Viel Herz für schattige Ecken

Stauden Mit lieblichem Charme und robuster Natur erobert das Tränende Herz die Sympathien der Gärtner. Doch die Schöne hat auch giftige Seiten.
  • Tränende Herzen bezaubern mit ihren außergewöhnlich geformten Blüten viele Hobbygärtner. Aber auch wenn sich so manches Insekt auf der schönen Pflanze niederlässt: Naschen sollte man von ihr nicht. Sämtliche Teile der Staude sind nämlich giftig.
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Im Ensemble der bezauberndsten Gartenstauden tanzt das Tränende Herz in der ersten Reihe. Wer könnte der grazilen Pflanze mit ihren herzallerliebsten Blüten-Medaillons widerstehen? Perlenartig aufgereiht baumeln die Blüten an elegant geschwungenen Trieben und bezaubern mit ihrer nostalgischen Anmutung.

Ursprung in China

Seit Generationen zählt das Tränende Herz zu den Bauerngartenpflanzen. Gebürtig ist die Staude allerdings eine Chinesin. Im Gepäck eines schottischen Forschers reiste sie im 19. Jahrhundert von Asien nach England. Ruckzuck entwickelte sich die Blume zu einer der beliebtesten Gartenpflanzen. Das ist kein Wunder, denn trotz ihrer zarten Gestalt ist die Herzblume sehr robust und langlebig.

Schon recht früh im Jahr, an sonnigen Plätzen bereits ab April, schiebt die Staude ihre Triebe aus dem Boden. Die blattlosen, bogig überhängenden Blütenstängel erreichen Höhen zwischen 50 und 90 Zentimetern.

Hübsch aber toxisch

Sehr dekorativ wirkt das bläulich überhauchte und mehrfach gefiederte Blattwerk. Der absolute Hingucker aber sind die Blüten: rosarote Herzchen, an deren Spitze eine weiße „Träne“ glänzt, der die Pflanze ihren Namen verdankt.

Das hübsche Erscheinungsbild sollte jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das Tränende Herz giftig ist - und zwar alle Teile der Pflanze. Übelkeit, Magenkrämpfe und Atemnot könnten mögliche Folgen sein, wenn Pflanzenteile in den Mund gelangen oder verschluckt werden. Austretender Pflanzensaft kann auf der Haut zudem Reizungen und Blasenbildung verursachen. Das alles ist kein Grund, die wunderschöne und altbekannte Staude aus dem Garten zu verbannen, doch ein respektvoller Umgang mit der Giftpflanze, zum Beispiel durch das Tragen von Gartenhandschuhen, sollte sein.

Verschiedene Farbtöne

Am häufigsten ist die klassische Form der Herzblume in romantischem rosa-weiß in Gärten anzutreffen. Luftig leicht und elegant wirkt die reinweiß blühende Sorte Dicentra spectabilis „Alba“. Sie kommt im Garten besonders gut in dunklen Ecken zur Geltung und lässt sich wunderbar mit gelben oder blauen Frühlingsblumen kombinieren.

Ein paar kleinwüchsige Verwandte der Herzblume kommen aus Nordamerika, bei uns als Zwerg-Herzblume oder Doppelsporn bekannt. Nur 20 Zentimeter hoch wächst Dicentra cucullaria mit weißen Zipfelblüten. In kräftigem Pink oder Cremeweiß zeigen sich die niedlichen Glöckchenblüten der Zwerg-Herzblume Dicentra formosa. Alle niedrigen Herzblumen, die zudem besonders filigranes Laub besitzen, eignen sich als Bodendecker an halbschattigen Plätzen.

Etwas sonniger, aber keinesfalls heiß und trocken, darf das klassische Tränende Herz stehen. Da die Pflanzen mit den Jahren immer größer und schöner werden, kommen sie in Einzelstellung im Staudenbeet am besten zur Geltung.

Wurzeln mögen keine Störung

Der Boden sollte humusreich, leicht feucht, aber ohne stauende Nässe sein. Beim Pflanzen darf das Tränende Herz nicht zu tief in die Erde kommen, sonst verweigert es die Blüte. Ein, zwei Hände voll Komposterde im Frühjahr reichen als Düngung aus, ansonsten gilt: Bitte in Ruhe lassen! Denn die zerbrechlichen Wurzeln wollen nicht gestört werden.

Langlebiger Zierstrauch

Weit über 20 Jahre kann das Tränende Herz am selben Standort bleiben. Nach der Blüte im Mai/Juni zieht die Pflanze ihr Laub bald ein. Damit keine große Lücke im Beet entsteht, gesellt man dem Tränenden Herz am besten bodendeckende Nachbarn bei wie Frauenmantel, Salomonssiegel, Vergissmeinnicht, Farne und Funkien.

Damit man die schlummernde Pflanze nicht vergisst und bei der Gartenarbeit versehentlich beschädigt, markiert man den Platz am besten mit einem Pflanzenstecker und erklärt das Tränende Herz damit zur persönlichen Herzenssache.

© Schwäbische Post 09.06.2017 15:22
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