Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Anspruch und Wirklichkeit haben diesmal gepasst

  • Nationalspieler Timo Hehl (Bildmitte) legte mit überragenden 658 Kegeln im Schlüsselduell gegen Straubings Topscorer Marcus Gerdau (640 Kegel) den Grundstock zum 8 : 0 Auswärtserfolg

Kegeln, 1. Bundesliga Männer: Famoser Auftritt - Schwabsberg mit 8 : 0 in Straubing erfolgreich

Nach dem doch sehr mäßigen Auftritt zuhause gegen Lorsch zeigten Schwabsbergs Kegler in Straubing, dass sie es auch deutlich besser können. Der glatte 8 : 0 Auswärtserfolg gegen die Niederbayern entsprang einer insgesamt famosen Mannschaftsleistung (3829 : 3624 Kegel). Dabei hatte man zunächst nicht einmal mit den Straubingern zu kämpfen, sondern mit einem Wassereinbruch. Beides bekam man aber in den Griff und so glückte am Ende nicht nur der erhoffte Auswärtserfolg, sondern auch ein Lebenszeichen an die unmittelbare Konkurrenz.

Chefkoch Reiner Buschow und sein Team verwöhnten die wenigen mitgereisten Fans mit anspruchsvoller Kegelkost. Dank einer durch und durch geschlossenen Mannschaftleistung, die erzielten Einzelergebnisse lagen zwischen 622 und 660 Kegeln, bot Schwabsberg in Straubing keinerlei Angriffspunkte. Für die Gastgeber doppelt schmerzhaft, denn angesichts der famosen Leistung der Ostwürttemberger, war der Ausfall der beiden Spitzenkegler Radek Hejhal und Jens Weinmann natürlich nicht zu übersehen.
Überragend in der Schwabsberger Startpaarung diesmal Timo Hehl mit 658 Kegeln. Spielerisch sicherlich eine der besten Saisonleistungen des kleinen Schwabsbergers. Ein Ergebnis, das allein schon dadurch an Wert gewinnt, weil es gegen einen der besten Kegler Deutschlands überhaupt, den Straubinger, Marcus Gerdau (640 Kegel), erzielt wurde. Mit dem lieferte sich Hehl ein hochklassiges Duell, das sprichwörtlich auf des Messers Schneide stand. Es scheint, dass der Schwabsberger mit Blick auf die Mannschaftsweltmeisterschaft in Dettenheim, gerade zur rechten Zeit so richtig Fahrt aufnimmt. Den Vogel in der Partie schoss jedoch sein Teamkollege Mathias Dirnberger ab. Mit überragenden 660 Kegeln erzielte der den Tagesbestwert in der Partie. Unterm Strich diesmal ein grundsolider Auftritt der Schwabsberger Mannschaft, dem es auch an spielerischen Glanzpunkten nicht mangelte. Leistung und Einstellung stimmten und so durfte Schwabsberg völlig verdient zwei wichtige Punkte mit auf die Ostalb nehmen.

Die anregende Vorspeise
Gleich zum Auftakt bot das Match ein keglerisches Schmankerl: das erstklassige Duell zwischen Timo Hehl und Straubings Topscorer Marcus Gerdau. Hochspannend, mit tollen Würfen und beiderseits herausragenden Leistungen. Die Sätze der Reihe nach (Hehl) 159 : 158 (Gerdau), 168 : 165, 162 : 156 und 169 : 161.
Dank seines mit 249 : 230 Kegeln besseren Räumspiels punktete der Schwabsberger jeweils knapp und konnte so alle vier Sätze zu seinen Gunsten entscheiden. Mit 658 : 640 Kegeln erzielten beide Kontrahenten ein wirklich überragende Wurfausbeute.
Gegen einen in Weltklassemanier auftrumpfenden Reiner Buschow musste Straubings Macher Rupert Atzberger zunächst passen (169 : 149 Kegel). Dann allerdings machte er dem Schwabsberger Kapitän das Leben nicht gerade einfach. Nur knapp konnte der die Folgesätze jeweils zu seinen Gunsten entscheiden.
Leider misslang dem Straubinger sein letzter Durchgang ins Räumen, so dass dieses Match am Ende, mit hervorragenden 628 : 573 Kegeln und 4 : 0 Gewinnsätzen, Ergebnismäßig doch noch eine deutliche Angelegenheit für den Schwabsberger wurde.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
0 : 2 Mannschaftspunkte bei 1213 : 1286 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Das gehaltvolle Hauptgericht
Wie es geendet hatte, so führte „Matze“ Dirnberger das Match ansatzlos fort. Weltklasse seine erste Bahn mit 175 (105/70) Kegeln. Wer zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte, das war’s, wurde eines Besseren belehrt. Nach sehr verhaltenem Beginn steigerte sich der Straubinger Hans-Jürgen Völtl auf der zweiten Bahn, beginnend ins Räumen mit vier Handneunern in Folge, gewaltig. Mit 169 : 151 Kegeln stellte er den vorübergehenden Gleichstand her. Schwabsbergs Nationalspieler ließ sich dadurch jedoch nicht beirren. Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks zog er sein Spiel durch und legte weltklassereife 334 Kegel nach. Weltklasse auch sein Gesamtergebnis mit 660 : 579 Kegeln und 3 : 1 Gewinnsätzen. Ein sicherer Punkt für die Kegler von der Ostalb.
Beeindruckend auch der Start von Jürgen Pointinger, der mit einer 169’iger Bahn eröffnete. Sein Kontrahent, der Straubinger Armin Hoffmann verschaffte sich, zunächst in die Defensive gedrängt, aber anschließend mit überragenden 171 Kegeln wieder Luft. Trotz Gewinn des Schlusssatzes musste er sich aber dem lang aufgeschossenen Schwabsberger beugen, der ihn im dritten Spielabschnitt ausgekontert hatte. Bei Satzgleichstand ging auch dieses Spiel an die Ostwürttemberger, weil Nationalmannschaftskandidat Pointinger am Ende mit hervorragenden 627 : 611 das bessere Gesamtergebnis vorzuweisen hatte.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
0: 4 Mannschaftspunkte bei 2403 : 2573 Kegeln für den KC Schwabsberg

Leckereien zum Dessert
Eng ging es auch in den Duellen zwischen Straubings Tschechenduo mit Michal Jirous und Jan Bina und den beiden Schwabsbergern Philipp Vsetecka und Manuel Lallinger zu. Mit den Akteuren erlebten und durchlitten die Zuschauer ein hochspannendes Schlussdrittel das mit Kegelhighlights geradezu gespickt war. Da gab es Einzelleistungen auf Weltklasseniveau, hauchdünne Satzgewinne und sogar ein seltenes ein Remis zu bestaunen. Die Nase hatten am Ende beide Schwabsberg vorn. Philipp Vsetecka setzte sich mit 2,5 : 1,5 Satzpunkten und hervorragenden 634 : 615 Kegeln durch. Ein deutlich besseres Resultat verspielte die Schwabsberger Nr. 1 auf der dritten Bahn, wo ihm absolut nichts gelingen wollte und die er schließlich mit unbefriedigenden 147 Kegeln abschloss.
Auch Manuel Lallinger machte seinen Punkt gegen den Straubinger Jan Bina, dank seines mit 622 : 606 Kegeln besseren Gesamtergebnisses. Nach Gewinnsätzen endete diese Partie ausgeglichen 2 : 2.
Endstand: 0 : 8 Gesamtpunkte bei 3624 : 3829 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Nach der Pleite gegen Lorsch hat die Mannschaft heute die richtige Antwort gegeben. Wir haben zwar den einen oder anderen Kegel liegen lassen, aber insgesamt hat die Einstellung gestimmt. Allein den eingeschlagenen Weg müssen wir jetzt in den letzten drei Spielen konsequent zu Ende gehen.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 15. Spieltag

Victoria Bamberg vs. TSV Breitengüßbach 7 : 1
Rot-Weiß Zerbst vs. Nibelungen Lorsch 7 : 1
AD Straubing vs. KC Schwabsberg 0 : 8
KRC Kipfenberg vs. SKC Staffelstein 2 : 6
ESV Lok Rudolstadt vs. FSV Erlangen Bruck 4 : 4

(1.)
SKV Rot-Weiß Zerbst 1999 15 15 0 0 100.5 30 : 0
(2.)
SKC Victoria Bamberg 15 11 0 4 84 22 : 8
(3.)
KC Schwabsberg 15 10 1 4 78 21 : 9
(4.)
SKC Staffelstein 15 9 1 5 70 19 : 11
(5.)
KRC Kipfenberg 15 8 0 7 55.5 16 : 14
(6.)
SKC Nibelungen Lorsch 15 7 1 7 66 15 : 15
(7.)
Aufwärts Donauperle Straubing 15 6 0 9 48 12 : 18
(8.)
TSV Breitengüßbach 15 4 1 10 39 9 : 21
(9.)
ESV Lok Rudolstadt (N) 15 1 1 13 30 3 : 27
(10.)
FSV Erlangen Bruck (N) 15 1 1 13 29 3 : 27

Aufw. Donauperle Straubing 0 : 8 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Marcus Gerdau 640 0 1,0 4 658 Timo Hehl
Rupert Atzberger 573 0 1,0 4 628 Reiner Buschow
Hans-Jürgen Völtl 579 1 1,0 3 660 Mathias Dirnberger
Armin Hoffmann 611 2 1,0 2 627 Jürgen Pointinger
Michal Jirous 615 1,5 1,0 2,5 634 Philipp Vsetecka
Jan Bina 606 2 1,0 2 622 Manuel Lallinger
3624 6,5 2,0 17,5 3829

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 07.03.2017 18:47
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