Rund um den Verkehr

Mut zur Lücke zeigen
Wer als Autofahrer einem Hindernis ausweichen muss, richtet seine Augen stets auf die freie Lücke und nicht auf das Hindernis. Denn der Blick steuert die Lenkrichtung, erklärt die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“. Wer dagegen das Hindernis fixiert, lenkt eher in dessen Richtung, obwohl man dort nicht hin will. Das funktioniert aber nicht nur beim Ausweichen, sondern auch beim Überholen in engen Baustellen. Dort sollten Autofahrer den weiteren Weg auf der Spur mit ihrem Blick suchen und nicht etwa auf den neben ihnen fahrenden Lkw starren. dpa

Haftung trotz Vorfahrt
Radler ohne Licht leben gefährlich. Sie bringen aber nicht nur andere und sich selbst in Gefahr. Sondern sie müssen unter Umständen nach einem Unfall selbst dann mithaften, wenn sie auf der Vorfahrtsstraße radeln. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg, auf das der ADAC hinweist (Az.: 14 U 208/16). Ein Radler wollte im Dunklen in eine Vorfahrtsstraße einbiegen. Dabei erschrak er durch einen anderen Radfahrer, der plötzlich ohne Beleuchtung auftauchte. Der Einbiegende fiel und forderte vom Unfallgegner ein Schmerzensgeld. Das verweigerte dieser. Das fehlende Licht hätte nicht zu einem Verschulden geführt, denn er sei ja auf der Vorfahrtsstraße geradelt. Das sah das Gericht differenzierter. Wer in einen Fließverkehr einfährt, muss das zwar mit erhöhter Sorgfalt machen. Aber es spielt hier auch eine Rolle, dass der andere Radler ohne Licht fuhr und bei normaler Straßenbeleuchtung schlecht erkennbar gewesen sei. Das Licht diene nicht nur zum Selbstschutz, sondern auch der Sicherheit der anderen. Daher trifft den Radler ohne Licht eine Mitschuld. dpa

© Schwäbische Post 26.01.2018 16:03
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