Hier schreibt der Schwäbische Albverein OG Aalen

Auf dem Aalener Panoramaweg

Eine schöne Gruppe fand sich am Waldfriedhof, um am Muttertag mit dem Albverein ein Teilstück des Aalener Panoramawegs zu erkunden. Mit von der Partie war Josef Hegele vom Bund für Heimatpflege in Wasseralfingen. Er begleitete die Gruppe bis zum Spiesel und informierte über Geschichte und Geschichten auf dem Weg.
Die wechselvolle Geschichte des Weidenfelds war selbst vielen Aalenern nicht bekannt. Der Ortsteil Westheim, die nächste Station auf dem Panoramaweg, ist eng verbunden mit dem Aufkommen der Industrialisierung und vor allem den Schwäbischen Hüttenwerken. Das parkähnliche Gelände war für das Personal der Hüttenwerke bestimmt.
Dieser älteste Industriebetrieb Deutschlands wurde zunächst im benachbarten Königsbronn gegründet. Durch die Zersplitterung des Reiches und die damit verbundenen Zollschranken war die Produktion sehr kostenintensiv. Da bot es sich an, den Betrieb zusammenzufassen, zumal am Standort Wasseralfingen alle benötigten Rohstoffe für eine Verhüttung vorhanden waren.
Dass unterhalb des heutigen Alfing-Geländes früher einmal ein beliebtes Schwefelbad war, wissen wohl nur noch wenige. Die heißen Schlacken aus dem Verhüttungsprozess wurden mit Wasser gewaschen und so der Schwefel ausgewaschen. „Sogar aus Stuttgart kamen Leute, um ein Schwefelbad zu nehmen!“ erzählte Hegele. Auch die Schlacken wurden wieder verwertet und zu den sog. Dopfersteinen weiter verarbeitet. Viele Wasseralfinger und Aalener Gebäude sind aus diesem haltbaren und gut isolierenden Material gebaut.
Oberhalb des Spieselbads ging Hegele noch auf die jüngste Geschichte ein. Er zeigte, wo früher Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene gelebt und gearbeitet hatten. Durch die vielen Stollen, die den Berg an der Stelle durchziehen, kam es immer wieder zu Stolleneinbrüchen. Deshalb wurde auch die Kleingartenanlage umgesiedelt..
Anschließend verließ die Wandergruppe den gut markierten Panoramaweg mit seinen über-raschenden und lohnenden Ausblicken. Nach einem steilen Aufstieg zur Erzgrube und einer Stärkung dort führte der Weg durch das Hirschbachtal zurück zum Ausgangspunkt.
Das nächste Teilstück des Panoramawegs erwandert der Albverein am 20. August. Dann geht es vom Stadtteil Röthardt bis zum Kocherursprung in Unterkochen.
Weitere Informationen unter www. Aalen.albverein.eu. Das Programmheft mit dem Jahresprogramm liegt aus im Touristikservice und in der Stadtbücherei.

© Schwäbischer Albverein OG Aalen 16.05.2017 16:55
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