Hier schreibt die Marinekameradschaft Aalen u.U.

Marinekameradschaft Aalen mit Nordkurs an die Ostsee

  • "Unser Sstützpunkt" vom Strand aus gesehen
  • Das Marineehrenmal mit dem technischen Denkmal (U995)
  • Vor der Kranzniederlegung


Der 10. Jahresausflug an die See führte unseren Verein mit Gästen vom 04.-08. September an die Nordost- und Sonnenseite der Kieler Förde in den Badeort Laboe. Unser Stützpunkt war das marinebundeigene „Admiral-Scheer-Haus“ mit der angeschlossenen Gaststätte „Heimathafen“ direkt unterhalb des Marineehrenmals gelegen. Das gute Servicepaket und das hervorragende Wetter garantierten gute Stimmung und beste Voraussetzungen für die einzelnen Tagesmaßnahmen. Der ein- und auslaufende Schiffsverkehr (Kreuzfahrer , Fähren, Containerschiffe, Segler, Kriegsschiffe wie die neue Fregatte F125 „Baden- Württemberg“) auf der Förde ließ immer wieder die Blicke schweifen und manch „Altgedienter“ sinnierte“: „Lang, lang isch her“.
Der Montag begann mit einer Gedenkmaßnahme im Marineehrenmal. In der Gedenkhalle erfolgte eine Kranzniederlegung . Die Worte des Gedenkens sprach der 1.Vorsitzende. Dabei wurde der Marinesoldaten und Seeleute gedacht, die in beiden Weltkriegen ihr Leben ließen; wir gedachten unserer leider zu früh verstorbenen Kameraden unseres Vereins, die uns Jüngeren immer wieder erzählten, wie sie hautnah erlebten, in Gefechten auf See Kameraden sterben zu sehen. Wir gedachten weiter der Seeleute aller Nationen, die durch maritimen Terror und moderne Piraterie sowie der Soldaten , die in Auslandseinsetzen für Deutschland ihr Leben ließen. Die Gedenkmaßnehme endete mit dem Abspielen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden…“ . Das Front-U.Boot der Kriegsmarine ist immer wieder eine Besichtigung wert. Der Nachmittag wurde durch eine Hafenrundfahrt , einen Besuch des Schifffahrtsmuseums und der Kieler Innenstadt gefüllt.
Am Dienstag steuerten wir nach Eckernförde in den Marinestützpunkt zu den Minentauchern. Der Verantwortliche informierte über die äußerst physisch und psychisch anspruchsvolle sowie gefährliche Tätigkeit dieser Soldaten im Interesse einer weitestgehend sicheren Schifffahrt im heute durch maritimen Terror unsicheren Frieden sowie im Krieg. Anschließend luden uns die vielen Fischlokalitäten im Hafen mit einer reichen Auswahl an Fischgerichten ein. Zurückgekehrt zu unserem Stützpunkt war immer noch Zeit zu einem Bummel entlang der Strandpromenade in Laboe , der uns dann schon wieder hungrig und durstig machte.
Am Mittwoch steuerten wir die Südwestküste des Schleihaffs an und begaben uns auf historische Spuren. Zu den Seegermanen gehörten neben den Angeln, Sachsen auch die Wikinger mit ihren Seekönigen. Schon im Wikingerzeitalter, 775-987, wurden an unseren Küsten Flottenstützpunkte angelegt, die als Heimathäfen und Reparaturstützpunkten für die Flotten der nordischen Staaten dienten. Im Kampf gegen die Franken (Karl d. Große) und die römischen Priester spielte eine lange Zeit unbekannter Flottenstützpunkt eine überragende Rolle. Es ist „Haithabu“ (Heidedorf) gegenüber dem heutigen Schleswig am Haddebyer Nor im inneren Schleihaff gelegen. Von diesem Stützpunkt aus wurde auch der nördliche Seeverkehr geschützt und war Ausgangspunkt für die großen Eroberungs- und Entdeckungsfahrten . Von hier aus ging es auch über die angelsächsischen Inseln, Island ,Südgrönland bis zur Ostküste des heutigen nordamerikanischen Kontinents und das ca. 700 Jahre vor Kolumbus! Vom Parkplatz aus führte uns der Weg zu dieser ehemaligen Haithabusiedlung und dem zu erahnenden Stützpunkt. Das neu errichtete Museum hat einen hohen Informationswert. Vorbei am großen Ringwall führt der Weg zum ehemaligen „Hafen“, an dem einige nachgestellte Gebäude errichtet worden, die etwas über die Lebensbedingungen der Wikinger in der damaligen Zeit aussagen. Die gesamte Anlage hat den Status Weltkulturerbe und die Besichtigung war insgesamt ein großes Erlebnis. Auf der Rückfahrt nach Laboe besuchten wir noch den Schleusenkomplex Holtenau des Nord-Ostseekanals. Diese Anlage gleicht Wasserstandsveränderungen, hervorgerufen durch starke, anhaltende westliche bzw. nördliche Winde. aus.
Am Donnerstag hatte uns die Autobahn A7 wieder und wir kamen staufrei !! nach elfstündiger Fahrt wieder in Aalen an. Den Trip hat unser Kamerad Hans Behringer bestens organisiert und die guten Eindrücke werden lange anhalten . M.B.- Bilder privat.

© Marinekameradschaft Aalen u.U. 14.09.2016 14:15
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