Erlaubt ist, was gefällt

Der Bräutigam 2018 kann sich entspannen. Der Dresscode für den Hochzeitstag ist längst nicht mehr ganz so straff wie einst.
  • Beim Hochzeitsanzug voll im Trend sind der Boho-Look und Grautöne. Foto: Digel Menswear Concept

Aalen. Was ziehe ich an? Das ist die essenzielle Frage, die sich nicht nur die Braut stellt. Auch der Bräutigam möchte in seinem Hochzeitsanzug ein gutes Bild abgeben. Im Traditionshaus Saturn in Aalen stehen der heiratswilligen Männerwelt gut ausgebildete Spezialisten, in Sachen Hochzeitsoutfit, mit Rat und Tat zur Seite.

Individuell und lässig

Das Thema Boho/Vintage ist aus keinem Lebensbereich mehr wegzudenken. Jetzt hat es auch verstärkt in der Hochzeitsmode Einzug gehalten. Sehr individuell und lässig kommt es daher. Leinenanzüge in hellem Beige oder Grau, die mit ausgefallenen Accessoires wie Hosenträger, Fliege (sogar aus Holz) und Baskenmütze aufgewertet werden, sind Thema Nummer eins.

Federführend hierfür ist die Modemarke Digel, die den Vintagelook sehr früh als Hochzeitsthema propagiert hat. „Boho ist ein Lebensgefühl frei von Konventionen. Dieser Trend gibt Ihrer Hochzeit eine ganz neue Richtung“, erklärt der Inhaber des Herrenausstatters, Florian Friedel.

Royal Wedding! Einen ganz besonders exquisiten Trend präsentiert unter anderem die Firma Tziacco, im Stil der Zeit Ludwig XIV. Er besticht durch erlesene Stoffauswahl und exakte Schnittführung. Uniformähnliche Sakkos mit Stehkragen werden durch florale, brokate Muster gebrochen. Die gedeckten Farben passen zu jedem Brautkleid.

Grautöne von Titan bis Graphit

Womit wir beim Aufsteiger in der Farbskala für 2018 sind. Grau! In allen Variationen. Das Spektrum reicht von Titan zu Basalt bis hin zu Graphit. Die Schnitte auch hier Slim, und wie der Modeexperte Friedel sagt: „Geküsst vom Smoking.“ Was sich in der schmalen Form des Reverskragens zeigt.

Eine Weste ist die Krönung

Das Top Thema 2018 ist aber nach wie vor „Blau“. Blau ist alles andere als langweilig. Blau ist die Basis, und sein Stellenwert ist dieses Jahr nochmals gestiegen. Dazu ist die Weste „die Krönung“ des Outfits.

Als modische Spitze, die Zweireiher Weste oder das Gilet mit Revers. In der Farbe natürlich perfekt auf das Brautkleid abgestimmt. Anstelle von Krawatte entscheidet sich der modische Bräutigam für ein Plastron. Diese sind schon vorgebunden und sehen unglaublich edel aus. Als Alternative geht monochromes Schwarz natürlich immer. Ein Klassiker über den man nicht zu reden braucht.

Beratung ist wichtig

Bei der Vielzahl von Möglichkeiten ist eine gute und professionelle Beratung wichtig, und wird schon mal zwei Stunden in Anspruch nehmen. Beim Herrenausstatter ist man dankbar, wenn vorher ein Termin zur Anprobe vereinbart wird. Dann geht alles problemlos ohne Zeitdruck. „Sie können in Ruhe auswählen was sie und ihre Hochzeit am besten repräsentiert“, so Friedel.

„Die Zeiten in denen der Bräutigam das Gefühl aufkommen ließ, besser zur Tischdekoration zu passen und nur Accessoire der Braut war, sind lange vorbei“, scherzt der Chef. „Der heutige Bräutigam ist modisch selbstbewusst.“ Die Reihenfolge ist dennoch klar definiert. Erst kommt das Brautkleid dann der Anzug – die Braut hat Vorkaufsrecht. Sonja Fritz

© Schwäbische Post 09.02.2018 20:25
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