Einrichten mit Spiegel: Das gilt es hinsichtlich der Feng-Shui-Perspektive zu beachten

Mit einer Einrichtung nach Feng-Shui hält die daoistische Harmonielehre aus dem Fernen Osten in heimischen Wohnungen Einzug. Das gilt es zu beachten, wenn die Wohnung mit Spiegeln eingerichtet werden soll.

Im Spiegel: Wofür steht der Spiegel im Feng-Shui?

Die chinesische Harmonielehre basiert auf fünf verschiedenen Elementen, sogenannten Wandlungsphasen, die auf unterschiedliche Art und Weise miteinander interagieren. Der Spiegel mit seiner glänzenden Oberfläche wird je nach Schule den Elementen Metall oder Wasser zugeordnet. Zusätzlich gilt auch, den Spiegelrahmen mit Bedacht zu wählen. Holz oder Metall sind hier zu bevorzugen.

Ein Spiegel bündelt und reflektiert Energie. Wichtig ist deshalb stets die Frage, was man im Spiegel sieht. Die unordentliche Rumpelkammer oder die Mülltonnen im Hinterhof sind kein sehr schönes Motiv und sollten deshalb möglichst gemieden werden. Sonst holt man sich laut Feng-Shui die schlechte Energie ins Haus. Und die wiederum beeinflusst das eigene Wohlbefinden.

Glasklar: Welche Spiegel sollen nach Feng-Shui verwendet werden?

Es muss kein speziell angefertigter Bagua-Spiegel sein, um sich die positive Wirkung eines Spiegels zu Nutzen machen zu können. Grundsätzlich sind alle Spiegel geeignet. Allerdings müssen sofort auch einige Ausnahmen festgehalten werden. So dürfen die Spiegel nicht angelaufen, zerkratzt oder anderweitig beschädigt sein.

Spiegel aus Rauchglas sind nach Feng-Shui-Überzeugung ungeeignet für den Wohnraum. Das gleiche gilt auch für Spiegelfliesen oder kleine Mosaiksteinchen an den Wänden, die für Unruhe sorgen und ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnen.

Für alle Räume und Spiegel gilt: Aus einem Guss sollten sie gefertigt sein und kein zerteiltes Bild erzeugen. Ein Badezimmer-Spiegelschrank ist zwar praktisch, sollte aber eine möglichst glatte Oberfläche ohne optische Unterteilungen aufweisen. Ist das Bild nicht glasklar, hemmt das die Lebensenergie und beeinflusst das Selbstbewusstsein negativ.

Auch die Wölbung der Spiegeloberfläche spielt eine wichtige Rolle im Feng-Shui. Konkave Spiegel mit einer Wölbung nach innen sammeln positive Energie und halten sie so im Raum. Konvexe, nach außen gewölbte, Spiegel hingegen werfen schlechte Energie einfach wieder zurück. Flache Spiegel ohne Wölbung reflektieren und verdoppeln Energie und sorgen so für mehr Positivität in den eigenen vier Wänden. Das einfallende Licht und das Chi werden an die Umgebung abgegeben.

Je größer ein Spiegel ist, desto besser für den Energiefluss im Raum. Auch ansonsten hat die Form einen Einfluss auf Funktion und Wirkung des Spiegels. Runde Spiegel zum Beispiel stehen für Wohlstand für die gesamte Familie.

Spieglein an der Wand: Wo sollen die Spiegel platziert werden?

Die Positionierung der Spiegel spielt für das Feng-Shui eine äußerst wichtige Rolle, dementsprechend sollten die Orte, an denen Spiegel hängen mit großer Sorgfalt ausgewählt werden, so dass der Spiegel wirklich die gewünschte Wirkung entfalten kann.

Ent-spiegelt: Hier sollten keine Spiegel angebracht werden

Als erstes sollte die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, wo ein Spiegel nicht sinnvoll ist und gewinnbringend eingesetzt werden kann. Jeder, der sich bereits ein wenig mit Feng-Shui auseinandergesetzt hat, weiß, dass Spiegel gegenüber einer Tür nicht zielführend sind.

Das gilt besonders für die Eingangstür. Gäste, die von außen hereinkommen, haben so das Gefühl, dass ihnen jemand entgegenkommt. Im ersten Moment ist das kein allzu angenehmes Gefühl. Außerdem kann die Energie durch die Reflektion nach draußen entweichen.

Auch an Treppenabsätzen sind Spiegel nicht sinnvoll. Hier ist der Grund ein praktischer: Spiegel können durchaus irritieren und sogar für Stürze verantwortlich zeichnen.

Im Schlafzimmer sollten reflektierende Oberflächen vermieden werden. Dazu gehören Spiegel, aber auch glänzende Schranktüren oder Türgriffen und -knäufe aus Messing oder Edelstahl. Sie reflektieren einerseits Licht, das den Schlaf selbst bei geschlossenen Augen negativ beeinflussen kann und für unruhige Träume sorgt.

Andererseits wird die verbrauchte Energie ebenfalls auf den Schlafenden zurückgeworfen, so dass der am nächsten Tag unausgeruht erwacht. Große Spiegel sollten im Schlafzimmer also nicht angebracht werden oder müssen zumindest über Nacht verhängt werden. Eine elegante Lösung: Den Spiegel einfach auf der Innenseite des Kleiderschranks anbringen.

Wenn zwei Spiegel gegenüber voneinander angebracht werden, ergibt sich ein Eindruck scheinbar unendlicher Dimensionen, in denen die Lebensenergie Chi sich fängt und nicht mehr in den Raum hinein ausgestrahlt werden kann.

Die richtige Energie immer zur Stelle

Weiß man einmal, wo der Spiegel eher negative als positive Auswirkungen hat, ist die richtige Positionierung im Grunde ein Kinderspiel. Spiegel kommen überall da zum Einsatz, wo Energie gesammelt oder reflektiert werden soll.

In der Küche können sie beispielsweise Feuerenergie ausgleichen. Das bedeutet, dass sie über dem Herd angebracht sehr viel Gutes bewirken können. Auch über dem Kamin im Wohnzimmer sorgt ein Spiegel für einen guten Ausgleich.

Spiegel gegenüber dem Fenster sorgen für Weitblick selbst in kleinen Räumen. Sie zaubern optische Weite. Ist die Welt vor dem Fenster außerdem angenehm warm und freundlich, holt man sich so positive Energie in das Innere der Wohnung.

Für das Badezimmer muss der Spiegel groß genug sein und hoch genug angebracht werden, dass man sich auf jeden Fall vollständig darin sehen kann. Hier gilt noch mehr als in allen anderen Räumen die Frage, was sich im Spiegelbild zeigen soll. Die Dusche steht auf jeden Fall für mehr positive Energie als zum Beispiel die Toilette.

© Schwäbische Post 10.09.2018 14:44
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