Energiesparen: Stromfresser im Haushalt entdecken

Unsere Welt wird immer smarter, elektrische Geräte mit smarten Funktionen erobern die Haushalte und wir steuern fortan Staubsauger, Rasenmäher, Heizung und Licht über das Smartphone. Doch sind die neuen Geräte auch stromsparend oder sind sie in erster Linie smart? Wichtig ist bei all dem Hype um smarte Elektrogeräte, die Umwelt nicht zu vergessen. Gerade in Sachen Elektrogeräte kommen ständig neue innovative Produkte auf den Markt. Es lohnt sich immer, den Energieverbrauch im Auge zu behalten. Denn egal wie innovativ ein elektrisches Gerät ist, es verbraucht Strom. Dieser Beitrag hilft dabei, einigen Stromfressern im Haushalt auf die Spur zu kommen und gibt Tipps, wie sich der Energieverbrauch senken lässt.

Wissen ist Macht und spart bares Geld

Clevere Verbraucher greifen zunächst einmal auf die Seiten der Verbraucherzentrale-Energieberatung zu. Dort gibt es vielfältige Infomaterialien zum Download. Broschüren und Flyer zum Stromsparen im Haushalt, Energiesparen als Mieter oder Informationen zur Energieberatung der Verbraucherzentrale sind kostenlos zu haben. Wer sich diese Broschüren in Ruhe durchliest, hat in der Regel schon genügend Wissen, um die schlimmsten Stromfresser auf eigene Faust aufzuspüren. Für so manchen Verbraucher ist der Vorsatz im neuen Jahr bewusst Energie zu sparen, mit den Tipps der Verbraucherzentrale leichter umzusetzen. Einige ausgewählte Erkenntnisse aus diesen und anderen Infoquellen folgen jetzt.

Die Heizungspumpe

Etwas stiefmütterlich behandelt aber auf keinen Fall vergessen ist die Heizungspumpe. Mieter haben meistens keinen Zugriff auf die Heizungspumpe und auch keinen Einfluss auf einen eventuellen Austausch. Doch wer Besitzer eines Eigenheims ist, sollte einen Stromcheck bei der Heizungspumpe durchführen. Ist sie nämlich alt oder falsch eingestellt, verbraucht sie viel zu viel Strom. Experten sprechen von über 400 kWh, die eine falsch eingestellte Heizungspumpe im Jahr unnötig verbraucht.

Kühlen und Gefrieren

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat in ihrem Stromcheck festgestellt, dass 18 % der Energie in den Bereich Kühlen und Gefrieren fallen. Alte Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen wesentlich mehr Strom, als die neuesten Geräte, die auf dem Markt verfügbar sind. Verbraucher sollten zuerst prüfen, wie viele Kühlgeräte sie besitzen. Steht im Keller ein alter Tiefkühlschrank? Ist dieser wirklich nötig? Ist es nicht unbedingt nötig, sollte das Gerät abgeschaltet und entsorgt werden. Oft verfügen Haushalte über Kühlschränke und Gefrierschrank mit zu großem Volume. Jeder Liter, der ungenutzt gekühlt wird, frisst Strom. In der heutigen Zeit ist es in der Regel nicht nötig, mehrere 100 Liter Tiefkühlvorrat anzulegen, der nächste Supermarkt ist um die Ecke. Für Energiesparfüchse empfiehlt es sich dringend, sich in diesem Punkt neu zu organisieren.

Sind überzählige Geräte entsorgt ist zu prüfen, wo genau der Kühlschrank steht. Eine falsche Aufstellung sorgt nämlich für übermäßigen Stromverbrauch. Kühlgeräte sollten niemals direkt an einer Wärmequelle wie zum Beispiel an einer Heizung stehen. In einer Einbauküche ist der Herd direkt neben dem Kühlschrank die schlechteste Wahl. Spülmaschinen und Wäschetrockner sollten genauso als Geräte-Nachbar vermieden werden, wie eine direkte Sonneneinstrahlung. Der ideale Standort für ein Kühlgerät ist eine Außenwand weit weg von jeglichen Wärmequellen.

Spülen, Waschen und Trocknen

Das Dreigestirn Waschen – Spülen – Trocknen nimmt zusammengenommen 20 % des Stromverbrauchs in einem typischen Haushalt ein. Eine Spülmaschine verbraucht im Vergleich zum Handabwasch nur halb so viel Wasser. Eine Stromersparnis von 30 % ist ebenfalls ein guter Grund, die Spülmaschine dem Spülen von Hand vorzuziehen. Verbraucher sollten darüber hinaus in Sachen Geschirrspüler einige Tipps beherzigen, um noch mehr Energie zu sparen.

  1. Bei der Anschaffung eines neuen Gerätes ist es ratsam, eine hohe Energieeffizienzklasse zu wählen. Die beste ist mit A+++ bezeichnet. Auf dieser Haushaltsgeräte-Seite ist unter dem Punkt Energieeffizienz zu lesen:

    „Bei der Energieeffizienz ist es ähnlich wie bei den Einbauformen: Es gibt einen eindeutigen Trend. Und der geht hin zu Maschinen mit besonders geringem Strom-/Wasserverbrauch.“

    Auskunft über das Level der Energieeffizienz gibt das EU-Energielabel. Je weiter oben der Pfeil auf der Skala ist, desto effizienter ist das Gerät.

  2. Breite Spülmaschinen sind in der Regel energieeffizienter. Im Gegensatz zu anderen Haushaltsgeräten, bei denen eine geringe Größe auch einen geringen Energieverbrauch bedeuten, verhält es sich bei Spülmaschine anders. Einer der Hauptgründe ist, dass Spülmaschinen mit einer Breite von 60 cm aufgrund der vergleichsweise hohen Nachfrage technisch weiter entwickelt sind.

  3. Der größte Teil der Energie bei einem Geschirrspüler wird damit verbraucht, das Wasser aufzuheizen. Je nachdem, wie oft eine Geschirrspülmaschine läuft und welche Programme in der Regel benutzt werden, kann sich der Anschluss an die Warmwasserleitung lohnen.

  4. Die korrekte Wasserhärte einzustellen bedeutet, Verkalkung zu vermeiden. Verkalkte Geräte verbrauchen mehr Strom. Damit das Wasser optimal enthärtet wird, müssen die Geräteeinstellungen auf den lokalen Härtegrad abgestimmt sein. Dieser lässt sich zum Beispiel bei den Stadtwerken Aalen erfahren.

  5. Geschirrspüler voll zu beladen bedeutend, Wasser und Energie zu sparen. Ist der Geschirrspüler voll beladen, verbraucht er im Verhältnis zum zu reinigenden Geschirr weniger Strom. Das gilt auch, wenn die Spülmaschine eine integrierte Mengen Automatik aufweist oder ein Halbladungsprogramm anbietet.

  6. Ökospülgänge sparen Strom, weil sie mit geringerer Temperatur, aber über einen längeren Zeitraum laufen. Das Wasser wird weniger stark aufgeheizt und dadurch entsteht der größte Energiespareffekt. Dieser wird auch durch die längere Laufzeit nicht aufgezehrt.


Analog zu den zuletzt genannten Punkten verhält es sich auch mit Trocknern und Waschmaschinen. Je nach Modell und Hersteller sollten die Trommeln optimal befüllt werden, damit das Verhältnis von verbrauchten Strom zur behandelten Wäsche optimal ist. Die Auswahl von energieeffizienten Geräten birgt auch hier das größtmögliche Stromeinsparpotenzial.

Die Deutsche Energie Agentur DENA liefert weitere hilfreiche Tipps zum Stromsparen im Alltag. Kochenergie, Stromverbrauch für Licht und TV/Audio sowie im Homeoffice sind zusätzliche Bereiche im privaten Umfeld, die sich ebenfalls energieeffizient gestalten lassen. Energiesparen muss kein Aufwand sein, sondern es lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren.

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© Schwäbische Post 23.02.2018 12:32
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