Lesermeinung

Zu: „Salz nicht nur in der Suppe“

Laut Deutscher Herzstiftung e.V. wissen etwa 20 Prozent der Deutschen, die einen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) haben, nichts davon. Je länger der Bluthochdruck unbehandelt bleibt und je höher er ist, beziehungsweise ansteigt, desto größer wird das Risiko, in späteren Jahren einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Nierenschädigung zu erleiden.

Die gültigen deutschen Richtwerte für die Einordnung der (mehrmals) gemessenen systolischen (oberen) und diastolischen (unteren) Werte lassen den Bluthochdruck bei 140 mm und/oder 90 mm beginnen, wobei die Einordnung in die Kategorie Bluthochdruck bereits vorzunehmen ist, wenn nur einer der beiden Werte höher ist (daher das und/oder). Die seit November 2017 geltenden neuen US-amerikanischen Richtwerte lassen den Hochdruck schon bei Werten von 130 mm und/oder 80 mm beginnen.
Ein bedeutender Risikofaktor ist die erhöhte tägliche Aufnahme von Kochsalz (NaC1). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb, die tägliche Aufnahmemenge von fünf Gramm möglichst nicht zu überschreiten. Mit dieser Empfehlung kann man aber nichts anfangen, denn es ist schlicht nicht möglich, festzustellen, welche Mengen an „verstecktem“ NaCl Tag für Tag mit der Nahrung (unter anderem Wurst, Käse, Schinken, Fertiggerichte, Salzgebäck) aufgenommen wird. Immerhin hat Edeka vorsorglich den Salzgehalt ihrer Hausmarken um rund 30 Prozent gesenkt.

Die große Bedeutung einer (zu) hohen Na-Konzentration wird schon daran erkennbar, dass die gängigsten blutdrucksenkenden Arzneimittel nämlich die ACE-Hemmer und die Sartane, hemmend in einen physiologischen Mechanismus eingreifen, der vereinfacht gesprochen über eine Erhöhung der Na-Konzentration und des Wasservolumens sowie über eine Verengung (Kontraktion) der herzfernen (peripheren) Blutgefäße einen Anstieg des arteriellen Blutdrucks und eine Vergrößerung des vom Herzen pro Minute ausgeworfenen Blutvolumens bewirkt. Beides führt auf die Dauer zu einer Schwächung des Herzens.

© Schwäbische Post 10.09.2018 20:56
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.