Im Trockenbau steckt viel Expertenwissen

  • Foto: Beim Dachausbau werden Dampfsperren eingebaut. Tom Bartels
Trockenbau klingt einfach, ist es aber nicht. Beim Montieren der Gipskartonplatten an Wand oder Decke kann viel falsch gemacht werden. Daher empfiehlt sich immer die Verpflichtung eines Fachmanns. Denn dahinter steckt viel Expertenwissen. Moderner Trockenbau steht inzwischen für leichte Bauweise mit Robustheit, Flexibilität, Schallschutz, Raumklima, Raumgewinn und kurzen Bauzeiten.

Ob es um den Abstand des Ständerwerks oder die spätere Rissbildung geht, der Experte rät nur erfahrenen Heimwerkern zum Selbst-Handanlegen. Denn schnell werden Kleinigkeiten wie die Trocknungszeit des zuvor verlegten Estrichs oder die Reihenfolge der allgemeinen Vorgehensweise irrtümlich eingeschätzt. Das kann teure Folgen haben. Im schlimmsten Fall muss der Fachmann die eingebaute Wand oder die mühsam beplankte Decke wieder abmontieren und komplett neu aufbauen. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.

Der erfahrene Handwerker rät speziell von Dachschrägen ab. Sie sind zeitaufwändig und komplizierter als zum Beispiel eine Wand zu realisieren. Sollte man das Projekt doch selbst stemmen wollen, ist eine Konsultierung des Fachmanns ratsam. Viele Handwerker geben gerne Tipps oder erstellen eine genaue Anleitung zum Selberbauen. Bei der Mitarbeit wird es allerdings schon schwieriger, weil es dann zu Diskussionen bei der Abrechnung oder bei der fünfjährigen Gewährleistung kommen kann.

Vor allem sollte der engagierte Heimwerker auf die Verwendung des richtigen Materials achten. Im Nasszellenbereich dürfen beispielsweise nur Feuchtraumplatten angebracht werden. Außerdem empfiehlt es sich, das Material von einem Hersteller zu beziehen. Die Firmen Knauf und Rigips sind marktführend. Das komplette System ist so aufeinander abgestimmt, dass es problemlos verarbeitet werden kann. Auf den Webseiten gibt es tolle Tipps zur Realisierung des persönlichen Vorhabens.

Einen großen Vorteil hat der Trockenbau: Er schafft in kürzester Zeit Räume oder neue Raumaufteilungen. Das gilt gleichermaßen für Neu- und Altbauten. Altbauten bedeuten oft mehr Arbeit, weil Winkel oder Balken schief und krumm sind. Dennoch lässt sich innerhalb einer Woche schon viel erreichen. Das macht jedem Heimwerker Spaß, denn selten sieht man so schnell ein Ergebnis.

Doch am aller wichtigsten ist, dass das Gewerk am Ende plan ist. Die Vorarbeiten müssen auf die weitere Planung abgestimmt sein. Deshalb gibt es im Trockenbau vier Qualitätsstufen für die Spachtelarbeiten. Q1 steht für die Grundverspachtelung. Sie umfasst das Füllen der Stöße zwischen den Gipskartonplatten sowie das Überziehen der Schrauben. Danach kann man auf die Oberfläche fliesen oder dickschichtige Putze aufbringen. Q2 geht einen Schritt weiter. Hier sollen die Übergänge stufenlos verspachtelt werden. Das gilt für Fugen, Schrauben und Ecken. Am Ende der Spachtelung wird geschliffen. Nachdem die Oberfläche dann mit Tiefengrund behandelt wurde, eignet sie sich für Raufasertapete, Dispersionsfarbe oder Oberputze mit einer Körnung größer ein Millimeter. Bei Stufe Q3 stoßen die meisten Heimwerker bereits an ihre Grenzen. Nun ist zusätzlich das scharfe Abziehen der gesamten Oberfläche mit Spachtelmasse zum Porenverschluss notwendig. Nach Schleifen und Grundieren kann die Oberfläche für fein strukturierte Anstriche oder Oberputze mit einer Körnung kleiner ein Millimeter verwendet werden. Die letzte Qualitätsstufe Q4 umfasst die Standardverspachtelung Q2 plus ein vollflächiges Überziehen und Glätten der gesamten Oberfläche mit einer Schichtdicke von mindestens einem Millimeter. Bei Bedarf erfolgt noch ein zweiter, dünner Auftrag. Die geschliffene Oberfläche lässt sich dann mit Vinyltapeten, Lasuren oder hochwertigen Spachteltechniken verschönern.

Ihr Ansprechpartner vor Ort: Tom Bartels
Kontakt: bartels.trockenbau@gmail.com

© Schwäbische Post 21.07.2016 08:59
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