Webers Wanderung

Alpen-Abenteuer Impressionen von der Solo-Wanderung des VR-Bank-Chefs Hans-Peter Weber über die Alpen. Aktualisiert mit den Tagen 10 bis 15.
  • Der VR-Bank Chef überquert derzeit die Alpen. Fotos: privat

Aalen

Tag 1: Aufbruch um 6.14 Uhr am Bahnhof Westhausen. Das Fahrtziel: Salzburg. Aus der Mozart-Stadt schickt Hans-Peter Weber ein paar Schnappschüsse in die Heimat, zum Beispiel von einem herrlichen Blick auf die berühmte Festung. Es geht los auf die erste Etappe über 14,7 Kilometer rauf zum Zeppezauerhaus auf 1664 Meter Höhe. Per WhatsApp kommt der erste Reisebericht vom Wandersmann beim verdienten Vesper: „Sauwetter – patschnass – sehr anstrengend – 1500 Höhenmeter- sehr steil und 2500 Stufen im Fels und aus Holz – schöner Hüttenabend!“

Tag 5: Die nächste Botschaft aus den Alpen erreicht die SchwäPo: „Heute recht regnerisch, aber ein Indianer/Alpinist kennt keinen Schmerz! Bin jetzt hier im Steinernen Meer beim Riemannhaus - alles gut!“

Tag 6: Der Wanderer tippt in sein Smartphone: „Heute sehr schön – erster Tag ohne Regen – tolle Sicht und erster Tag ohne Muskelkater am Abend – der Gang ist wieder ‘runder´ und einfach schmerzfrei.“

Tag 7: „Bin jetzt absolut im Soll, sogar einen Tag voraus. Gehe jetzt in den Nationalpark Tauern. All das entschädigt die entgangene Stallwächterparty bei der SchwäPo zumindest ein wenig (Smilie!)... Bin heute die 1400 Meter vom Starzerhaus abgestiegen und nächtige in einer kleinen Pension in der Zivilisation von Rauris. Ach, was war das Duschen mit Warmwasser toll! Und wieder ein Einzelzimmer, im Vergleich zum 14-Personen-Lager auf der Hütte. Muskelkater verfliegt zusehends und wird auch mit Franzbranntwein zusätzlich bekämpft. Wetter wieder sonnig! Die Hütten sind gut belegt, aber nicht überfüllt, und als DAV-Mitglied wird man auch nicht abgewiesen. Und ich habe ja sicherheitshalber auch Thermarestmatte und Schlafsack für Übernachtung in der Pampa dabei.“

Tag 9: „Gestern – mal wieder bei Regen – durchnässt auf Schutzhütte Neubau angekommen und damit im Naturpark Hohe Tauern. Heute geht´s nach gutem Frühstück dem höchsten Punkt der Tour entgegen. Gutes Wetter ist in Sicht! Schutzhütte Neubau war eine gute Unterkunft.“

Und hoch oben in den Alpen liegt noch Schnee beim Bergfest des Abenteurers: „So, jetzt ist mit 2754 Metern der höchste Punkt der Tour durch die Fraganter Scharte überschritten!“

Tag 10: „Heute nix mehr Schneekönig: Bestes Wanderwetter an eher beschaulichem Tag nach großer Tour gestern mit knackigen Passagen. Sonntagsfestmahl auf der Goldberghütte oberhalb von Stall!“

Tag 11: Es läuft rund beim Ostalb-Alpinisten: „Tolles Wanderwetter! Über Roseneckalm zur Lorenzalm. Fürs erste Mal 1000 Meter Aufstieg. Weitere Info von oben, wenn möglich!“

Tag 12: Höher schlafen geht nicht! „Bin jetzt auf hohem Übernachtungsort, der Hugo-Gerberts-Hütte, angekommen. Die Hütte ist noch total ursprünglich. Waschen am Brunnen, ansonsten sehr anstrengender, aber wunderbarer Tag!“

Tag 13: „Heute wieder bestes Wanderwetter. Habe soeben die Scheide zwischen Drautal und Gailtal überschritten. Wunderschöne Landschaft. Und eben völlig unverhofft gekneippt - aber richtig!“

Tag 14: „Ein grandioser Wandertag! Von der Dolinzaalm ein paar hundert Meter Aufstieg zur Freistritzeralm und Achomitzeralm. Immer wechselnd zwischen Österreich und Italien – ohne Seehofersche Grenzkontrollen! Plane heute die nächsten Tage, da spätestens kommenden Dienstag Schluss sein soll und für die nächsten Tage schlechtes Wetter angesagt sein soll - mal sehen… Jedenfalls genieße ich gerade den Blick nach Norden auf die Karnischen Alpen und nach Süden bereist auf die Julischen Alpen - grandios!“ Und so eine Wanderung macht jeden zum Improvisateur: „So, am Rucksack mit Klammern befestigte Wäsche getrocknet und wieder verstaut. Nun beginnt der Abstieg nach Treviso in Italien.“

Tag 15: Im Namen des Wandervolks: „So, da die Zeit begrenzt ist, habe ich mal drei Routen in den italienisch-slowenischen Bergen übersprungen und bin mit Bus und Kleinbus nach Trenta in Slowenien gefahren. Den ursprünglich für heute vorgesehenen Ruhetag verschiebe ich mal und starte zur 21. Etappe (21 V) in den Julischen Alpen. Mal sehen, was der Tag noch bringt! Wetter gut!“

Aufi geht´s, Hans-Peter! Hoppa hoppa!

Tag 18: Es kommt wieder eine Nachricht nach einem Tag „Sendepause“ – schlechter Empfang da oben in den Bergen. Aber jetzt tippt „HPW“ wieder fleißig und teilt mit: „Ich lebe noch! Jetzt endgültig im Tal in Ukanc am Bohinjso-See angekommen. Habe die letzte Route auf Empfehlung des Hüttenwirtes geändert und bin auf einem Fest zum Viehabtrieb gelandet. Jetzt steht noch die letzte Etappe Duino – Triest an! Heute optimales Wetter. Bin auch etwas groggy und froh über das glückliche Ende in den Bergen.“

Beim bunten Fest in Slowenien traf der Wanderer von der Ostalb auch den Neffen von Akkordeon-Virtuose Slavko Avsenik.

Tag 19: Endspurt. „Bin nun zum Finale aufgebrochen – von Duino nach Triest. Gerade ein Domizil der Habsburger- bzw. Thurn-und-Taxis-Dynastie besucht: Castello Duino. Wenn’s klappt, suche ich auf dem Weg noch eine der angepriesenen Besenwirtschaften, um dann Triest die Aufwartung zu machen.“

Und am Montagnachmittag weht die Zielflagge: „So jetzt ist’s vollbracht! Ich bin in Triest angekommen und habe mich in einem B&B-Hotel am Bahnhof einquartiert, damit ich bei der Abreise nicht so weit gehen muss! Der letzte Tag hat sich richtig hingezogen, da irgendwie auch die Luft raus war. Dennoch tolle Eindrücke von Duino und vom Reiner-Maria-Rilke-Weg nach Sistiano. Und jetzt bin ich am Ziel Triest – froh aber geschafft! Jetzt schmeckt zuerst a Bierle und heut Abend a Vino. Leut, ich freu mich drauf! Und dann freu ich mich auch wieder ganz arg, nach 20 Tagen wieder auf der Ostalb zu sein. Das war’s!“

Tag 20 diente am Dienstag der Entspannung an der Adria – mit einem kühlen Gläschen zur Belohnung: „Trinke gerade noch ein Gläschen Vino in Trieste. Um 20.30 Uhr geht’s per Zug zurück in die Heimat. Am Mittwochvormittag soll Ellwangen in Sicht sein. Bis bald!“

Am 21. Tag endlich wieder daheim – und ein lieber Gruß von Wanderer Weber nach der Alpen-Überquerung: „Das letzte WhatsApp: Gut um 9.15 Uhr in Ellwangen angekommen!“

Die stolze Bilanz nach „Webers Wanderung“ über die Alpen von Salzburg nach Triest:

  • Rund 350 Kilometer Wanderstrecke auf dem Alpen-Adria-Trail.
  • 19 Tage unterwegs mit Rucksack und 10 Kilo Gepäck.
  • 21 von 28 Etappen laut Wanderplan abgelaufen.
© Schwäbische Post 19.09.2018 14:42
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Kommentare

Michael Flechsler

War wirklich schön die Wanderung zu "begleiten" - war au n bissle neidisch ;-)