Lesermeinung

Zum GT-Artikel „Entscheid gefährdet privates Bad“ in der GT vom 28. Juli:

Ich war als Zuhörer bei der Gemeinderatssitzung (GR) und der vorausgehenden Ausschusssitzung. Nach den Aussagen von Vertretern der CDU und der freien Bürger glaube ich nicht, dass irgendwann eine 2/3-Mehrheit für ein Ratsbegehren zustande kommt. Was die Räte zu einem Ratsbegehren (ein vom GR initiiertes Bürgerbegehren) äußerten, war sehr unverbindlich. Deshalb tut die Bürgerinitiative gut daran, ein Bürgerbegehren jetzt zu starten. Wenn die Stadt erst einmal Verträge mit einem Investor geschlossen hat, würde ein Ausstieg hohe Schadensersatzforderungen zur Folge haben. In so einem Umfeld hätte ein Bürgerbegehren aus der Bürgerschaft heraus keine Aussicht auf Erfolg mehr. Das weiß natürlich auch die Stadtverwaltung. Dass es die Stadtverwaltung nicht einmal für nötig befand, ihre eigene grottenfalsche Kalkulation für die Eigenrealisierungsvarianten eines Bades zu berichtigen, ist nicht gerade vertrauensbildend. Die Stadt hat die Kosten für ein kommunales Bad viel zu hoch angesetzt und so meines Erachtens den Gemeinderat absichtlich oder grob fahrlässig getäuscht. Schon der Beschluss für die europaweite Ausschreibung des Investoren-Spaßbades kam auf Basis falscher Angaben zu den Kosten eines kommunalen Bades zustande. (...) .Immerhin werden nun schon seit Monaten Dialogrunden abgehalten, für deren Vor- und Nachbearbeitung unzählige Arbeitsstunden hoch bezahlter Mitarbeiter der Verwaltung anfielen. Auch wäre es endlich einmal an der Zeit, die Bürger aufzuklären, was die externe Beratung durch Herrn RA Bühner die Stadt seither gekostet hat und künftig noch kosten wird. Auch die anderen Beraterfirmen pflegen gesalzene Rechnungen zu stellen. Wo bleiben da die viel beschworene Transparenz und Bürgernähe. (...)

© Schwäbische Post 06.08.2018 20:38
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Kommentare

derleguan

...das ganze Spaßbadschauspiel erinnert doch sehr an Stuttgart 21 im "kleinen" für Schwäbisch Gmünd. Bewusst falsche Kalkulationen seitens der Regierung gab es auch vor der Abstimmung schon. Dann immer wieder das Argument, dass man nicht aufhören könne, weil es jetzt schon viel zu viel Geld gekostet hat.

Das Bürgerbegehrren sollte so schnell wie irgend möglich kommen. Dann kann es natürlich noch passieren wie bei Stuttgart 21 wo alle die noch nie in ihrem Leben Bahn gefahren sind für Stuttgart 21 stimmten zum Leidwesen der Bahnfahrer, die diese Entscheidung seit Jahren auf der Remstalstrecke "ausbaden" müssen.

Hoffentlich kommt das kommunal finanzierte Bad und nicht das Fiasko!