Ein blaublütiger Gartentraum

Bartblume Nicht nur Insekten fliegen auf den schmucken und farbenfrohen Kleinstrauch. Üppige Blüten machen die Besonderheit der Pflanze aus.
  • Die Blüten der Bartblumen liefern wertvolle Nahrung für Insekten. Foto: Rainer Luitjens / pixelio.de

Nur wenige Gehölze tragen überhaupt blaue Blüten. Zu ihnen zählen die Bartblumen, die aus mehrerer Hinsicht Beachtung verdienen. Die blauen, blaulila oder auch weißen Blüten erscheinen spät im Jahr und liefern wertvolle Nahrung für Insekten. Weil im September und Oktober nicht mehr viele Pflanzen blühen, sind die dichten Blütenstände ständig von Insekten umschwärmt.

Die klein bleibenden Bartblumen fügen sich in winzige Gartenhöfe ebenso ein wie in handtuchgroße Vorgärten und selbst für größere Pflanzgefäße eignen sich die Pflanzen. Außerdem vertragen Bartblumen Trockenheit hervorragend. Angesichts unserer regelmäßig auftretenden Sommerhitze geraten derartige Gewächse immer mehr in den Blickpunkt.

Buschiger Wuchs

Bartblumen wachsen zu kleinen Sträuchern von knapp einem Meter Höhe heran. Bei jungen Sträuchern stehen die zahlreichen Zweige ziemlich aufrecht, bei älteren neigen sich die viel längeren Triebe zur Seite. Die Pflanzen wachsen buschig, die länglichen Blätter von graugrüner Färbung riechen herb-aromatisch.

Vom Laub heben sich die bläulichen Blüten deutlich ab, die ab September in dichten Büscheln stehen. Die kleinen und röhrenförmigen Blüten mit Kronblattzipfeln öffnen sich dabei nach und nach und sorgen dadurch für eine wochenlange Blühdauer.

Volle Sonne ist kein Problem

Bartblumen gedeihen gut an trockenen Stellen in voller Sonne. Der Boden muss aber unbedingt gut wasserdurchlässig sein. Gerade im Winter ist ein guter Wasserabzug wichtig, sonst faulen die Wurzeln leicht.

Die Erde darf keinen zu hohen Nährstoffgehalt aufweisen, sonst entwickelt sich nämlich ein schwaches, krankheitsanfälliges Gewebe. Das Holz reift dann gegen Ende der Wachstumszeit schlecht aus, und die Pflanzen sind noch empfindlicher für Frostschäden. Hier nämlich liegt das Problem: Bartblumen sind hierzulande nicht zuverlässig winterhart.

Winterschutz wichtig

Frisch gesetzte Pflanzen sollten unbedingt etwas Winterschutz erhalten, etwa indem man die kleinen Sträucher mit etwas Nadelholzreisig zudeckt. In rauen Lagen ist ein derartiger Winterschutz für Bartblumen allerdings jedes Alters und in jedem Jahr zu empfehlen.

Pflanzt man die Sträucher knapp zehn Zentimeter tiefer als sie im Anzuchtgefäß gestanden waren, erweisen sie sich als widerstandsfähiger gegenüber längerem, tieferem Frost.

In aller Regel frieren die Triebspitzen sowieso in jedem Fall zurück. Man muss im Frühjahr aufpassen, an welchen Stellen sich Knospen für den Neuaustrieb bereit machen. Tote, schwarz gewordene Zweigteile werden dann einfach im Frühjahr abgeschnitten. Abgestorbene Triebspitzen sehen nicht gut aus und bedeuten meist auch noch ein Risiko für die Pflanze, denn über das tote Gewebe können Schadpilze in das Innere eindringen.

Blüten an einjährigen Trieben

Hat der Strauch das Alter von mehreren Jahren erreicht, kann man im Frühjahr unbesorgt kräftig zurückschneiden. Ein Rückschnitt bis zu einer Hand breit über dem Boden ist durchaus möglich. Dadurch sorgt der Hobbygärtner sogar für eine besonders prächtige Blüte, denn Bartblumen legen ausschließlich an den einjährigen Trieben ihre Blüten an. Eine gut gemeinte hohe Nährstoffversorgung senkt übrigens die Blühwilligkeit.

Der perfekte Standort

Bartblumen entwickeln sich deshalb in einer gepflegten Blumenrabatte nicht so schön, sie passen besser in ein trockenes Beet und gesellen sich dabei hervorragend zu anderen Gewächsen, die die Trockenheit lieben.

Dazu tählen zum Beispiel Lavendel oder Artemisien. Das sind die Arten aus der Wermutverwandtschaft. Auch diese Gewächse besitzen ein graues Laub, das sie vor einer übermäßigen Verdunstung schützt und ihre Eignung für trockene Standortplätze erkennen lässt.

Passendes Farbenspiel

Farbe in die Pflanzengruppe bringt das Argentinische Eisenkraut, dessen lila Blütenbüschel vom Hochsommer bis zum Frost an den luftig hohen Stängeln schweben.

Will man wärmere Farben hinzukombinieren, fällt die Wahl als Erstes auf die Schlafmützchen (Eschscholzia), die ebenfalls an trockenen Plätzen stehen wollen und gleichfalls ein graugrünes Laub besitzen. Die tütenförmigen Blüten der Schlafmützchen leuchten in Gelb, Orange und Rosa, sie blühen lange vor den Bartblumen, doch wenn die Blühzeiten zusammenfallen, verstärken sich die Farbwirkungen durch die Kontraste. Schlafmützchen sät der Hobbygärtner am besten an Ort und Stelle aus, denn wegen der langen Pfahlwurzel lassen sich die Pflanzen schlecht umsetzen.

Aussaat im Mai

Die Aussaat von Bartblumen geschieht im Mai, wenn der Boden wieder warm geworden ist. Bis dahin sollten die Bartblumen gepflanzt sein. Die Sträucher setzt man am besten bereits im März, damit sie zügig einwurzeln und noch im selben Jahr zur Blüte kommen.

Wilde Pflanzeneltern der Bartblumen stammen aus Asien

Weitere Informationen
Die Bartblumen, die wir hierzulande in den Gärten ziehen, heißen botanisch korrekt Caryopteris x clandonensis. Das Mal-Zeichen im Namen macht deutlich, dass es sich um eine Kreuzung von zwei Arten handelt. Die beiden Eltern unserer kultivierten Form wachsen wild in China, Korea oder Japan, in der Mongolei oder in Nordchina. Die Pflanzen in unseren Gärten gehen dann auf weitere Auslesen zurück, die zur Unterscheidung Sortennamen tragen. Häufig angeboten wird die Sorte „Heavenly Blue“ mit sattblauen Blüten. Dunklere Blüten hat „Kew Blue“. Beide Sorten versprechen reiche Blüte.

© Schwäbische Post 20.10.2017 12:34
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