Pflegeleichtes Blütenwunder

Zistrosen Die niedrigen Sträucher der Mittelmeer-Flora erfreuen Auge und Nase. An einem warmen Platz wachsen sie auch in unseren Gärten.
  • Rosa, pink oder auch ganz in weißer Farbe: Zistrosenblüten sind kurzlebig, doch die vielen Knospen produzieren täglich neue. Nach der Blüte werden die Sträucher in Form geschnitten.
    Fotos: Agnes Pahler (r. o.),
    Pixabay (l. und r. u.)

Die Zistrosen haben eine recht ausgeprägt mediterrane Anmutung: Die filzig behaarten Blätter duften aromatisch und zur Blütezeit überwältigt der Strauch mit einer Überfülle an Blüten. Dazu behält das Gehölz sein Laub im Winter, es zeigt damit auch in der vegetationsarmen Jahreszeit Präsenz.

Auch einige winterharte Arten

Zistrosen-Arten kommen von Natur aus in der Hartlaubzone vorwiegend im westlichen Mittelmeerraum vor, einige wenige Arten sind ausreichend winterhart für mitteleuropäische Gärten. Nur an einem warmen, sonnigen Platz haben sie hierzulande eine Überlebenschance und kommen zur Blüte.

Die Wachstumsbedingungen müssen sich an den Verhältnissen am Naturstandort orientieren. Das heißt: Zistrosen brauchen unbedingt durchlässige Erde, am besten ist sie sandig-kiesig, jedenfalls eignet sich steiniger oder schottriger Boden besser als sehr lehmiger.

Vorsicht bei der Düngung

Auf alle Fälle darf sich im Untergrund keine Staunässe bilden. Denn nasses Wurzelwerk vertragen die Pflanzen im Winter viel schlechter als tiefen Frost.

Bedenkt man die Verhältnisse an den kargen Wuchsorten in den Mittelmeerländern, wird klar, dass Zistrosen mit einem geringen Nährstoffangebot zurechtkommen. Ausgepflanzt in den Garten, bekommen sie gar keine Düngung, schon gar keinen organischen Dünger und keinen Kompost. Eingepflanzt als Kübelpflanze sind die Verhältnisse für die Pflanze schwieriger, hier sollte man regelmäßig flüssig düngen, aber das genügt einmal alle drei oder auch alle vier Wochen.

Zum Prachtexemplar wird eine Zistrose, wenn sie im Hochsommer ihre unzähligen Blüten öffnet. Bei den meisten Arten wirken die fünf Blütenblätter leicht zerknittert und fragil wie Krepppapier. Die Blütenfarben sind je nach Art Weiß, Rosa oder Pink, aus der Mitte der einfachen Blüten leuchtet ein dichtes Büschel goldgelber Staubblätter.

Kurze Lebensdauer

Eine Blüte öffnet sich morgens, um nach wenigen Stunden bereits zu welken. Die Nacht übersteht die Einzelblüte nicht, dafür öffnen sich am nächsten Morgen weitere Blüten, und dies in wochenlanger und ununterbrochener Abfolge. Die Hauptblütezeit fällt in den Juni.

Beim Kauf der hübschen Südländer ist Misstrauen angesagt. Die tiefsten Temperaturen hält wohl die Lorbeerblättrige Zistrose (Cistus laurifolius) aus, sie erträgt Temperaturen bis minus 18 Grad, sofern sie etwas Winterschutz bekommt.

Sonnenhungrige Pflanzen

Gepflanzt werden Zistrosen im Frühjahr, damit sie den Sommer über Zeit genug zum Einwurzeln haben. Der Standort im Garten muss möglichst viel Sonne erhalten und windgeschützt liegen, damit im Winter keine Kaltluft vorbeistreicht.

Unbedingt muss das Pflanzloch locker aufbereitet werden. In lehmigem Boden muss man unten eine Splittschicht einbringen, damit wirklich nie Wasser im Loch steht. Am besten mischt man auch unter die Erde noch zusätzlich Sand, Splitt oder Feinkies. Ähnlich verfährt man bei der Pflanzung in einem Kübel.

Schutz im Winter spielt eine wichtige Rolle. Pflanzen im Topf rückt man an eine windgeschützte Stelle vor einer warmen Südwand. Nicht zuverlässig winterharte Zistrosen bringt man vor dem Auftreten strenger Fröste an einen hellen, frostsicheren Platz im Haus. Unter den Sträuchern im Garten deckt man den Boden mit einer Mulchschicht aus Laubmull oder Reisig ab. Als immergrünes Gehölz nimmt eine Zistrose auch während der Wintermonate Wasser auf.

Dominante Sträucher im Freien

Zistrosen wachsen im Garten zu dominanten Sträuchern heran, die Nachbargewächse müssen sich unterordnen. Schön wirken niedrige, graulaubige Gewächse aus einem ähnlichen Florenbereich, etwa Artemisien oder Lavendel. Trockenheit und Sommerhitze verträgt auch Thymian, der einen hübschen Teppich mit nadelartigen Blättern und kleinen rosa Blüten bildet.

© Schwäbische Post 14.07.2017 13:08
2678 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.