Wo gepfuscht wird, folgt der Ärger

Immobilie „Passend gemacht“: Wenn beim Bauen nicht genau gearbeitet wird, können gravierende Mängel entstehen. Ein Überblick über wichtige und heikle Stellen.
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    Heikel sind immer Bauteile, die mit Erde in Berührung kommen. Foto: Bauherren-Schutzbund e.V/
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    Foto: Bauherren-Schutzbund e.V/dpa-mag
Pfusch am Bau kann schnell teuer werden, wird er nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt. Deswegen sollten Bauherren sich nicht allein auf die Baufirma verlassen, sondern die Arbeiten selbst kontrollieren und den Baufortschritt dokumentieren. Erfahrene Fachmänner können dabei helfen. An diesen Stellen lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

  • Der Keller: „Oft wird der Keller nicht sachgerecht abgedichtet“, erklärt Helge-Lorenz Ubbelohde, Vizepräsident des Bundesverbandes öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger. Um nötige Maßnahmen für den Bauort zu ermitteln, braucht es ein Bodengutachten. Das fehlt aus Kostengründen häufig. „Manche Firmen drängen zwar darauf, aber anderen ist es egal, und sie lassen die Baulaien ins offene Messer laufen“, sagt Ubbelohde. Mängel an der Abdichtung gehen besonders stark ins Geld. „Ein undichter Keller kann bis zu 70 000 Euro kosten. Im Extremfall muss das ganze Haus ausgegraben werden.“
  • Die Perimeterdämmung: Dabei handelt es sich um die Dämmung jener Bauteile, die mit Erde in Berührung kommen, sowie des Sockels. „Hier treten viele Fehler auf“, erklärt Marc Förderer vom Bauherren-Schutzbund. „Werden die Dämmplatten nicht fachgerecht verlegt oder ungeeigneter Kleber verwendet, können sie sich verschieben. Oder es entstehen Hohlstellen, so dass die Dämmwirkung geringer wird.“
  • Die Dampfsperre: Sie verhindert, dass die Raumluftfeuchtigkeit von innen in die gedämmten Bauteile des Gebäudes gelangt. Wird sie nicht fachmännisch angebracht oder weist Schadstellen auf, kommt Feuchtigkeit an die kalten Bauteile, was zu schwerwiegenden Schäden führen kann. „Ohne die Hilfe eines Experten ist es für Bauherren fast unmöglich, solche Mängel zu erkennen, und sie bleiben unerkannt“, erklärt Birgit Thielmann vom Verband Wohnen im Eigentum. Eine beschädigte Gebäudeabdichtung kann sich später in Form von Schimmel und verrotteten Bauteilen äußern.
  • Das Mauerwerk: „Kleinste Haarrisse müssen den Bauherren zwar noch nicht beunruhigen. Sie sind meist nur ein optisches Problem, das nach einer Zeit, in der das Bauwerk zur Ruhe gekommen ist, leicht nachgearbeitet werden kann“, erklärt Thielmann. „Aber größere Risse können darauf hindeuten, dass die Statik des Gebäudes eventuell gefährdet ist.“ Das ist dann ein Job für Experten.
  • Die Wärmedämmung: Gibt es Mängel an Wanduntergrund oder Anschlüssen im Sockel, Fenster- und Türbereichen, drohen später Risse, Feuchteschäden und Schimmel.
  • Der Estrich: Ist die Estrichstärke für den Fußboden zu gering, gibt es Probleme beim weiteren Fußbodenaufbau und bei der Überdeckung der Fußbodenheizung. Außerdem kann es zu störendem Trittschall kommen.
  • Die Treppen: Stimmen die Stufenhöhen nicht, droht Sturzgefahr für Bewohner.
  • Die Duschen: Ähnlich herausfordernd wie der Keller ist die Abdichtung im Bad. „Hier beobachten wir eine Zunahme der Mängel“, erklärt Förderer. Besonders beim Einbau bodengleicher Duschen. dpa
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© Schwäbische Post 04.08.2017 15:55
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