Hier schreibt die Kolpingsfamilie Aalen

Dr. Inge Grässle bei der Kolpingsfamilie: EU muss sich 2015 auf ihre Wurzeln zurück besinnen Politscher Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie Aalen

„Die EU muss sich 2015 wieder auf ihre Wurzeln zurück besinnen: Frieden in Europa, Menschenrechte und gemeinsamer Kampf gegen Völkermord. Wir werden enger zusammenarbeiten müssen in der Außenpolitik und unsere Chancen besser ergreifen müssen“, so die Europaabgeordnete Dr Inge Grässle beim traditionellen politischen Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie Aalen. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Aalen, Martin Joklitschke, konnte zahlreiche Besucher mit dem Zitat von Kurt Tucholsky „Europa ist ein großes Haus“ begrüßen.

„2014 hat uns in mehrfacher Hinsicht einen Schock versetzt: Es hat mit der Ukrainekrise den Krieg nach Europa zurückgebracht – und den kalten Krieg“, begann Grässle ihre Ausführungen. Sie beleuchte die Situation aus Sicht der EU und das Verhalten gegenüber Russland. „Die NATO ist wieder auferstanden zum Schutz der Ostgrenze der EU, die Bestandsverpflichtung macht uns zum Kriegspartner, falls Russland weiter macht“

Sie befasste sich auch mit dem immer größer werdenden Flüchtlingsproblem. „Wir haben zur Zeit die höchsten Flüchtlingszahlen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die Welt ist nochmals kleiner geworden und enger zusammengerückt. Allein im September hatten wir 19.000 Asylanträge, 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Glauben wir nicht, dass wir uns noch irgendwo raushalten können“.

Breiten Raum in ihren Ausführungen nahmen die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) ein. Durch Falschinformationen werde dieses geplante Abkommen zum Angelpunkt eines Antiamerikanismus. „Ich rede keiner blinden Freundschaft das Wort – aber einem fairen Umgang mit einem für uns überlebenswichtigen Partner und Freund“, bekräftigte sie ihren Standpunkt. Ausführlich behandelte sie die Inhalte des geplanten Abkommens. Anhand von Beispielen zeigte sie aber auch die Unterschiede in einzelnen Produkten auf, die nur darauf gerichtet sind, die Produkte zu verteuern. Auch würden, wie immer wieder behauptet wird, die Verhandlungen nicht geheim geführt, das Mandat ist öffentlich und mehr als 100 Parlamente müssten zustimmen.

Kritisch betrachtete Grässle, „dass nicht alle Mitglieder sich an die Beschlüsse der EU halten“. Die Durchsetzung des Europäischen Rechts hält sie für ganz wichtig. „Es besteht die Gefahr, dass die Europäische Union auseinander fällt, wenn nicht alle Mitgliedsstatten die Beschlüsse einhalten“.

Zum Schluss ihrer Ausführungen richtet sie einen dringenden Appell: „Wer mit Terror sympathisiert, gehört hinter Schloss und Riegel. Unsere heutigen Gesetze reichen dazu nicht aus. Wir werden um eine Verschärfung nicht herumkommen. Passentzug, gute Worte oder Fußfesseln reichen nicht. Wir müssen besonnen und ruhig bleiben, aber auch standhaft“.

Eine rege Diskussion schloss sich an die Ausführungen von Dr. Grässle an.

© Kolpingsfamilie Aalen 24.11.2014 10:56
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