Robert Dietrich für Deutschen Engagementpreis 2012 nominiert
Robert Dietrich, 2. Vorsitzender des Stadt-Seniorenrats Aalen und Leiter der Koordinationsgruppe für Senioren-Begleitung ist für den Deutschen Engagementpreis 2012 nominiert. Der Einsatz für das Kooperationsprojekt Senioren-Begleitung von Stadt-Seniorenrat Aalen und dem Amt für Soziales, Jugend und Familie der Stadt Aalen erfährt durch diese Nominierung eine besondere Anerkennung. Robert Dietrich wurde vom 1. Vorsitzenden des Stadt-Seniorenrates Hans Zürn und der Leiterin des Amtes für Soziales, Jugend und Familie Frau Johanna Gärtner und der Bereichsleiterin Frau Ute Fuchs für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen. Dies erfreut nicht nur den Stadt-Seniorenrat, sondern zeigt auch, dass das Thema der Senioren-Begleitung öffentlich wahrgenommen und als preiswürdig eingeschätzt wird. Robert Dietrich bedankt sich für die große Wertschätzung zur Bedeutung des Themas und freut sich über seine Nominierung und dankt allen Unterstützern und insbesondere den ehrenamtlich tätigen Begleiterinnen und Begleitern, ohne die das Projekt nicht lebensfähig wäre!
Der Deutsche Engagementpreis macht freiwilliges Engagement in Deutschland sichtbarer und verhilft ihm zu mehr Anerkennung. Er wird verliehen vom Bündnis für Gemeinnützigkeit, einem Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Generali Zukunftsfonds.
Seit 2009 wird der Deutsche Engagementpreis jährlich in den Kategorien Gemeinnütziger Dritter Sektor, Einzelperson, Wirtschaft sowie Politik & Verwaltung ausgelobt. In diesem Jahr wird mit einer Schwerpunktkategorie das Engagement vor Ort besonders gewürdigt, um dessen Wert und Vorbildcharakter stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Auch im Stadt-Seniorenrat sind zahlreiche Menschen aktiv und leisten mit weiteren Projekten einen wertvollen Beitrag für Aalen.
Die Preisträger bestimmt eine Experten-Jury im September 2012. Den Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreises wählen die Bürgerinnen und Bürger im Oktober unter www.deutscher-engagementpreis.de. Die zehn Finalistinnen und Finalisten für diese Auszeichnung werden von der Jury aus den besten Einreichungen aller Kategorien ernannt. Alle Gewinner des Deutschen Engagementpreises werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Dezember 2012 in Berlin bekanntgegeben.
Skizze des Engagements
Wofür setzen Sie sich ein? Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
Ich setze mich dafür ein, dass die Begleitung hochbetagter, alleinlebender Menschen durch besonders dafür qualifizierte jüngere Menschen dauerhaft durchgeführt werden kann.
Warum engagieren Sie sich?
- Auf Grund persönlicher Erfahrungen mit Begleitungen.
- Wegen der damit verbundenen aktiven Beteiligung am öffentlichen Leben.
- Wegen der Vorteile von Aktivität und sozialen Kontakten auf die eigene Gesundheit.
Was wurde bisher erreicht?
- In sechs Kursen wurden zwischen 2009 und Herbst 2011 68 Personen qualifiziert
- 35 bis 40 der qualifizierten Personen sind aktiv in dauerhaften oder wechselnden Begleitungen engagiert.
- Weitere Personen setzen sich ehrenamtlich organisatorisch für das Projekt ein.
- Das Amt für Soziales, Jugend und Familie der Stadt Aalen beteiligt sich mit hauptamtlichem Arbeitseinsatz an dem Projekt und unterstützt die organisatorisch notwendigen Tätigkeiten.
- Der Gemeinderat der Stadt stellt ein projektbezogenes Budget zur Verfügung, mit dem insbesondere die Referenten für die Kurse, aber auch die Kosten für Gruppentreffen der Begleiter abgedeckt werden können.
- Sparkasse, Volksbank und eine private Stiftung haben Geldbeträge gespendet.
- Das Projekt wurde einmalig mit einem höheren Geldbetrag durch das Landesgesundheitsamt in Stuttgart im Rahmen eines Projektwettbewerbs gefördert.
- Den begleiteten Menschen konnte in ihrer jeweiligen Lebenssituation geholfen und Angehörige konnten entlastet werden.
Wie kommunizieren Sie Ihr Anliegen und Ihre Erfolge?
- An öffentlichen Plätzen werden Faltblätter ausgelegt.
- Kurse werden in den Programmen der Volkshochschule und der Familienbildung ausgeschrieben.
- Kurse werden mit Veranstaltungen beendet, in denen Oberbürgermeister oder Bürgermeister der Stadt Zertifikate überreichen. Darüber berichtet die Presse.
- Eine Lokalzeitung bietet eine Vereinsseite an, auf der der Stadt-Seniorenrat über seine Aktivitäten berichten kann. Häufig gelesene Artikel werden in die Zeitung übernommen.
- Auf der Homepage der Stadt Aalen wird auf die Möglichkeit der Seniorenbegleitung hingewiesen. Ein Kontaktformular ermöglicht die direkte Anfrage von Begleitungen.
- Der Stadt-Seniorenrat richtet z.Zt. eine eigene Homepage ein.
- Die Koordinationsstelle des Seniorenbegleiters steht in Kontakt mit weiteren sozialen und kirchlichen Einrichtungen der Stadt.
Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Projekt?
- Das Anwachsen des Projekts auf die heute bestehende Größenordnung war mit mehrfachen Absprachen zwischen dem Stadt-Seniorenrat und dem Sozialamt verbunden, in denen Regelungen zu Prioritäten und Arbeitsverteilung gefunden werden mussten.
- Es waren Verwaltungshilfen auf EDV-Basis erforderlich, die mit Unterstützung der Stadt geschaffen wurden.
- Es war nötig, einen Jour Fixe für regelmäßige Treffen einzuführen, bei dem neue Anforderungen und Veränderungen besprochen und notwendige Reaktionen geplant werden können.
- Es werden bis zu vier Gruppentreffen pro Jahr durchgeführt, um die Begleiterinnen und Begleiter zu motivieren und ihnen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu geben.
- Die größte Herausforderung besteht darin, die ehrenamtlich tätigen Menschen zusammenzuhalten und sie über längere Zeiträume für ihre Tätigkeit zu motivieren, da in jedem einzelnen Begleitungsfall individuell sehr unterschiedliche Bedingungen angetroffen werden. Entscheidend für den langfristigen Erfolg des Projekts ist der Wille der Kooperationspartner von Stadt und Stadt-Seniorenrat das Projekt zu unterstützen.
Welche Zukunftspläne haben Sie für Ihr Engagement?
- Ich wünsche mir, dass die Verantwortung für das Kooperationsprojekt auf längere Sicht vom Amt für Soziales, Jugend und Familie der Stadt Aalen übernommen wird und dass ehrenamtliche Kräfte aus dem Bereich des Stadt-Seniorenrates zuarbeiten.
- Es wurde bereits festgelegt, dass in den folgenden Jahren ein Qualifizierungskurs pro Jahr stattfinden soll. Damit kann der Bedarf an ausfallenden Begleitern ersetzt werden.
- Qualitative Verbesserungen sind wünschenswert Ich halte sie für möglich. Sie müssen sich jedoch im Rahmen der bestehenden Größenordnung des Projektes und der zur Verfügung stehenden Mittel bewegen.
Welche Vorbildwirkung hat Ihr Engagement? Lässt es sich z.B. auf andere Organisationen übertragen?
- Das Projekt der Senioren-Begleitung in Aalen folgt dem Grundgedanken, ‚Junge Alte‘ für ehrenamtliche Begleitung von ‚hochbetagten Alten‘ zu gewinnen und zu qualifizieren.
- Die ehrenamtliche Begleitung der Hochbetagten hat die menschliche Aufgabe Zeit mitzubringen, da zu sein und Ansprechpartner zu sein. Dies kann in Form von Gesprächen, Spaziergängen, Besuchsbegleitung usw. erfolgen. Ausgeschlossen sind pflegerische oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten.
- Auf Grund dieser Definitionen konkurriert das Projekt nicht mit Pflegediensten, Nachbarschaftshilfe, Wohnberatung, medizinischen Diensten und anderen Diensten.
- Das Engagement kann deshalb nur dort Vorbildwirkung entfalten, wo die Begleitung im Vordergrund steht. Mit dieser Intention ist es jedoch übertragbar.
- Der Stadt-Seniorenrat Aalen hat den Kreis-Seniorenrat Ostalb und die Stadt-Seniorenräte der umliegenden größeren Städte über das Projekt informiert. In Schwäbisch Gmünd wurde inzwischen ein ähnliches Projekt eingeführt.
- Das Projekt wurde bei mehreren Veranstaltungen des Landes-Gesundheitsamtes in Stuttgart anderen Teilnehmern aus Baden-Württemberg und anderen Bundesländern vorgestellt.
- Vorbildwirkung haben auch der persönliche Einsatz der Koordinatoren und die organisatorischen Lösungen und Vorgehensweisen, die entwickelt wurden, die andere Menschen ermutigen können, sich ehrenamtlich in der Gesellschaft zu engagieren.
- Vorbildwirkung haben die praktischen Ergebnisse des Engagements, die konkrete Hilfen mit sich bringen und die das Gemeinschaftsgefühl der beteiligten und betroffenen Menschen stärkt.














