Hier schreibt der Verein für Homöopathie und Naturheilweise Oberkochen

Vortrag von Herrn Schirm und Frau Saulich zum Thema „Osteopathie - vom Säugling- bis zum Kindesalter“

Heilpraktiker Thomas Schirm und seine Kollegin Frau Saulich referierten im Bürgersaal eindrucksvoll über die osteopathische Behandlung bei Säuglingen und Kleinkindern. Hierbei handelt es sich um eine ganzheitliche Methode, durch die Funktionsstörungen im Körper behandelt werden können. Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden angeregt und nicht die Symptome, sondern die Ursachen dafür behandelt, da der Organismus als untrennbare Einheit zu sehen ist.

Der Begriff Osteopathie stammt aus dem Griechischen. Osteon steht für Knochen und Pathos für Leiden, also Knochenleiden. Der Begründer der Osteopathie Dr. Still aus USA stellte fest, dass viele Erkrankungen ihre Ursache in Störungen im Bewegungsapparat haben. Er erkannte außerdem, dass nicht nur Knochen, sondern das Verbindunggewebe zwischen Organen, Muskeln, Bändern und Sehnen den Bewegungsfluss im Körper beeinträchtigen, die Beweglichkeit einschränken und für Funktionsstörungen sorgen können.

Die Osteopathie macht keine Altersunterschiede, optimal beginnt die Behandlung schon bei Neugeborenen und Säuglingen oder Kindern. Denn in keiner anderen Lebensphase wirken sich innere und äußere Einflüsse so entscheidend aus wie im Zeitrahmen der Geburt bis zur Pubertät. In keiner anderen Phase macht der Körper so große Veränderungen durch.

Die Osteopathie baut auf den schulmedizinischen Fächern Anatomie und Physiologie auf. Ohne fundiertes Fachwissen wird es keine gute Osteopathie geben. Herr Schirm beschrieb dies an einem Beispiel: Häufig werden bei der Geburt durch die Enge des Geburtskanales oder Zuhilfenahme von Saugglocke oder Zange die oberen Kopfgelenke komprimiert. Dies sind die einzigen Gelenke, welche bei einem Säugling schon ausgebildet sind. Dadurch kann es zu Spannungen im Halswirbelsäulenbereich kommen. Dies schränkt unter Umständen die Rotationsbewegung des Kopfes ein, das Kind hat einen Schiefhals oder auch eine Schädeldeformität.

Dadurch können auch Nerven komprimiert werden, welche innere Organe versorgen (zum Beispiel den Magen- Darm-Trakt) oder für die Saugmotorik verantwortlich sind. So entstehen häufig Dreimonatskoliken oder eine Saugschwäche – da man oftmals die genaue Ursache nicht kennt, spricht man dann einfach von einem Schreikind. Diese Problematiken führen dann in der Folge häufig zu Ein- und Durchschlafproblemen.

In allen Ländern der EU - außer in Deutschland - ist es üblich, dass bei jeder Vorsorgeuntersuchung U2 ein Osteopath dabei ist, um beurteilen zu können, ob das Kind eine Behandlung benötigt.

Da die Kinder jahrelang versuchen, diese nicht behandelte Kompression des oberen Kopfgelenkes auszugleichen, kann bei älteren Kindern eine Beinlängendifferenz entstehen. Die Beine sind in diesen Fällen nicht unterschiedlich lang; sie scheinen nur so zu sein. Wurde der Bewegungsapparat durch eine osteopathische Behandlung wieder ins Gleichgewicht gebracht, ist damit meist die Beinlängendifferenz ausgeglichen.

Weitere Folgen eines nicht gelösten Geburtstraumas können sein, dass Babys und Kinder einen ständigen Bewegungsdrang haben; sie beginnen früh zu laufen und zu krabbeln. Für sie ist es fast unmöglich, ruhig zu sein. Als Spätfolgen können sich diese Kinder häufig nicht konzentrieren. Sie sind es gewohnt, ständig in Bewegung zu sein. Darüber hinaus ist das Immunsystem erschöpft und es treten häufige Infekte auf.

Der Vortrag schloss mit der Beschreibung möglicher Spätfolgen: Mit dem 7. Lebensjahr sind die Schädelknochen voll entwickelt, die Spannungsmuster können nicht ausgeglichen werden und es entstehen Kopfschmerzen. Weitere körperliche Probleme, wie Rückenschmerzen oder Asymmetrien der Gesichtsknochen oder Unregelmäßigkeiten in der Entwicklung des Gebisses sind die Folge.

Herzlichen Dank auf diesem Wege an das Praxisteam für diesen interessanten Abend mit vielen wertvollen Informationen, die letztendlich für alle Altersklassen Bedeutung haben.

Zu unserem nächsten Vortrag am 03.11.2014 im Schillerhaus zum Thema „Trauer braucht Raum, Zeit und Ausdruck und ist der Preis der Liebe“ mit Brigitte Werner laden wir jetzt schon herzlich ein.

Weitere Informationen rund um unseren Verein finden Sie auf unserer Internetseite
www.homoeopathie-oberkochen.de.

Dort erhalten Sie auch Informationen zu einer Mitgliedschaft in unserem Verein (20 Euro pro Jahr). Über Ihre Unterstützung würden wir uns freuen.

Neue Mitglieder sind uns herzlich willkommen!

© Verein für Homöopathie und Naturheilweise Oberkochen 12.10.2014 18:52
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