Schwierige Aufgabe für Experten

Renovierung Durch „Flattern“ kann schwimmend verlegtes Parkett nicht sauber abgeschliffen werden. Daher weisen Fachbetriebe Angebotsanfragen meistens ab, weil es zu Schäden kommen kann.
  • Foto: Kai Remmers/dpa-mag

Schwimmend verlegte Parkettböden lassen sich zur Sanierung kaum schadlos abschleifen. Die schweren Schleif- oder Bürstmaschinen können die Parkettelemente „flattern“ lassen und das Holz unterschiedlich stark abtragen, erklärt Bastian Herzig, Sprecher des Verbands der Deutschen Parkettindustrie.

Dies beeinträchtige das Schleifbild und könne sogar im ungünstigsten Fall zu einem Durchschleifen der Decklage führen. Das bestätigen auch viele Handwerker: Wer versucht, Angebote für das Abschleifen eines schwimmend verlegten Parkettbodens einzuholen, wird oftmals von den Fachbetrieben abgewiesen oder muss ausführliche Absicherungen unterschreiben, dass man Schäden in Kauf nehme.

Fester Untergrund ist besser

Anders ist dies bei verklebten Parkettböden: „Wenn bei der Renovierung mit schweren Schleif- oder gar Bürstmaschinen auf dem Boden vorgegangen wird, bringt ein fester Untergrund ein sauberes Schleif- und Bürstbild zutage“, sagt Herzig. Daher würde auch jeder Meisterbetrieb, der mit dem Verlegen eines solchen Bodens beauftragt wird, die Elemente vollflächig verkleben, „damit sich diese Diskussion zur Sanierung nicht stellt“.

Bis zu zweimal abschleifen

Als ein Vorteil von Parkettböden wird gerne angegeben, dass dieser durch einen Fachbetrieb mehrfach abgeschliffen und neu versiegelt werden kann. So kann auch ein viele Jahre alter Boden immer wieder wie neu aussehen.

Wie oft diese Renovierung bei einem verklebten Boden möglich ist, ist aber auch abhängig von der Stärke der hölzernen Laufschicht. Im Allgemeinen werden hierzu Harthölzer von Laubbäumen oder robuste außereuropäische Harthölzer verwendet.

Laut dem Verband der Deutschen Parkettindustrie beträgt diese bei Mehrschichtparkett beziehungsweise Fertigparkett 2,5 bis 6 Millimeter, Massivparkett besteht aus bis zu 22 Millimeter dickem Holz.

Gut 0,5 Millimeter werden beim Abschleifen abgetragen, daher könne eine 4 Millimeter dicke Nutzschicht bis zu zweimal aufgearbeitet werden. dpa

© Schwäbische Post 06.07.2018 15:40
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