B 29: „In Stuttgart Rabatz machen!“

Leserzuschrift

Zum Leserbrief von Hannelore Schnierer vom 15. Dezember:
Ich frage mich seit geraumer Zeit, wer für die Untätigkeit in puncto unserer „Ostalb-Straßen“ verantwortlich ist. War es die Vorgänger-Regierung oder ist es die aktuelle Landesregierung? Diese will bekanntlich lieber Radwege ausbauen als Straßen. Oder liegt es an unterschiedlichen Rechtsgrundlagen zwischen Bayern und Baden-Württemberg, dass diese nicht so lange in der Umsetzung ihrer Straßenbauprojekte brauchen? Wie auch immer – es entsteht beim Bürger der Eindruck, dass unsere Abgeordneten und Kreispolitiker sich lieber auf Firmenjubilarfeiern und Zweitligaspielen präsentieren wollen als in Stuttgart und Berlin greifbare Aussagen zur völlig überlasteten Bundesstraße B29 zu bekommen.
In Bayern hat man in den letzten acht Jahren die B85 (Oberpfalz) als vierspurige Bundesstraße mit vielen Brückbauwerken ausgebaut und für Orte mit fünf Misthäufen und einem Kirchlein eine Ortsumfahrung geschaffen – mit Mitteln aus europäischen Fördertöpfen. Gibt’s diese nur für Bayern oder wissen unsere Abgeordneten nur nichts davon? Warum reist Herr Pavel nicht mit den betroffenen Bürgermeistern entlang der B29 nach Stuttgart und macht mal ordentlich Rabatz?
Viele freuen sich auf die Eröffnung des tollen Gmünder Tunnels im Herbst 2013. Ich nicht. Denn dann saufen die Anliegergemeinden zwischen Böbingen und Nördlingen im Verkehr vollends ab. So was nennt man „Flaschenhalsprinzip“. Der Infarkt kündigt sich bereits heute an – und unsere Politiker schreiben lieber Briefchen anstatt zu handeln.
Elmar Roth, Mögglingen
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Kommentare
Denke Selbst

21.12.2012 | 18:43 Uhr

B 29: „In Stuttgart Rabatz machen!“

Ich erinnere mich noch an eine Zeitungsnotiz, als seinerzeit die Ortsumfahrung Schorndorf freigegeben wurde, dass ein "Lokal"politiker ( ich habe leider den Namen vergessen ) lauthals jubelnd feststellte: Prima, jetzt kommen wir ja gaaaanz schnell nach Stuttgart!

Er hat wohl in seinem "Lokal"kolorit übersehen, dass der Verkehr dann ebenso schnell nach Gmünd und demnächst nach Eröffnung des Gmünder Tunnels auch ganz schnell einen Ort weiter kommt.

Und wer erinnert sich, wie viele "erste Spatenstiche" es für den Gmünder Tunnel gab? Die Zahl ist ganz einfach zu merken: Da diese Spatenstiche immer VOR Wahlen waren, braucht man nur die Zahl der Land- und der Bundestagswahlen zusammenzuzählen.

Aber so sind sie halt, unsere Politiker, am Stammtisch oder auf der Bühne ( auf dem Gmünder Marktplatz zB ) werden hehre Worte deklamiert, soll es zum Schwur kommen, verschwinden sie leise pfeifend in der Menge oder es war der politische Kontrahent schuld!

Aber wer wählt sie denn, diese unsere Politiker? Das sind doch wir, die Wähler! Und wer kriegt immer glänzende Augen, wenn der Kandidat goldene Zeiten verspricht, wenn man doch hoffentlich das Kreuzchen hinter seinem Namen mache? Das sind doch wir, die Wähler!

Also gehen wir, die Wähler, doch bei der nächsten Wahlversammlung hin und legen dem Kandidat ein Papier vor mit unseren Wünschen, zB Bau der Ortsumfahrung Mögglingen begonnen bis spätestens ein Jahr nach der Wahl, Ort, Datum, Unterschrift, dazu die Unterschriften von einigen Anwesenden als Zeugen. Eine Randbedingung darf allerdings oberhalb der Unterschrift nicht fehlen: Wenn das Erwünschte nicht eintreten sollte, verzichtet der Kandidat auf jede weitere Kandidatur oder ersatzweise zahlt er pro 10 durch den Ort fahrende Lkw 1/10 Cent in die Gemeindekasse!

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