Auf Zertifizierung achten

Immobilie Jeder darf sich Energieberater nennen. Deswegen sollte man sich seinen persönlichen Berater gut aussuchen und auf Qualifizierung Wert legen.
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    Foto: Christin Klose/dpa-mag
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    Schon im roten Bereich? Wie effizient ist ein Gebäude – das kann ein Energieberater untersuchen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag
Um den Energieverbrauch im Eigenheim zu senken, kann man sich an einen Energieberater wenden. Doch die Bezeichnung Energieberater ist nicht geschützt. Experten geben Antworten, wann sich eine Energieberatung lohnt und worauf man achten muss.

Wann lohnt sich eine Energieberatung?

Schon bei kleineren energetischen Problemen kann sich die Beratung lohnen. Etwa bei überdurchschnittlich hohem Energieverbrauch zu Hause. Berater schauen nach Ursachen und geben Tipps, wie der Verbrauch mit technischen Maßnahmen oder anderem Verhalten gesenkt werden kann, erklärt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Das kann eine schnelle Beratung am Telefon oder ein ausführlicher Besuch zu Hause sein.

Themen sind vor allem Fragen des privaten Energieverbrauchs wie Heizen und Lüften, baulicher Wärme- und Hitzeschutz, Heizungs- und Regelungstechnik bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien. Gerade über Förderprogramme für den Neubau und die energetische Modernisierung klären Berater auf. Denn um diese zu beantragen, müssen speziell geschulte Experten beauftragt werden.

Sind Energieberater also sogar Pflicht?

Für diverse staatliche Förderprogramme ja. Etwa beim Bau eines KfW-Effizienzhauses 55 und Häusern mit noch höherem Energiestandard, erklärt Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberater-Netzwerk. Denn dann müssen besondere bauliche Anforderungen erfüllt werden, die der Berater plant und begleitet. Ein Beispiel: Um eine Förderung der KfW-Bank in Anspruch zu nehmen, muss die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen erfolgen. Und zwar nur durch einen Experten, der in der Liste für Förderprogramme des Bundes eingetragen ist. Er übernimmt auch die Antragstellung für Förderungen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Wie erkenne ich einen guten Energieberater?

„Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, ist es für den Bauherrn besonders wichtig, versierte und erfahrene Fachleute auf dem Markt zu erkennen“, erklärt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur. Im Web gibt es auf www.energie-
effizienz-experten.de für förderfähige Maßnahmen eine Expertenliste. Die dort gelisteten Berater sind qualifiziert und bilden sich regelmäßig fort. Ihre Nachweise werden stichprobenartig überprüft.

Welche Kriterien sind bei der Wahl entscheidend?

Alle in der Liste unter energie-effizienz-experten.de aufgeführten Energieberater haben sich verpflichtet, neutral und unabhängig zu beraten. „Doch das ist nicht das einzige Kriterium, das der Bauherr beachten sollte“, findet Dannecker vom Energieberater-Netzwerk. Der Experte sollte auch das Gebäude ganzheitlich und branchenübergreifend bewerten und ein Auge auf mögliche Baumängel haben können. „Dazu sind bei weitem nicht alle Energieberater in der Lage.“ Ähnlich wie bei der Suche nach Baufirmen kann man sich hierzu vom Berater Referenzen geben lassen. dpa

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© Schwäbische Post 21.07.2017 15:35
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