Ausbildungsabbrüche stoppen

VerA-Begleiter helfen Azubis mit Problemen – Christian Haßler ist neuer Regionalkoordinator
  • Wollen gemeinsam Ausbildungsabbrüche vermeiden: André Louis, Leiter des IHK-Geschäftsfelds Ausbildung und der neue VerA-Regionalkoordinator Christian Haßler. Foto: IHK
Ausbildungsabbrüche vermeiden, bei Schwierigkeiten den Azubis zur Seite stehen – Mit der Initiative VerA will der Senior Experten Service (SES) Jugendlichen helfen. Der frühere Schulleiter des Werkmeistergymnasiums in Neresheim Christian Haßler ist neuer VerA-Regionalkoordinator des SES für Ostwürttemberg.Von der Initiative VerA (Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen) haben bundesweit bislang mehr als 5000 junge Menschen profitiert, die in Betrieb oder Berufsschule Schwierigkeiten haben oder ihre Ausbildung abbrechen wollen. Um jeden Auszubildenden kümmert sich ein ehrenamtlich aktiver VerA-Begleiter ganz persönlich.
„Nach wie vor wird eine erhebliche Zahl von Ausbildungsverhältnissen aufgelöst, bevor das Ausbildungsziel erreicht ist“, erklärt André Louis, Leiter des Geschäftsfelds Ausbildung bei der IHK Ostwürttemberg: „Im Jahr 2014 waren es in Ostwürttemberg 338 Ausbildungsabbrüche über alle drei Ausbildungsjahre hinweg. Dies entspricht rund sechs Prozent aller knapp 5300 eingetragenen Ausbildungsverhältnisse.“ Allerdings ist die Abbruchquote im ersten Ausbildungsjahr mit rund 10 Prozent am höchsten. Bundesweit liegt die Abbruchquote bei 12 Prozent. Die Gründe für Abbrüche sind vielfältig: Probleme am Ausbildungsplatz, schlechte schulische Leistungen, mangelnde Motivation oder eine falsche Berufswahl.
Louis: „Ein Ausbildungsabbruch ist nicht nur für Jugendliche schwierig, sondern bedeutet für ein Unternehmen einen durchschnittlichen wirtschaftlichen Verlust von rund 16.000 Euro pro Vertragsauflösung. Die Ausbildungsstelle kann zu diesem Zeitpunkt meist nicht mehr neu besetzt werden und wird damit zur ungenutzten Chance, die ein anderer vielleicht gerne ergriffen hätte.“
Ansprechpartner für interessierte Auszubildende, Unternehmen und Ausbildungsbegleiter in Ostwürttemberg ist nun der Regionalkoordinator Christian Haßler. Als Diplom-Physiker und pensionierter Oberstudiendirektor des Werkmeistergymnasiums in Neresheim bringt Christian Haßler für diese wichtige Aufgabe beste Voraussetzungen mit. Haßler: „Bei Ausbildungsabbrüchen müssen Jugendliche unnötige Ehrenrunden drehen, bevor sie als Fachkräfte an den Start gehen können.“
Eine Anfrage nach einem Ausbildungsbegleiter kann der Auszubildende selbst stellen. Sie kann aber auch vom Ausbildungsbetrieb, der Berufsschule, den IHK-Ausbildungsberatern oder der Handwerkskammer kommen. Eine Begleitung durch SES-Experten ist für die Auszubildenden und die Ausbildungsbetriebe kostenlos. Sie läuft zunächst über zwölf Monate, kann aber bis zum Abschluss der Ausbildung verlängert werden.

 Kontakt: Regionalkoordinator VerA beim SES Christian Haßler Tel. 07326 6646 ostwuerttemberg@vera.ses-bonn.de
© Schwäbische Post 11.09.2015 17:19
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