Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Schwabsbergs riskanter Ritt auf der Rasierklinge

  • LiBi efa: Damir Cekovic, nach der Abwehrschlacht noch sichtlich gezeichnet, rettete zusammen mit Mathias Dirnberger für Schwabsberg einen hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer: Hauchdünner Auswärtserfolg beim TSV Breitengüßbach

Zwei ganz wichtige Punkte brachten die Kegler vom KC Schwabsberg aus dem oberfränkischen Breitengüßbach mit nach Hause auf die Ostalb. Für die Oberfranken ein schmerzhafter Punktverlust. Für die Ostwürttemberger dagegen ein äußerst hart erstrittener Erfolg. Ein Erfolg allerdings der einem Ritt auf der Rasierklinge schon sehr nahe kam. Erfolg und Niederlage lagen in dieser Partie haarscharf beieinander. Am Ende der hochklassigen, vor allen Dingen aber mitreißenden Begegnung trennten die Kontrahenten, die sich nichts schuldig geblieben waren, nämlich gerade Mal drei Kegel.

Von einem etwaigen Klassenunterschied zwischen dem Tabellenachten und dem Pokalsieger war in der Partie nichts zu spüren. Wie das Spiel zeigen sollte standen sich da zwei absolut gleichwertige Mannschaften gegenüber.
Nach einer erneut brillanten Eröffnung durch Kapitän Reiner Buschow und Philipp Vsetecka sah es zunächst nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg für die Gäste aus. Da trog allerdings der Schein, denn nach der ausgeglichenen Mittelpaarung starteten die Gastgeber eine furiose Aufholjagd. Die ließ den Vorsprung der Gäste dahinschmelzen wie den Schnee in der Frühjahrssonne. Trotz gewaltigem Druck verteidigten Damir Cekovic und Mathias Dirnberger aber ihren Vorsprung geschickt und retteten diesen über die Ziellinie. Das Restguthaben belief sich am Ende auf nur noch drei spielentscheidende Kegel. Der knappe Ausgang war kennzeichnend für das gesamte Match in dem beide Mannschaften auf einem völlig ausgeglichenen Niveau agierten, ohne dass dabei nennenswerte Ausrutscher passierten. Grund zu hadern hatten am Ende nur die Gastgeber. Die wurden für ihre couragierte Leistung nicht belohnt. Eine wirklich schmerzliche Erfahrung.
Den Tagesbestwert in der ansprechenden Partie erzielte der Güssbacher Mario Nüsslein mit überragenden 646 Kegeln. Ihm dicht auf den Fersen waren sein Mannschaftskollege Christoph Kaiser, der mit 639 Kegeln nur knapp seine persönliche Bestleistung verfehlte, sowie das Schwabsbergs Startduo, Philipp Vsetecka und Reiner Buschow, die hervorragende 637 bzw. 635 Kegel auf die Bahn zauberten.
Mit dem knappen Auswärtserfolg bleibt Schwabsberg nicht nur weiter in der Spur sondern schaffte nach kurzer Abwesenheit auch wieder den Sprung ins vordere Tabellendrittel. Den beiden Heimspielen gegen Lok Rudolstadt am 04.02 und gegen die Nibelungen aus Lorsch (18.02.) können die Ostälbler nach diesem wichtigen Auswärtserfolg nun etwas gelassener entgegensehen.

Schwabsberger Bilderbuchstart
Reiner Buschow machte vom Start weg mächtig Druck. Überragend gespielt seine beiden Startbahnen mit 331 Kegeln. Der Güßbacher Markus Löhnert hatte mit 265 Kegeln da wenig entgegenzusetzen. Im zweiten Spielabschnitt fand der Franke mehr und mehr zu seiner spielerischen Linie, so dass er den dritten Satz zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Ebenso den Schlusssatz, der hart umkämpft war, den er aber mit 158 : 157 ebenfalls für sich verbuchen konnte. Den Zähler musste er bei Satzgleichstand allerdings dem Schwabsberger Kapitän überlassen. Der hatte mit hervorragenden 635 : 580 Kegeln das deutlich bessere Resultat erzielt.
Philipp Vsetecka erwies sich auch diesmal als sichere Bank für Schwabsberg. Gegen Tobias Stark musste er lediglich im zweiten Satz knapp passen. Der Rest war dann eher Formsache. Brillant seine 176’er Schlussbahn mit 113 Kegeln in die Vollen und 63 Kegel ins Räumen. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen und hervorragenden 637 : 594 Kegeln setzte er sich souverän gegen seinen Güßbacher Kontrahenten durch und machte den zweiten Punkt für die Gäste von der Ostalb fix.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
0 : 2 Mannschaftspunkte bei 1174 : 1272 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Die Vorentscheidung
Leider nahm sich Schwabsbergs Manuel Lallinger auf der Startbahn eine Auszeit, nachdem er es während des Einspielens noch auf eine nahezu Hundertprozentige Kegelausbeute gebracht hatte. Mit der Weltklasseleistung von 342 (169/173) Kegeln vor der Brust strotzte der Güssbacher Christoph Kaiser geradezu vor Selbstbewusstsein. Da hatte der Schwabsberger dann alle Hände voll zu tun, um noch Schadensbegrenzung zu betreiben. Das gelang ihm mit 603 : 639 Kegeln dann auch ganz gut. Den Mannschaftspunkt indes hatte sich aber der junge Güssbacher mit seiner famosen Leistung (3 : 1 Satzpunkte) redlich verdient.
Ronald Endraß erwies sich zum wiederholten Mal als wichtiger Aktivposten bei den Ostwürttembergern. Sein Gegenspieler, der Tscheche Robin Parkan, hatte gegen Staffelstein noch mit 650 Kegeln geglänzt. Zwischen den beiden entwickelte sich erwartungsgemäß ein ganz enges Match. Die Startbahn endete mit einem Remis, die dritte Bahn ein wahres Herzschlagfinale mit 156 : 155 zu Gunsten des Schwabsbergers. Im Schlusssatz machte der nach einem starken Räumen (71 Kegel) mit 162 : 152 Kegeln den Sack endgültig zu. Mit 3, 5 : 0,5 Satzpunkten und sehr guten 614 : 587 Kegeln gelang Endraß damit der vorentscheidenden Punkt für Schwabsberg.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
1 : 3 Mannschaftspunkte bei 2400 : 2489 Kegeln für den KC Schwabsberg

Güssbacher Schlussoffensive
Als Breitengüßbach mit Mario Nüsslein und dem Rumänen Albert Kirizsan eine gewaltige Schlussoffensive startete hatten die Schwabsberger Damir Cekovic und Mathias Dirnberger alle Hände voll zu tun, all die Löcher zu stopfen, die sich da auftaten. Die beiden erwiesen sich dabei als echte Minimalisten. Mit Beharrungsvermögen aber auch großem taktischen Geschick sowie dem einen oder anderen Handneuner zur rechten Zeit, verteidigten sie den bestehenden Vorsprung bis ins Ziel. Von den ursprünglich 89 Kegeln waren da aber nur die drei alles entscheidenden übrig. Die Einzelduelle endeten wie folgt: Albert Kirizsan gegen Damir Cekovic – 3 : 1 Satzpunkte und 621 : 595 Kegel sowie Mario Nüßlein gegen Mathias Dirnberger – 4 : 0 Gewinnsätze und 646 : 586 Kegel.
Endstand: 3 : 5 Gesamtpunkte bei 3667 : 3670 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Wir haben gewusst, dass das ein ganz ganz schweres Spiel wird. Die Güssbacher haben in dieser Saison zuhause durchweg starke Spiele abgeliefert und das obwohl sie in der Sommerpause zwei ganz wichtige Spieler verloren haben. Insofern sind wir mit den beiden erreichten Punkten hochzufrieden. Gerade solche Spiele muss man gewinnen können, will man am Ende vorne mit dabei sein.

 

Blickpunkt Bundesliga – 10. Spieltag

Donauperle Straubing - Victoria Bamberg 0,0 : 8,0
ESV Lok Rudolstadt - KRC Kipfenberg 2,0 : 6,0
FSV Erlangen-Bruck - SKV RW Zerbst 1999 0,0 : 8,0
SKC Staffelstein - SKC Nibelungen Lorsch 7,0 : 1,0
TSV Breitengüßbach - KC Schwabsberg 3,0 : 5,0

(1.)
SKV Rot-Weiß Zerbst 1999 12 12 0 0 80.5 24 : 0
(2.)
SKC Victoria Bamberg 12 9 0 3 68 18 : 6
(4.)
KC Schwabsberg 12 8 0 4 59 16 : 8
(5.)
SKC Staffelstein 12 7 1 4 58 15 : 9
(3.)
SKC Nibelungen Lorsch 12 7 0 5 58 14 : 10
(7.)
KRC Kipfenberg 12 6 0 6 42.5 12 : 12
(6.)
Aufwärts Donauperle Straubing 12 5 0 7 40 10 : 14
(8.)
TSV Breitengüßbach 12 3 1 8 31 7 : 17
(10.)
ESV Lok Rudolstadt (N) 12 1 0 11 22 2 : 22
(9.)
FSV Erlangen Bruck (N) 12 1 0 11 21 2 : 22

TSV Breitengüßbach 3 : 5 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Markus Löhnert 580 2 1,0 2 635 Reiner Buschow
Tobias Stark 594 1 1,0 3 637 Philipp Vsetecka
Christoph Kaiser 639 3 1,0 1 603 Manuel Lallinger
Robin Parkan 587 0,5 1,0 3,5 614 Ronald Endras
Albert Kirizsan 621 3 1,0 1 595 Damir Cekovic
Mario Nüßlein 646 4 1,0 0 586 Mathias Dirnberger
Gesamt: 3667 13,5 2,0 10,5 3670 Gesamt:

 

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 24.01.2017 19:12
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