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Vortrag: Wie finde ich das passende homöopathische Arzneimittel?

Eingangs erzählte sie von Dr. Barnard, der weltweit erste Mediziner, der 1967 ein menschliches Herz verpflanzte. Bei einer späteren Transplantation setzte er seinem Patienten ein kerngesundes Spenderherz eines jungen, sportlichen Mannes ein. Der Patient überlebte die Organverpflanzung, starb jedoch ein gutes Jahr später. Nach der Obduktion wurde festgestellt, dass das neu transplantierte Herz in dieser kurzen Zeit genau die gleichen Schäden aufzeigte wie das alte. Es wurde deutlich, dass das neue Herz offenbar genau soviel kompensieren musste, was der restliche Organismus ihm als Mehrarbeit aufgebürdet hatte, wie das alte; beide konnten diese Mehrarbeit nicht leisten.

Nach Dr. Barnard musste die Krankheit somit an einer anderen Stelle sitzen. Das als „krank“ bezeichnete Organ Herz ist somit nur Symptom für eine Erkrankung des ganzen Organismus. Während die Schulmedizin bis heute bemüht ist, einzelne Organe zu therapieren, betrachtet die Naturheilkunde den Menschen als Ganzes und therapiert ganzheitlich.

Dr. Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war als Arzt stets auf der Suche, die Leiden der Menschen dauerhaft zu lindern und zu heilen. Nach Hahnemann lag der Sitz einer Krankheit in einer gestörten Lebenskraft. Diese Lebenskraft hält den ganzen Organismus im harmonischen Gleichgewicht. In der klassisch homöopathischen Behandlung werden Menschen behandelt und keine einzelne Krankheit. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum. Um das richtige Arzneimittel zu finden, erhalten in der Homöopathie allgemeine Symptome (wie z.B. Fieber, Ohrenschmerzen) weniger Aufmerksamkeit, dagegen sind auffallende, außergewöhnliche Symptome (z.B. bestimmte Ängste beim Fieber, plötzlich eintretendes Fieber, ungewöhnliche Auslöser des Fiebers, bestimmte Empfindungen etc.) wertvoll.

Um das richtige Arzneimittel zu finden, ist aus homöopathischer Sicht eine umfassende Anamnese (Patientenbefragung) notwendig, die bei erstmaliger Erhebung meist mehrere Stunden umfassen kann. Ist die „Krankengeschichte“ des Patienten bekannt, bedient man sich im Rahmen einer homöopathischen Behandlung unter anderem der Arzneimittelverzeichnisse, in denen die oben erwähnten außergewöhnlichen Symptome in der Arzneimittelbeschreibung meist enthalten sind. Frau Städtler-Friedmann empfahl für Laien die Homöopathiebücher von Werner Stumpf, die bei der Auswahl homöopathischer Arzneimittel helfen könnten, jedoch keine homöopathische Anamnese und Behandlung ersetzen sollten.

Am Ende des Vortrags lud Frau Barth zur nächsten Veranstaltung „Rund um den weiblichen Zyklus“ – Therapiemöglichkeiten bei Störungen mit Heilpraktikerin Veronika Mathis am 11. Juni 2012 ein. Weitere Informationen finden Sie unter www.homoeopathie-oberkochen.de.

© Schwäbische Post 18.05.2012 zurück
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