Hier schreibt der Kreisseniorenrat Ostalb

Kreisseniorenrat sorgt sich um die Hausarztversorgung im ländlichen Raum

Die Gründe für die zunehmende Schließung von Hausarztpraxen im ländlichen Raum sind bekannt. Zum einen nimmt der Anteil der Hausärzte, die das übliche Rentenalter erreichen, kontinuierlich zu, zum anderen konnten in ländlichen Gemeinden im Ostalbkreis für die Allgemeinarztpraxen keine Nachfolger/innen gefunden werden.

 Wenn Hausarztpraxen schließen, wirkt sich dies auch auf den Bestand der Apotheken aus.

 Die vielfältigen Klagen von Senioren im ländlichen Raum veranlasste die Vorsitzende Heidi Schroedter zu einem Gespräch mit Dr. med. Klaus R. Walter vom Gesundheitsamt Ostalbkreis, um nach Lösungen zu suchen.

 Dr. Walter bestätigte die Problematik und wies auf ein 7-Punkte-Positionspapier mit Aufgaben und Forderungen hin, das Landrat Klaus Pavel zusammen mit den Kreisärzteschaften Aalen und Schwäbisch Gmünd, den Krankenhausdirektoren der drei Kliniken des Ostalbkreises und weiteren Akteuren erarbeitet hat.

 

  1. Bund: bessere Rahmenbedingungen
  2. Land: Planung kleinräumiger Zentren
  3. Kliniken erstellen Weiterbildungskonzept
  4. Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern
  5. Kommunen: sollen Praxen unterstützen
  6. Sparkasse gibt Kredite für neue Praxen
  7. Ärztliche Kooperationsformen werden unterstützt und positiv begleitet.

 Dieses 7-Punkte-Papier wurde vom Landkreistag Baden-Württemberg zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum ergänzt mit einer Erhöhung der Ausbildungskapazität für Mediziner, einem Auswahlverfahren, das Eignung und Motivation für den Arztberuf stärker berücksichtigt, größere Praxisnähe des Medizinstudiums, das Fach Allgemeinmedizin sollte zu einem der Pflichtfächer im Praktischen Jahr werden und mit einer besseren Werbung für den Beruf des Allgemeinmediziners.

 Dr. Walter gab noch einen interessanten Hinweis darauf, dass sich zunehmend Frauen für ein Medizinstudium entscheiden und nach dem Studium das Modell „Teilzeit“ anstreben.

 Beeindruckend waren die Erläuterungen zu den Telemedizinprojekten im Ostalbkreis,  und zwar zur Sturzprophylaxe, Tele-EG und zur Behandlung von chronischen Wunden. Diese Projekte werden bezuschusst und laufen noch bis Mitte d.J. Diese Projekte sollen u.a. zur Qualitätssteigerung der medizinischen wohnortnahen Versorgung im ländlichen Raum und damit zur Reduzierung der Probleme dort beitragen.

Durchgeführt werden die Projekte von ambulanten Pflegediensten und den zuständigen Chefärzten am Ostalb-Klinikum. An diesen Projekten arbeiten mehrere Sozialstationen im Ostalbkreis mit.

 

Es bleibt die Hoffnung, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen und die Senioren im ländlichen Raum zukünftig wieder Zugang zu einem ihnen vertrauten Hausarzt haben.

 

 

 

© Schwäbische Post 27.04.2012 zurück
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