor einem Jahr hob die Regierung die Evakuierungsmaßnahme auf und stellte mehr als 10.000 Familien vor eine grausame Wahl. Sollen sie zurückgehen in eine Region, die stark radioaktiv verstrahlt ist? In eine Gegend, in der lediglich rund um die Häuser oberflächlich dekontaminiert wurde. Die obersten am stärksten belasteten Bodenschichten sind abgetragen worden und liegen nun in Plastiksäcken verpackt auf lokalen Sammelstellen. Niemand weiß was passieren soll, wenn die Tüten mit dem radioaktiven Inhalt reißen.
Die staatlichen Entschädigungszahlungen für betroffene Haushalte wurden beendet. Das bedeutete für die meisten der Evakuierten, dass sie wirtschaftlich zur Rückkehr genötigt wurden.
Viele Menschen entscheiden sich dennoch schweren Herzens, nicht zurück zu kommen. Zu groß ist die Angst vor der allgegenwärtigen Strahlung.
Wir können Tschernobyl und Fukushima nicht ungeschehen machen, aber wir können verhindern, dass es weitere atomare Katastrophen gibt: Indem wir uns gemeinsam für das schnellstmögliche Abschalten der Atomkraftwerke und für eine Energiewende einsetzen.

© derleguan 11.03.2018 15:31
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Kommentare

In my humble opinion

Bei allem Elend, Verständnis für die Menschen und absolutes Unverständnis für das Totalversagen des TEPCO-Managements, aber bei dem Ereignis sind etwa 20.000 Menschen durch den vom Erdbeben verursachten Tsunami elend ersoffen oder von den Trümmern erschlagen worden und kein einziger ist bisher durch die Strahlung gestorben!

Ich war 1 Jahr später zu Besuch bei einer dort ansässigen Firma und die Kollegen haben mir schreckliche Videos gezeigt über die anströmenden Fluten, ich habe die Reste eines total zerstörten Ortsteils gesehen und mir standen die Tränen in den Augen. Das zerstörte Kernkraftwerk ( 40 km entfernt ) war kein Thema für die Kollegen, nur für mich.

derleguan

zu den Folgen des Reaktorunfalls steht in Wikipedia am 11.3.2018:
"Todesopfer und Krebserkrankungen

Die Zahl der "direkten" oder "indirekten" Todesopfer ist bis heute nicht geklärt und wird sehr unterschiedlich - je nach Interessengruppe - bewertet. Im Schweizer Nuklearforum wird 2017 behauptet, dass bis heute keine "strahlenbedingten Erkrankungen oder gar Todesfälle aufgetreten" sind.[8] Eine im Dezember 2011 im International Journal of Health Services veröffentlichte Studie stellte demgegenüber in den ersten 14 Wochen nach dem Ereignis eine signifikante Erhöhung der Kindersterblichkeit in einigen US-amerikanischen Städten, für die statistische Daten vorlagen, fest und stellte auf Basis von Hochrechnungen bezogen auf die gesamte USA die Vermutung auf, dass 14.000 Menschen in den USA an den direkten Folgen gestorben seien.[9][10] Im Interview stellten die Autoren der Studie jedoch klar, das andere Faktoren für die statistische Beobachtung nicht ausgeschlossen werden könnten, während andere Experten den vermuteten Zusammenhang zwischen dem beobachteten Anstieg der Kindersterblichkeit in einigen Städten und dem Reaktorunfall auf Grund der geringen Strahlenbelastung in den USA als unwahrscheinlich ansahen.[11] Eine japanische Tageszeitung kommt 2015 auf 1.232 Tote, von denen zwar keiner unmittelbar auf den Reaktorunfall zurückzuführen ist, aber bei denen es sich um Suizide und um Folgen der gesundheitlichen Auswirkungen des harten Lebens in den provisorischen Behelfsunterkünften handele.[12] Seit 2011 werden bei Kindern in Japan zunehmend Erkrankungen an der Schilddrüse oder Schilddrüsenkrebs festgestellt.[13] Ein 2016 veröffentlichter Bericht der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges kommt auf 116 Krebsverdachtsfälle bei Kindern in Japan bis zum Februar 2016. Dabei wurden die Untersuchungsergebnisse von 67.000 strahlenbelasteten Kindern nicht aufgenommen und 160.000 gar nicht untersucht. Langzeitig schätzt der Report mehr als 1.000 Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern. Der Report schätzt lebenszeitig auch bis zu 66.000 zusätzliche Krebsfälle bei der Gesamtbevölkerung in Japan infolge der Katastrophe.[14] Der Arzt Dr. med. Alex Rosen geht 2017 von 146 bestätigten Schilddrüsenkrebsfällen bei Kindern aus. Außerdem berichtet er von dokumentierten Fällen, in denen die Fukushima Medical University betroffene Kinder in andere Krankenhäuser überweist und dadurch von der offiziellen Statistik ausschließt.[15] Der erste offiziell vom japanischen Staat anerkannte Leukämie-Fall bei einem Arbeiter, der direkt auf die Verstrahlung zurückzuführen ist, erfolgte im Jahr 2015.[16]"

In my humble opinion

derleguan schrieb am 11.03.2018 um 18:22

Ihre Entgegnung strotzt vor 'Vermutungen', 'Schätzungen', 'Annahmen', Sie können sich gerne hinter massenhaften Zitaten verstecken, die ich nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen kann, es bleibt dabei, dass nachweislich ( abgesichert ) bis heute niemand wegen der Strahlung aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi verstorben ist, ich nehme die Anerkennung des Leukämiefalls durch den Staat hiermit zur Kenntnis - wie viele Todesfälle gab es in Japan im Jahr 2015 im Straßenverkehr? Sie können auch gerne die Zahl '20.000' anzweifeln, den Toten ist es gleich, ob es insgesamt 'mehr als 15.000' oder 'unter 20.000' waren. Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass wir nicht der Toten durch den Tsunami gedenken, sondern uns hier unseren Angstvorstellungen bezüglich der Gefahr durch 'Atomkraftwerke' hingeben. Und besonders ärgerlich wird die Zitatesammlung durch die Nennung der Zahl von 1.232 stressinduzierten Suiziden wegen der KKW-Katastrophe - solche Selbstmorde kommen in Japan häufiger vor, hauptsächlich aus Versagensangst im Beruf.

Frieder Kohler

In my humble opinion schrieb am 11.03.2018 um 19:43

Ihre Entgegnung strotzt vor 'Vermutungen', 'Schätzungen', 'Annahmen', Sie können sich gerne hinter massenhaften Zitaten verstecken, die ich nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen kann, es bleibt dabei, dass nachweislich ( abgesichert ) bis heute niemand wegen der Strahlung aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi verstorben ist, ich nehme die Anerkennung des Leukämiefalls durch den Staat hiermit zur Kenntnis - wie viele Todesfälle gab es in Japan im Jahr 2015 im Straßenverkehr? Sie können auch gerne die Zahl '20.000' anzweifeln, den Toten ist es gleich, ob es insgesamt 'mehr als 15.000' oder 'unter 20.000' waren. Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass wir nicht der Toten durch den Tsunami gedenken, sondern uns hier unseren Angstvorstellungen bezüglich der Gefahr durch 'Atomkraftwerke' hingeben. Und besonders ärgerlich wird die Zitatesammlung durch die Nennung der Zahl von 1.232 stressinduzierten Suiziden wegen der KKW-Katastrophe - solche Selbstmorde kommen in Japan häufiger vor, hauptsächlich aus Versagensangst im Beruf.

Japanischer Journalist Die Sendung zum Nachhören
Masao Fukumoto
Lebt seit 30 Jahren in Deutschland und reist regelmäßig nach Fukushima. | audio (24:24 min)
12.3. | 10.00 Uhr| SWR1 Baden-Württemberg 

https://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/japanischer-journalist-masao-fukumoto/-/id=1895042/did=21323052/nid=1895042/i13clj/index.html