Hier schreibt der Freundeskreis Naturheilkunde

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!

Tiere in der freien Wildbahn machen es uns schon immer vor, wie es geht sich selbst zu helfen. Sie wissen welche Pflanzen heilen und sie verhalten sich dabei ganz intuitiv. So wälzen sich Schafe und Hirsche bei Hautverletzungen in wundheilfördernden Pflanzen wie Schafgarbe und Moos oder Feldhasen fressen besonders reichhaltige Wildkräuter um Parasiten fernzuhalten.

Die Tierärztin Dr. med. vet. Alexandra Nadig aus Lorch berichtete bei ihrem Vortrag beim Freundeskreis Naturheilkunde in Mutlangen sehr überzeugend von ihrer täglichen Arbeit mit Heilpflanzen bei der Behandlung von erkrankten Haustieren. Zur Einstimmung gab die Referentin zunächst einen Überblick über die Geschichte der Phytotherapie, aber auch über den Stand in der heutigen Zeit. Und sie machte deutlich, dass auch viele pharmazeutische Heilmittel ihren Ursprung in der Heilpflanzenkunde haben!

Doch was bedeutet Phytotherapie überhaupt? Zunächst beschrieb sie die Behandlung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen mit Pflanzen oder Pflanzenteilen wie Blatt, Blüte, Wurzel, Frucht oder Samen und deren Zubereitungen. Das Wirkungsfeld ist sehr breit, die Pflanzen können als Einzeltherapie, Begleittherapie oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. Phytotherapeutika sind Arzneimittel, die ausschließlich oder überwiegend aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Es gibt sie als Heilpflanzentees, Kräuter, Tinkturen, Tabletten, Salben und vieles mehr. Pflanzliche Präparate haben oft weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente.

Die Phytotherapie ist sehr verträglich, wirkungsvoll und verfolgt als ein Teil der Naturheilkunde einen ganzheitlichen Ansatz. Wichtig ist für die Behandlung ist eine fundierte Ausbildung und langjährige Erfahrung der Therapeuten. Einige Mittel kann man sogar selbst herstellen. Zum Beispiel ist der Sud aus gekochten Walnussblättern ein Wundermittel bei Hautwunden wie z.B. den Hot-Spots bei Hunden. Die Wunde mehrmals täglich mit dem Sud behandeln und man kann zusehen wie sich der Zustand jeden Tag deutlich verbessert.

In der heutigen Zeit sind die Tierbesitzer vielen Fragen ausgesetzt, bei denen meist Ängste im Blickpunkt stehen. So verunsichern zum Beispiel Themen wie Fuchsbandwurm, Zeckenbiss oder Erkrankungen wie Staupe die Tierliebhaber zunehmend. Wie kann ich mein Tier schützen, mache ich genug oder was kann ich überhaupt tun? Dr. Nadig konnte durch ihre Erläuterungen viel Unsicherheit und Sorgen nehmen und die Zuhörer wieder ermutigen mehr auf die Natur zu vertrauen und nicht in Panik zu verfallen. Tiere reagieren, ebenso wie die Menschen, sehr gut auf pflanzliche Wirkstoffe. Die Heilpflanzenkunde bietet bei der Erkrankung von Tieren eine wichtige und gute Ergänzung zur synthetischen Medizin.

Im Zeitalter der vielen Resistenzen ist auch das Vorbeugen von Infektionen ein wichtiger Ansatz. Kommt es dennoch zur Infektion, ist die Behandlung verschiedener Erreger mit vielen unterschiedlichen und vor allem individueller Phytotherapeutika möglich. Dr. Nadig konnte sehr eindrucksvolle Beispiele von Behandlungserfolgen aufzählen. Zum Beispiel gibt es für Leber und Niere in der klassischen synthetischen Medizin kaum ein Mittel zu Behandlung, in der Phytotherapie gibt es verschiedene sehr wirksame Mittel. Auch bei der chronischen Schmerztherapie findet die Heilpflanzenkunde ihren festen Platz. Ebenso ist der begleitende Einsatz bei einer Herzerkrankung oder anderen internistischen Erkrankungen möglich.

Am Schluss des Vortrags gab es auch sehr viele hilfreiche praktische Tipps für zu Hause. Aber Vorsicht, es gibt einige tierartliche Besonderheiten die zu beachten sind. So kann zum Beispiel die Katze keine Gerbstoffe in der Leber abbauen und es besteht die Gefahr einer Vergiftung. Vor jeder Behandlung sollte man sich deshalb immer gut informieren.

© Freundeskreis Naturheilkunde 03.05.2018 12:46
2602 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.