Lesermeinung

Zur bevorstehenden Änderung der Kfz-Steuer:

Die Kfz-Steuer wird mehr vom Schadstoffausstoß abhängig gemacht. Was nicht berücksichtigt wird, sind die gefahrenen Kilometer. Der Vertreter, der mit seinem Fahrzeug 200 000 Kilometer im Jahr fährt, zahlt unter Umständen weniger als der, der ein Fahrzeug mit höherem Schadstoffausstoß hat, aber nur 5000 Kilometer im Jahr fährt und in Summe wesentlich weniger Schadstoffe erzeugt.

Das hat mit Gerechtigkeit nichts mehr zu tun. Wenn jemand jetzt argumentiert, dass man die gefahrenen Kilometer nicht ermitteln kann, dann ist das naiv. Es dürfte im heutigen Hochtechnik-Zeitalter mit Internetzugang im Auto kein Problem sein, eine technische Vorkehrung zu integrieren, die die gefahrenen Kilometer übers Internet an die zuständigen Stellen meldet. Immerhin funktioniert das bei der Lkw-Maut bereits und demnächst bei der vorgesehenen Pkw-Maut. Es fehlt lediglich am Willen, hier Gerechtigkeit zu schaffen.

© Schwäbische Post 03.09.2018 17:49
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Kommentare

In my humble opinion

Steuer waren noch nie gerecht, wenn man es genau nimmt, weil der, der viel Geld hat, jemanden bezahlen kann, der nach Lücken in der Gesetzgebung sucht, dass er weniger Steuern zahlen muss.

Die Kfz-Steuer war immer eine Flatrate, die Mineralölsteuer immer verbrauchsbezogen, das war ja auch der Grund, warum nach Theo Waigels unseliger Aufspaltung der Mineralölsteuer und selektiver Anhebung der Diesel-Kfz-Steuer Vielfahrer, die rechnen konnten, sich einen Diesel-Pkw zugelegt haben.

Ich habe vor Jahren schon mal einen Vorschlag zur verbrauchsabhängigen Mineralölsteuer gemacht:

In das Fahrzeug kommt eine versiegelte Box, die den Durchschnittsverbrauch ( Liter/100 km, ermittelt vom Bordcomputer ) durch 10 teilt und diesen Faktor beim Tanken mittels Bluetooth an die Zapfsäule schickt und diese den aktuellen Preis mit diesem Faktor multipliziert, rechnen Sie das mal für 6 oder 12 Liter/100 km nach ...

Ältere Fahrzeuge können sich eine Box beim Finanzamt mieten, wo für den Typ des Fahrzeugs ein Durchschnittswert einprogrammiert ist.

Wer ohne Box an die Säule kommt, zahlt mit Faktor 2,5 oder so, um Kanistertanker abzuschrecken.

 Und das wäre völlig anonym, ganz ohne Internet und (ge)KLAUT oder so.

Wäre heutzutage technisch alles möglich, in einem 'Hochtechnologieland', oder?

tsh

In my humble opinion schrieb am 03.09.2018 um 19:05
....

Und das wäre völlig anonym, ganz ohne Internet und (ge)KLAUT oder so.

Wäre heutzutage technisch alles möglich, in einem 'Hochtechnologieland', oder?

Grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht. Leider wird da aus Sicht des Datenschutzes einiges dagegensprechen, von der leichten Fälschbarkeit von Bluetooth-Signalen und anderen "Angriffsmöglichkeiten" mal ganz abgesehen. Je komplexer ein System wird, desto fehleranfälliger bzw. angreifbarer wird es.

Einfacher (und aus meiner Sicht nicht weniger ungerecht) wäre es, die KfZ-Steuer komplett abzuschaffen und den Benzin/Diesel-Preis deutlicher zu erhöhen, als es aufgrund des KfZ-Steuer-Wegfalls nötig wäre. Die Mehreinnahmen dann zweckgebunden in Massnahmen zur Reduzierung der Verkehrsdichte (ÖPNV, Fahrgemeinschaftsspuren,...) stecken. Wenn diese dann z.B. nicht pro Einwohner, sondern pro "abgedeckter Fläche" aufgeteilt werden, kommt auch sinnvoll ewtas auf dem "flachen Land" an.

In my humble opinion

tsh schrieb am 04.09.2018 um 07:16

Grundsätzlich ...  "flachen Land" an.

Grundsätzlich ist die Vermutung, dass betrogen und gefälscht wird, wo immer es möglich ist, auch bei Bluetooth gegeben, es wäre ein Armutszeugnis für ein Hochtechnologieland, nicht eine ziemlich fälschungssichere Datenübertragung erfinden zu können, da fällt uns sicher was zur Authentifizierung ein ...

Ich denke, dass mein Vorschlag den Charme hat, (Treibstoff-)Säufer ( entweder über die Motorenkonstruktion oder über das Treten des Gaspedals ) direkt und genau auf die Zwölf zu treffen, wer sparsam fährt, sieht auch sofort seinen Vorteil.

Eine allgemeine 'Lenkung' über die Mineralölsteuer trifft unabhängig und benachteiligt die Sparsamen.

Edgar Kuchelmeister

In my humble opinion schrieb am 04.09.2018 um 12:44

Grundsätzlich ist die Vermutung, dass betrogen und gefälscht wird, wo immer es möglich ist, auch bei Bluetooth gegeben, es wäre ein Armutszeugnis für ein Hochtechnologieland, nicht eine ziemlich fälschungssichere Datenübertragung erfinden zu können, da fällt uns sicher was zur Authentifizierung ein ...

Gestatten, dass ich lache: Stichwort "fäschlungssicherer Ausweis" "fälschungssicheres Geld" ... es ist immer nur eine Frage von Aufwand und krimimeller Energie

Ich denke, dass mein Vorschlag den Charme hat, (Treibstoff-)Säufer ( entweder über die Motorenkonstruktion oder über das Treten des Gaspedals ) direkt und genau auf die Zwölf zu treffen ... 

Wo liegt die Problematik in der Besteuerung des Kraftstoff und Wegfall der KFZ-Steuer? Der Vorschlag von tsh ist doch wirklich fälschungssicher! Wieso umständlich wenn es doch einfach geht, Schluckspechte, Gaspedaltreter zahlen viel, sparsame und Wenigfahrer zahlen wenig!

In my humble opinion

Edgar Kuchelmeister schrieb am 04.09.2018 um 16:51

Gestatten, dass ich lache: Stichwort "fäschlungssicherer Ausweis" "fälschungssicheres Geld" ... es ist immer nur eine Frage von Aufwand und krimimeller Energie

Wo liegt die Problematik in der Besteuerung des Kraftstoff und Wegfall der KFZ-Steuer? Der Vorschlag von tsh ist doch wirklich fälschungssicher! Wieso umständlich wenn es doch einfach geht, Schluckspechte, Gaspedaltreter zahlen viel, sparsame und Wenigfahrer zahlen wenig!

Es geht hier nicht um 'fälschungssichere' Hardware, sondern um eine 'einbruchssichere' Software, hier sogar um das Luftprotokoll Bluetooth, das ist etwas anderes. Sicher ist es immer nur eine Frage des Aufwandes, aber genau darum ginge es bei meinem Vorschlag, die Verbindung Fahrzeug-Zapfsäule so sicher zu machen, dass das Knacken des Codes so teuer würde, dass es sich nicht mehr lohnt.

Wenn Sie meinen Vorschlag freundlicherweise mal nachrechnen ( aktuell Super ~ 1,50 €/Liter, Annahme 1 = 6 Liter/100km, Annahme 2 = 12 Liter/100 km, Annahme getankte Menge = 40 Liter ) wollen, müsste der Vielverbraucher nicht nur proportional mehr zahlen und der Wenigverbraucher proportional weniger, sondern in beiden Fällen würde der Faktor deutlich spürbar die Preise an der Zapfsäule verändern, nach unten und nach oben, um den Anreiz für das Sparen zu erhöhen. Im Übrigen wäre die Umlage der Kfz-(Hubraum)Steuer auf die Mineralölsteuer davon völlig unabhängig möglich.