Hier schreibt der AWO-Ortsverein Aalen

Wunderschöner Ausflug nach Nördlingen

  • Rundweg auf der Stadtmauer, im Hintergrund Kirchturm Daniel
  • Mehrstöckiges, eckiges Fachwerkhaus
  • Portal zeigt Herrenmode des Mittelalters

Mit Sorge studierte Ute Hommel, Organisatorin des AWO-Ausflugs nach Nördlingen die Wettervorhersage. Würde es wieder so heiß werden wie an den vergangenen Tagen und Wochen? Doch die Sorge war unbegründet: Bei perfektem Ausflugswetter machte sich die AWO-Gruppe auf den Weg in die ehemalige Freie Reichsstadt. Der Bus beförderte sie direkt in die Altstadt an das Wahrzeichen der Stadt, den „Daniel“ genannten Kirchturm der St. Georgskirche. Warum der Turm diesen Spitznamen trägt, erfuhren sie später bei der Stadtführung.
Zunächst ging es in die Kirche zu einem außergewöhnlichen Orgelkonzert. Der erst 19-jährige Musiker Acar Kraut brachte sowohl eigene Kompositionen als auch Werke von Bach und anderen zu Gehör und wagte sich auch an moderne Musikstücke wie Filmmusik zu „Interstellar“ und „Transformers“. Die ungewöhnliche Darbietung wurde mit großem Applaus belohnt.
Die Geschichte der gotischen Kirche erläuterte später die Stadtführerin. In nur 80 Jahren wurde sie als „Bürgerkirche“ von den wohlhabenden Bürgern der Stadt gebaut. Den Namen Daniel erhielt der Turm, weil er höher ist als alle umgebenden Kirchtürme in der Region und sich damit, wie der biblische Daniel, über alle anderen erhob.
Der Reichtum der Stadt, die im Mittelalter nach Frankfurt die bedeutendste Messestadt im süddeutschen Raum war, zeigt sich auch an den reich geschmückten Fachwerkhäusern und den vielen mehrstöckigen Gebäuden, die sich um die Marktplätze der Stadt gruppieren. Die „Nördlinger Mess“ zog Kaufleute auch aus Venedig, Flandern und Genua an. Der 30-jährige Krieg brachte auch für Nördlingen eine große Zäsur. Die Stadt verlor zwei Drittel ihrer Einwohner durch Kriegsfolgen und Pest und brauchte 300 Jahre, um sich von diesem Aderlass zu erholen.
Die vollständig erhaltene Stadtmauer verdankt die Stadt der Weitsicht der Stadtoberen. Als im Mittelalter die ursprüngliche Stadtbefestigung die zugezogenen Handwerker nicht mehr aufnehmen konnte, erweiterte der Rat die Stadt, indem er die Stadttore um etwa 200 Meter nach außen verlegte und die neue Stadtmauer ringförmig um die alte baute.
Viele historische Gebäude sind Zeugen der wechselvollen Geschichte der Stadt In einem davon, einem in der Stadtmauer gelegenen Café, stärkten sich die begeisterten Besucher vom Stadtrundgang und für die Heimfahrt.

© AWO-Ortsverein Aalen 13.08.2018 22:39
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