Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Ein Spitzenspiel das hielt was es versprach

  • Im Spitzenspiel der 1. Kegler-Bundesliga zwischen Tabellenführer SKV RW Zerbst 1999 und Verfolger KC Schwabsberg ging es voll zur Sache. Die hochklassige Begegnung zog die Zuschauer in ihren Bann. Im Bild (v.l.n.r.): Axel Schondelmaier (Zerbst), Mathias Dirnberger, Mathias Weber (Zerbst), Philipp Vsetecka.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer: Schwabsberg unterliegt trotz beeindruckender Leistung in Zerbst

So mancher Zuschauer in der Zerbster Kegelarena dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben ob der Leistungen die im Spitzenspiel beiderseits geboten wurden. Von den Rot-Weißen war man das ja hinreichend gewohnt, dass aber auch eine Gästemannschaft so fulminant dagegenhält, das war bislang neu. Verlierer Schwabsberg mag sich am Ende dieser mitreißenden Partie gefragt haben, was man eigentlich noch tun muss, um diese Übermannschaft zu schlagen. Die Sachsen-Anhaltiner machten mit dem eminent wichtigen 6,5 : 1,5 Erfolg (3872 : 3760 Kegel) über den Verfolger Schwabsberg einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft.

Schwabsberg hat in Zerbst beinahe alles richtig gemacht. Schwachstellenanalyse und Taktik haben auch dieses Mal nahezu optimal gepasst. Gehapert hat es lediglich an dem Umstand, dass man anders als im Pokalfinale aus den wenigen schwächeren Phasen der Hausherren keinerlei Kapital schlagen konnte. Die Chancen auf ein 5 : 3 heranzukommen oder im günstigsten Fall, trotz eindeutiger Lufthoheit der Zerbster, sogar ein Remis zu erzielen, waren durchaus vorhanden. In den spielentscheidenden Momenten erwiesen sich die Rot-Weißen aber als abgeklärter und punkteten so die Gäste aus. Lediglich ein Mal gelang es Timo Hehl gegen Uros Stocklas, ein solch mitreisendes Match mit 172 (109/63/0) : 171 (109/62/0) für sich zu entscheiden. Das war zu wenig. Warum Zerbst am Ende völlig verdient gewonnen hat, wird bei einer Betrachtung der gewonnenen Einzelsätze deutlich. Da lautete das Verhältnis 16,5 : 7,5.
Schwabsberg muss trotz Punktverlust den Kopf nicht hängen lassen. Die Ostwürttemberger wurden für ihre exzellente Mannschaftsleistung zwar nicht belohnt. Auf der Ostalb weiß man dennoch sehr genau wo man steht, und dass man mit diesem Ergebnis vermutlich kaum eine andere Mannschaft, außer eben gegen Zerbst, verloren hätte. „So gut“, so der O-Ton von Zerbst‘s Macher Lothar Müller, „hat hier noch niemand gespielt und das will wirklich etwas heißen.“
Tagesbestleistung in der Partie erzielte der Zerbster Uros Stoklas mit 673 Kegeln.

Vsetecka verpasst den ersten Punkt
Mathias Dirnberger tat sich gegen den Zerbst‘s Shootingstar Axel Schondelmaier anfänglich sehr schwer in seinen Spielrhythmus zu finden. Auf den beiden Schlussbahnen, belohnte er dann jedoch das Vertrauen seines Trainers mit einer tollen Leistungssteigerung. Am Erfolg des Zerbsters änderte das allerdings nichts mehr. Der siegte mit 3 : 1 Satzpunkten und 656 : 611 Kegeln hoch verdient.
Philipp Vsetecka war sich am Ende selber ein bisschen gram. Sein letzter Wurf auf ein Pärchen misslang und so reichte es nach einem mitreißend geführten Match gegen den Zerbster Mathias Weber nur zu einer Punkteteilung. Jeweils mit überragenden 648 : 648 Kegeln und 2 : 2 Satzpunkten.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
1,5 : 0,5 Mannschaftspunkte bei 1304 : 1259 Kegeln für den SKV RW Zerbst 1999.

Pointinger heizt Seitz kräftig ein
Im ersten Satz konnte der langaufgeschossene Schwabsberger seinen Rückstand aus dem Spiel in die Vollen gegen seinen früheren Mannschaftskameraden Fabian Seitz nicht mehr wettmachen. Dann allerdings zeigte er dem Neu-Zerbster mit einer 172’iger Bahn, was eine Harke ist. Die kritische Phase auf der dritten Bahn überstand Seitz allerdings einen Tikk früher als sein Gegner und schon machte er sich prompt auf und davon. Mit zwei Gewinnsätzen im Gepäck war der Schlusssatz für den Wahlzerbster dann „a‘ g’mäht‘s Wies‘le“ wie der Schwabe zu sagen pflegt. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen und 642 : 629 sicherte der seinem Team einen wichtigen Punkt.
Ein fantastisches Match lieferte Timo Hehl (649 Kegel) gegen den Zerbster Uros Stoklas (Tagesbestwert mit 673 Kegeln) ab. Als der Schwabsberger im zweiten und dritten Satz, unter dem Druck eine Entscheidung herbeizuführen, zu viel wollte, verschaffte er seinen Gegner mit zwei unglücklichen Anwürfen auf die Mitte einen ungewollten Vorteil. Stoklas nutzte das routiniert mit Handneunern aus und konnte sich so entscheidend von dem Schwabsberger absetzen.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
3,5 : 0,5 Mannschaftspunkte bei 2619 : 2537Kegeln für den SKV RW Zerbst 1999.

Endraß macht den Punkt
Seit Wochen in glänzender Form wurde Ronald Endraß mit dem Zerbster Thomas Schneider eine anspruchsvolle Sonderaufgabe zuteil, die er auch prompt mit Bravour erledigte. Mit hervorragenden 631 Kegeln konnte er sich bei Satzgleichstand verdient gegen den Zerbster Leistungsträger (618 Kegel) durchsetzen.
Schwabsbergs Kapitän Reiner Buschow, in den letzten Wochen verletzungsgeplagt, bekam gegen den Zerbster Boris Benedik, der erst auf der letzten Bahn mit 180 Kegeln seine ganze Klasse offenbarte, den Kopf nicht frei. Auf der Schlussbahn wurde Buschow, dem seine Verletzung zu schaffen machte, durch Damir Cekovic ersetzt. Benedik schaffte am Ende trotz wackligem Beginn doch noch ein deutliches 3,5 : 0,5 mit 635 : 592 Kegeln.
Endstand: 6,5 : 1,5 Gesamtpunkte bei 3872 : 3760 Kegeln für den SKV RW Zerbst 1999.

Stimmen zum Spiel – Reiner Buschow:
„Diese Niederlage ist alles andere als ein Beinbruch. Erwartungsgemäß hat die Begegnung bestätigt, dass Zerbst zumindest zuhause nahezu nicht zu schlagen ist. Vor allem dann, wenn es nicht gelingt, die wenigen Schwächephasen die die Mannschaft hat gnadenlos auszunutzen. Auf die Ostalb können wir aber die beruhigende Erkenntnis mitnehmen, dass wir leistungsmäßig für die anstehenden Aufgaben durchaus gerüstet sind, vor allem wenn wir im Zweikampfverhalten wieder ein bisschen zulegen können.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 7. Spieltag

SKC Victoria Bamberg - SKC Nibelungen Lorsch 7,0 : 1,0
KRC Kipfenberg - TSV Breitengüßbach 5,0 : 3,0
SKV RW Zerbst 1999 - KC Schwabsberg 6,5 : 1,5
ESV Lok Rudolstadt - SKC Staffelstein 2,0 : 6,0
Donauperle Straubing - FSV Erlangen-Bruck 7,0 : 1,0

1 SKV Rot Weiß Zerbst 1999 7 44,5 : 11,5 14 : 0
2 KC Schwabsberg 7 37,0 : 19,0 10 : 4
3 SKC Victoria Bamberg 7 37,0 : 19,0 10 : 4
4 SKC Nibelungen Lorsch 7 32,5 : 23,5 8 : 6
5 Aufw. Donauperle Straubing 7 32,0 : 24,0 8 : 6
6 KRC Kipfenberg 7 29,0 : 27,0 8 : 6
7 SKC Staffelstein 7 27,0 : 29,0 6 : 8
8 ESV Lok Rudolstadt 7 15,0 : 41,0 2 : 12
9 FSV Erlangen-Bruck 7 14,0 : 42,0 2 : 12
10 TSV Breitengüßbach 7 12,0 : 44,0 2 : 12

SKV Rot Weiß Zerbst 1999 6,5 : 1,5 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Axel Schondelmaier 656 3 1,0 1 611 Mathias Dirnberger
Mathias Weber 648 2 0,5 0,5 2 648 Philipp Vsetecka
Fabian Seitz 642 3 1,0 1 629 Jürgen Pointinger
Uros Stoklas 673 3 1,0 1 649 Timo Hehl
Thomas Schneider 618 2 1,0 2 631 Ronald Endras
Boris Benedik 635 3,5 1,0 0,5 592 Reiner Buschow/D. Cekovic
3872 16,5 2,0 7,5 3760

 

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 15.11.2016 09:25
1606 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.