Der Umweltschützer
Ein Mensch, der etwas auf sich hält,
ist heut in Sorge um die Welt.
Er äußert sich in Zeitungsspalten,
wie man die Erde kann erhalten.
Von früh bis spät ist er zur Stelle,
schreibt fleißig Umweltschutzappelle,
schimpft auf die Autos, deren Gase
er einatmet durch Mund und Nase,
ist böse auf die Industrie,
die umweltfeindlich wie noch nie.
Am Sonntag dann mit Weib und Kind
zieht er in die Natur geschwind,
saugt ein die reine Waldesluft,
erfreut sich an der Blumen Duft.
Er rastet, Goethe fällt ihm ein:
"Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein."
Nun öffnet er die Vespertüte,
stärkt Leib und Seele und Gemüte
mit Brot und Butter, Wurst und Speck,
die leere Tüte wirft er weg.
Und ist die Bierdose dann leer,
fliegt sie im Bogen hinterher.
Ein jeder sieht: Am Rastplatz war
ein Zivilisationsbarbar.
Statt stets nur andre zu belangen,
sollt' bei sich selber er anfangen.

















