Alles „Palette“ mit den Wohnmöbeln

Inneneinrichtung Mit wenig Geld lassen sich schöne Möbel aus Holzpaletten ganz einfach selbst fertigen. Experten geben Tipps und Ratschläge, was es beim Bauen und der Palettenauswahl zu beachten gibt.
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    Foto: frechverlag/Alles Paletti!/dpa-mag
Auf Paletten lassen sich Güter transportieren. Aus Paletten lassen sich aber auch prima Möbel selbst gestalten. „Das Material ist sehr günstig zu haben, sehr robust und gleichzeitig flexibel“, sagt Claudia Guther, Bautechnikerin und Buchautorin aus Mundelsheim bei Stuttgart.

Selbst gezimmerte Couchtische, Betten und Regale sind in den vergangenen Jahren nach und nach zu einem Trend geworden. Sogar professionelle Möbeldesigner nehmen sich ihnen schon an. Ganz neu ist die Idee aber nicht. „Schon meine Mutter hat sich in den 1970er Jahren ein Bett aus Paletten gebaut“, erinnert sich Guther. Möglich macht das die Europalette, die erste standardisierte Palette auf dem Markt: 120 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit, 14,4 Zentimeter hoch und mit einer Tragkraft von bis zu insgesamt 1000 Kilogramm.

Inzwischen sind auch andere Modelle auf dem Markt. Diese unterscheiden sich in den Maßen und Qualität. „Es gibt Paletten aus Hart- und aus Weichholz, die je nach Fertigung unterschiedlich robust sind“, erläutert Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln. Anders als zertifizierte Europlatten sind Einwegpaletten in der Regel von vornherein weniger haltbar gefertigt – und daher sind sie nur bedingt für schwer belastete Möbel wie Tisch, Bank, Sofa oder Bett geeignet.

Ihr Vorteil ist allerdings: Sie sind leichter und lassen sich als Regal an der Wand verschrauben oder einfacher auseinandernehmen als die schweren, mit Spezial-Nägeln verbundenen Elemente. Aber unabhängig von der Robustheit empfiehlt Hermann, das Material vor dem Einsatz unter die Lupe zu nehmen. „Das Holz kann mit Schädlingen oder Bakterien befallen sein.“

Das Material ist sehr günstig und robust.

Claudia Guther, Bautechnikerin

Aus ihrer Sicht sind daher Palettenmöbel weder für die Kinderzimmer noch für die Küche geeignet. Ihr Tipp: die Herkunft der Palette recherchieren und auf den Aufdruck HT achten. „Dieser Stempel bedeutet, dass die Palette im Ofen getrocknet wurde“, erklärt Hermann. „Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass das Holz von Bakterien befallen ist.“

Darüber hinaus sollten die Paletten nicht kaputt, feucht, schimmlig oder ölig sein. Rostige Nägel, splitternde Teile und ein unangenehmer Geruch sind aus Hermanns Sicht klare K.o.-Kriterien – vor allem, wenn dann die Möbel in geschlossenen Wohnräumen stehen sollen. Oberflächlicher Schmutz lässt sich mit Seifenlauge und Bürste abschrubben, außerdem wird die Oberfläche gut abgeschmirgelt. Handschuhe und Mundschutz sind beim Bearbeiten Pflicht.

Bei Gestellen von Bett oder Sofa genügt es, die Paletten aufeinander zu stapeln und miteinander zu verschrauben. „Für eine Rückenlehne setzt man eine Palette schräg oder im rechten Winkel an und schraubt sie fest“, erläutert Guther. Sie rät zu Schrauben, die sich mit einer Mutter kontern lassen. „Das macht das Möbelstück einfach stabiler und belastbarer.“ dpa

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© Schwäbische Post 07.07.2017 17:50
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