CBD-Öl: ein Allround-Talent oder das Ergebnis reinen Wunschdenkens?

Zahlreiche schwerwiegende Krankheiten konnten bisher nur unter Einsatz von Antibiotika behandelt werden. Doch in den vergangenen Jahren hat sich ein neuer Wirkstoff etabliert, das CBD-Öl. Dieser aus Hanfsamen gewonnene Wirkstoff soll aufgrund seiner Inhaltsstoffe bei zahlreichen Krankheitsbildern Linderung verschaffen. Der Vorteil für Patienten liegt darin, dass Beschwerden von Erkrankungen gelindert werden, die anderenfalls durch den Einsatz schwerer Arzneimittel therapiert wurden. Doch hält das CBD-Öl tatsächlich, was es verspricht?

Wie entsteht CBD-Öl?

Das Öl ist eine Ableitung des Terminus "Cannabidiol". Dieser Begriff bezieht sich auf einen Inhaltsstoff der Cannabis Sativa, der zwar nicht berauschend ist, aber sich dennoch durch zahlreiche medizinische Effekte auszeichnet. Die Gewinnung des CBD-Öls ist verhältnismäßig unkompliziert. Die Substanz setzt sich überwiegend aus zwei Bestandteilen zusammen. Der wichtigste Inhaltsstoff ist Hanfsamenöl, das für die industrielle Anfertigung unterschiedlicher Hanfwaren notwendig ist. Der zweite Bestandteil ist CBD-Extrakt. Dieser Teil des BCD-Öls wird über eine Destillation von in Alkohol eingelegten Hanfblüten gewonnen. Diese Konstellation beider Ingredienzien formt CBD-Öl.

Eine neue Wunderwaffe gegen Übergewicht?

Ein Vorteil von CBD-Öl ist seine appetithemmende Wirkung. Mehrere medizinische Studien verweisen darauf, dass Cannabis den Drang nach Nahrungsaufnahme reduziert. Dieser Aspekt ist insbesondere für übergewichtige Personen interessant, die auf wirksame Nahrungsergänzungsmittel mit toxischer Wirkung verzichten möchten. CBD-Öl gilt als Appetitzügler, indem es die Ghrelin-Rezeptoren auf den Vagusnerv des Magen-Darm-Trakts stimuliert. Dieses Ghrelin gilt als eine natürlich erscheinende Verbindung, die ebenfalls als Hungerhormon bekannt ist. Werden die Rezeptoren der Verbindung angeregt, vermitteln die Nerven Botschaften ans Gehirn, um das Verlangen nach Nahrung mitzuteilen. CBD blockiert die Wirkungsweise des THC an die Ghrelin-Rezeptoren. Da der Wirkungsstoff die Wirkung von Ghrelin blockiert, stellt sich ein appetithemmender Effekt ein.

Die Bedeutung des Öls für die Kosmetik

In der Kosmetik überzeugt CBD-Öl mit seiner positiven Auswirkung auf die Haut. CBD enthaltene Cremes oder Öl spielen bei offenen Hautreizungen wie Verbrennungen, Neurodermitis oder anderweitigen Schmerzen eine wichtige Rolle. Zugleich wird dem Öl eine positive Wirkung gegen die Bildung von Falten zugesagt. Da die Haut bei einer regelmäßigen Anwendung mit CBD-Öl glatter und praller erscheint, verbessert sich das Hautbild bei regelmäßiger Anwendung zusehends. Neben diesen Aspekten ist der Wirkstoff in der Medizin von Bedeutung. Heute gehen Ärzte davon aus, dass CBD zahlreiche Immunprozesse und Stoffwechselvorgänge positiv beeinflusst. Beispielsweise wird dem Wirkstoff ein schmerzlindernder Effekt bei chronischen Schmerzen zugeschrieben. Neben der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung soll der Allrounder Entkrampfungen hervorrufen. Eine beruhigende und angsthemmende Wirkungsweise wird CBD-Öl ebenso zugeschrieben wie positive Ergebnisse für die Alzheimer-Behandlung. Einige Wissenschaftler vermuten, dass der Inhaltsstoff ein für die Bildung von Krebszellen bedeutendes Gen deaktiviert. Deshalb legen einige Ärzte den Schluss nahe, dass CBD ein Wachstum von Krebs verhindern könnte.

Handfeste Beweise stehen noch aus

Vermutlich ist es eine Frage der persönlichen Einstellung und Erfahrungen, CBD als Wunderwaffe zu loben oder viele Wirkungen abzusprechen. Fakt ist, dass offizielle Studien über die positiven Effekte des CBD-Öls noch weitgehend ausstehen. Patientenerfahrungen lassen darauf schließen, dass Hanföl zahlreiche Wirkungen zugesprochen werden können. Allerdings sind viele medizinische Thesen noch nicht ausreichend belegt. Aus dem Grund können zuverlässige Aussagen bislang nur begrenzt gemacht werden.

Bild: Pixabay user:Mareefe

© Schwäbische Post 18.06.2018 09:03
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