Farbenfrohe Malvengewächse

Stockrosen Mit ihren üppigen Blüten bieten die Sommerblumen einen prächtigen Anblick. In der Pflege sind sie unkompliziert und stellen keine großen Ansprüche.
  • Die pollenreichen Blüten der Stockrose bieten Nahrung für etliche nützliche Insekten. Moderne Sorten der Pflanze warten zudem mit einer großen Farbpalette auf.
    Fotos: Agnes Pahler (r. oben),
    Pixabay (l. und r. unten)

Stockrosen lehnten sich einst in den Bauerngärten traditionell am Zaun an. Sie wachsen dort, wo es trocken ist und die hohen, kippgefährdeten Stängel eine Stütze haben. Stockrosen erweisen sich in der Kultur als unkompliziert und anspruchslos, sie strecken sich – wenn sie den Schnecken einmal entkommen sind - hoch, blühen in Massen ab und bilden dann am Stängel Spaltfrüchte mit vielen flachen, nahezu kreisrunden Samen aus. Nach der Reife fallen diese zu Boden.

Junge Sämlinge umsetzen

Ab Hochsommer erscheinen zu Füßen der abgeblühten Stockrosen junge Sämlinge, die man auf ein Anzuchtbeet umsetzen kann, damit sie nicht zu dicht stehen. Denn die im ersten Jahr gebildete Blattrosette braucht Platz, die großen Blätter entfalten sich knapp über dem Boden. In der Regel erfolgt erst nach einem überstandenen Winter der Blühimpuls, und der Blütenstand beginnt sich zu strecken. Der mächtige, filzig behaarte, meist unverzweigte Stängel kann bis zu zwei Meter hoch oder sogar höher werden. Die zahlreichen Blütenknospen in den Blattachseln blühen nach und nach auf, sie zieren den ganzen Früh- und Hochsommer hindurch.

Spielend leichte Anzucht

Die Anzucht gelingt leicht, wenn man dem natürlichen Wachstumsrhythmus folgt: Man sät im Sommer aus und setzt Sämlinge um, damit sie sich entwickeln können. Am besten kommen sie in den warmen Herbstwochen an ihren endgültigen Platz im Garten, wo sie noch vor dem Winter einwurzeln können. Im folgenden Frühjahr schiebt sich der Stängel in die Höhe und beginnt schon ab Ende Mai zu blühen. Moderne Sorten kann man schon im Mai aussäen, damit sie im Spätsommer abblühen. Eine Vorkultur im Haus, nach einer Aussaat im Februar oder März bei Zimmertemperaturen, ist möglich, um noch früher blühende Pflanzen zu kommen.

Rückschnitt kann helfen

Nach der überschwänglichen Blüte sind die Pflanzen sehr geschwächt, oft sterben sie ab. Doch gewöhnlich überlebt der Wurzelstock, erholt sich und treibt im Folgejahr wieder aus. Die eigentlich zweijährige Art verhält sich dann oft wie eine Staude, die Jahr für Jahr wieder austreibt. Ein Rückschnitt gleich nach der Blüte kann die Lebensdauer der Pflanzen verlängern. An die Kulturbedingungen stellen Stockrosen im Grunde keine Ansprüche. Sie keimen sogar in Pflasterfugen und wachsen erst recht auf gepflegten, mit Nährstoffen versorgten Gartenböden.

Schutz vor Schnecken

Schwierigkeit bereitet bei jungen Pflanzen höchstens die enorme Attraktivität für Schnecken. Damit die Blattrosetten eine Überlebenschance bekommen, muss man sie schützen: etwa mit einem Schneckenschutzring, wie man ihn für Salat kaufen kann, mit einem Wall aus zerkrümelten Eierschalen oder Streifen aus Schafwolle, die man um gefährdete Pflanzen herumlegt. Haben die Stängel einmal eine gewisse Höhe von grob 30 Zentimeter erreicht, sind sie der Gefährdung entwachsen.

Früher hatte man im Vorbeigehen Früchte mit Samen von Pflanzen abgenommen, oder man hatte darum gebeten. Was dann bei den eigenen Aussaaten herauskam, war immer eine kleine Überraschung, schließlich hatte die natürliche Bestäubung die Erbanlagen wieder neu gemischt. Heutzutage gibt es Sorten und Sortenmischungen, die Pflanzen von vorhersehbarem Aussehen hervorbringen.

Viele verschiedene Varianten

Es stehen rosa, rote, weinrote, violette, weiße oder gelbe Varianten zur Verfügung, mit einfachen, halbgefüllten oder gefüllten Blüten. Sogenannte Regenbogen-Mischungen bringen unterschiedliche Farbtöne hervor. Ihren angestammten Platz im Garten haben Stockrosen in Ecken und an Rändern, neben Stützgerüsten für Beeren, an Wänden und Zäunen. Alle Stockrosen sehen in Gruppen am schönsten aus, wenn mehrere Stängel nebeneinander Spalier stehen. Sie ragen aber auch schön im Hintergrund einer Blumenrabatte empor, wobei eine Stütze immer gut ist.

© Schwäbische Post 30.06.2017 11:41
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