Putzmittel einfach selber Mixen

Verbrauchertipp Haushaltsreiniger ohne künstliche Tenside lassen sich ganz einfach selbst herstellen. Bei Basismitteln lohnt sich das eigene Mischen allerdings nicht.
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    Foto: Franziska Gabbert Foto: Franziska Gabbert/mag
Auf die Frage, was denn genau alles in handelsüblichen Putzmitteln steckt, weiß kaum jemand eine Antwort – ein guter Grund, sich seine Putzmittel selbst zu mixen.

„Grundsätzlich benötigt man im Haushalt nur zwei Arten von Reinigern, die einen Großteil der üblichen Verschmutzungen entfernen können“, :erklärt die Buchautorin Sandra Cramm aus Wedemark bei Hannover. Zum einen bräuchte man einen Reiniger mit einem niedrigem pH-Wert, der Kalkflecken an der Spüle oder in der Dusche entfernt, sowie ein Mittel mit hohem pH-Wert, das alle fetthaltigen Rückstände oder Verschmutzungen beseitigt. Einen hohen pH-Wert findet man bei Waschsoda oder Haushaltsnatron, niedrigen pH-Wert haben Inhaltsstoffe wie Essig, Essigessenz oder Zitronensäurepulver.

Warum sollte man sich aber die Mühe überhaupt machen? Überzeugte Selbermacher wollen es nicht der Industrie überlassen, was sie verwenden. „Ich will die Dinge selbst in die Hand nehmen und nicht getäuscht werden“, sagt Buchautorin Tatiana Warchola. Und Sandra Cramm ergänzt: „Die Industrie setzt bei ihren Reinigern auf künstliche Tenside, die ordentlich schäumen und entfetten, aber in Kläranlagen nur schwer von den Mikroorganismen abgebaut werden. Auch Phosphate und andere Zusätze gelangen so in unsere Gewässer.“

Im Laden erkenne man die aggressiven Reiniger kaum, erklärt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen. Allerdings sehe er nicht die Notwendigkeit, dass alle Menschen jetzt ihre Putzmittel selbst machen müssten. „Basisreiniger sind so harmlos für die Umwelt, dass es keinen ökologischen Nutzen macht, diese selbst anzumischen“, sagt er. Doch Heldt findet: „Spezialreiniger sind in den meisten Fällen eine Geldverschwendung.“

Spezialreiniger sind oft eine Geldverschwendung.

Philip Heldt
Mitarbeiter der Verbraucherzentrale

Da Essigessenz und Natron die Atemwege reizen können, ist aber Vorsicht geboten. „Wenn viel Kalk gelöst werden soll, kommt es zu einer starken Reaktion mit aufsteigenden Dämpfen der Essigsäure“, erklärt Cramm.

Für alle, die die Rezepturen der Buchautorinnen Sandra Cramm und Tatiana Warchola einmal ausprobieren möchten, gibt es im Folgenden drei grundsätzliche Rezepte: Kernseife ist die Basis für Allzweckreiniger, zum Ausscheuern von Spül- und Toilettenbecken können zusätzlich Schleifpartikel wie Salz oder auch Sand dazukommen. Ätherische Öle wie vom Teebaum sorgen für Duft und antibakterielle Wirkung.

Einen Esslöffel Salz mit je zwei Esslöffeln Waschsoda und Wasser vermengt, ergibt Scheuerpulver. Für einen Kalkreiniger mischt man 100 Milliliter Essigessenz, 300 Milliliter Wasser und 30 Tropfen Teebaum-, Lavendel- oder Eukalyptusöl. dpa

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© Schwäbische Post 23.06.2017 17:21
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