Der Videobeweis für den Verkehr

Ratgeber Meist wird das Filmmaterial aus der Dashcam nicht benötigt. Aber im Falle eines Falles muss es deutlich zeigen, wie sich die Ereignisse entwickelt haben.
  • Foto: djd/NEXTBASE

Sie sind inzwischen sehr beliebt und waren bis vor Kurzem rechtlich umstritten: Dashcams, kleine Hochleistungskameras, die an der Frontscheibe befestigt werden und während der Fahrt das Geschehen filmen.

Die rechtliche Unsicherheit der Nutzung ist mittlerweile entfallen: Aufzeichnungen im Auto dürfen zur Unfallaufklärung nun auch von Gerichten ausgewertet werden. Das hat der BGH im Mai 2018 in einem Grundsatzurteil entschieden. Der BGH sieht solche Videobeweise als überaus wertvoll bei Haftungsfragen an. Häufig herrsche in solchen Verfahren eine Beweisnot aufgrund der Schnelligkeit des Verkehrsgeschehens. Auch Gutachten würden häufig nicht weiterhelfen. Hier die wichtigsten Tipps für den Kauf einer Dashcam:

Qualität des Videos ist wichtig

Dashcams gibt es in allen Kategorien, zwischen 29 Euro und 500 Euro. Der „Videobeweis“ durch eine Dashcam kann entscheidend sein, wenn es darum geht, dem Fahrer oder Halter zu helfen, die Schuldfrage zu klären und einen Versicherungsanspruch geltend zu machen. Daher ist neben der Zuverlässigkeit die Qualität der Videos eines der zentralen Eigenschaften einer Dashcam.

Details wie die Nummernschilder anderer Fahrzeuge etwa sollten klar erkennbar sein. Zusätzlich dazu sollte eine Dashcam nicht das Sichtfeld des Fahrers beeinträchtigen oder ihn durch eher unwichtigere Funktionen ablenken.

Bei jeder Witterung aufnehmen

Dashcams müssen auch in der Lage sein, bei Tag und Nacht sowie bei schlechten Witterungsverhältnissen qualitativ hochwertige Videos aufzunehmen. Von Nextbase – dem Europa-Marktführer für Dashcams – gibt es beispielsweise hochwertige Videokameras nun auch in Deutschland, sie sollen für mehr Verkehrssicherheit und bessere Unfallaufklärung im Ernstfall sorgen. Die Geräte reichen vom Einstiegs- bis zum Spitzenmodell mit Ultra HD-Auflösung, GPS, WLAN und Aluminium-Gehäuse.

Bei hohen Geschwindigkeiten

Details sollten klar erkennbar sein.

Nicht nur die Auflösung ist im Hinblick auf die Qualität des Videos wichtig, entscheidend ist zudem die sogenannte Bildwiederholungsrate (FPS-Wert) der Dashcam. Der Wert stellt sicher, dass alle Ereignisse erfasst werden – auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Einfache Bedienung

Eine hochwertige Dashcam ist leicht an- und abzubringen. Nach Installation sollte sie einfach und ohne Anstrengung zu bedienen sein, die Navigation durch das Menü muss einfach ausfallen. Es ist wichtig, das Material schnell überprüfen zu können. Auch WLAN wird für Dashcams immer wichtiger – es hilft bei der einfachen und schnellen Überprüfung sowie der Übermittlung von Daten an Versicherer. Produkte, die die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltanforderungen der EU erfüllen, werden durch die CE-Siegel ausgezeichnet.

Das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Einsatz von Dashcams (AZ: VI ZR 233/17) war mit viel Spannung erwartet worden.

Ein kleiner Spagat

Dabei gelang dem BGH ein kleiner Spagat: Einerseits bleibt das permanente Aufzeichnen des Straßenverkehrs nach wie vor grundsätzlich unzulässig - Aufnahmen von Minikameras können bei Unfällen aber dennoch künftig als Beweis vor Gericht verwendet werden. So erfolgen Aufnahmen bei Nextbase beispielsweise auf MicroSD-Karte und werden im Normalfall in regelmäßigen Abständen kontinuierlich überschrieben. Damit ist die Nutzung dieser Dashcams auch mit dem neuen Grundsatzurteil des BGH konform. djd

© Schwäbische Post 14.09.2018 16:55
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