Wie Aminosäuren einen gesunden Schlaf und Stoffwechsel nachweislich beeinflussen

Zahlreiche Menschen klagen über Unruhe und Schlaflosigkeit. Ungefähr 12 Millionen sind es allein hierzulande. Nicht selten werden Schlafmittel eingenommen, doch der Erschöpfungszustand bleibt. Geht es um Schlafstörungen, ist in vielen Fällen eine mangelnde Versorgung mit den essentiellen Aminosäuren Tryptophan und GABA schuld. Sind diese Aminosäuren im Organismus ausreichend vorhanden, fördern sie nicht nur die Nachtruhe, sondern sorgen überdies auch für einen gesunden Stoffwechsel.

Tryptophan erhöht als Ausgangsstoff von Serotonin die Schlafqualität

Die Aminosäure Tryptophan steht in enger Verbindung mit der Produktion der Glücks- und Schlafhormone Melatonin sowie Serotonin. Während Melatonin den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Organismus steuert, ist Serotonin unter anderem für die Regulierung des Schlafs und der Stimmung verantwortlich. Ein hoher Serotoninspiegel ist demzufolge gleichbedeutend mit Gelassenheit sowie Entspannung - und folglich mit einem guten Schlaf. Ein Mangel an dieser Aminosäure kann hingegen depressiv, ängstlich und nervös machen. Menschen mit einer derartigen Grundstimmung leiden nachweislich häufig unter Schlafproblemen. Zwei ältere Metaanalysen, insbesondere von Studien mit kleineren Patientenzahlen, kommen zu dem Ergebnis, dass Tryptophan bei leichten Schlafstörungen die Schlaflatenz reduziert und das gestörte physiologische Schlafprofil verbessert. Weitere Untersuchungen belegen den erfolgreichen Einsatz dieser Aminosäuren gegen Tagesschläfrigkeit und Stressgefühl. Bereits seit 1901 werden sie darüber hinaus gegen den Ausbruch von Depressionen sowie zur Förderung eines gesunden Schlafes eingesetzt. Bekannt ist zudem, dass die Aminosäure als Ausgangsstoff von Niacin entscheidend für einen gesunden Stoffwechsel ist. Wer ferner kein Schlafdefizit hat, kann einer Störung des Kortisolspiegels und in der Folge einer Stoffwechselstörung besser entgegenwirken. Als essentielle Aminosäuren können sie vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Deshalb müssen sie von außen zugeführt werden, etwa über den Konsum von Lebensmitteln wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Hafer, Kakao oder Cashewkerne. Als praktisch können sich auch tryptophanreiche Nahrungsergänzungsmittel erweisen, sofern Sie dabei auf die korrekte Einnahme achten.

Neurotransmitter GABA wirkt Schlaflosigkeit entgegen

Geht es um einen erholsamen Schlaf, so nimmt die Gamma-Aminobuttersäure einen großen Stellenwert ein. Hierbei handelt es sich um einen Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (ZNS). Als Neurotransmitter ist die Gamma-Aminobuttersäure insbesondere für die Reizweiterleitung oder deren Hemmung auf biologischem Wege zuständig. Mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent weist GABA im Gehirn die höchste Konzentration unter allen Neurotransmittern auf. Dieses wird im Körper aus der Glutaminsäure produziert. Im Jahr 2008 stellten US-Forscher bei Patienten mit primärer Insomnie erstmals neurochemische Abweichungen fest: Danach sind die GABA-Werte bei Schlafstörungen niedriger als im Durchschnitt. Insomnie ist somit eine Folge der Überaktivierung des ZNS und macht sich bei Patienten etwa auch durch verstärkte Stoffwechselaktivität sowie erhöhte Kortisolwerte am Abend bemerkbar. Insomnie-Patienten mangelte es nachweislich an Gamma-Aminobuttersäure im Gehirn. Je niedriger die Werte dabei ausfallen, desto schlechter die Schlafqualität. Eine Studie koreanischer Wissenschaftler, die im September 2016 veröffentlicht wurde, zeigte, dass eine kombinierte Gabe von GABA und Tryptophan im Vergleich zu Schlafmitteln die Schlaflänge sowie -tiefe deutlich verbesserte. Neben diesen beiden Aminosäuren gibt es weitere, die den Schlaf fördern, wie Sie etwa auf https://aminosaeuren.org/schlafstoerungen/ nachlesen können. Nicht zu unterschätzen ist etwa die Wirkung von Glutamin und L-Carnitin.

Quelle Bild: pixabay.com@C_Scott

© Schwäbische Post 14.08.2018 11:20
1913 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.