Damit am Ende alles ordentlich klebt

Tapezieren Runter mit der Raufaser: So klappt der Tapetenwechsel im eigenen Zuhause. Schon beim Kauf sollte man die Eigenschaften der verschiedenen Sorten beachten.
  • Foto: Markus Scholz/dpa-mag

Kleister anrühren, Bahnen kleben, fertig? Mitnichten. Wer eine schöne Tapetenwand kleben will, muss vorher auch die Wand vorbereiten.

  • Wand vorbereiten: Zuerst muss die alte Tapete runter. Das geht am einfachsten mit einem Dampf-Tapetenablöser, besonders bei mehreren Schichten. Auch Muskelkraft funktioniert, ist aber anstrengender. Dafür wird zunächst die Tapete perforiert, zum Beispiel mit einer Stachelwalze. Dann befeuchtet man sie mit warmem Wasser. Ist der Kleister locker, wird die Tapete mit Hilfe eines Spachtels abgelöst.
    Bei bislang nicht tapezierten Wänden muss zunächst die Tragfähigkeit der Farbe oder des Putzes geprüft werden. Das geht mit einem Klebeband. Das wird eine Minute lang fest aufgedrückt und anschließend ruckartig abgezogen. Ist auf der Klebeseite keine oder wenig Farbe zu sehen, gilt der Untergrund als tragfähig. Löst sich Farbe, muss zunächst Tiefgrund vorgestrichen werden.
    Auf Gipsputz oder -platten ist grundsätzlich eine Grundierung nötig. Diese Materialien saugen den Kleister ansonsten zu schnell auf, und die Tapete kann nicht haften. Auch bei sehr dünnen Vliesbahnen bietet sich eine Grundierung an. Gibt es an der Wand gar schon richtig hohle Stellen, sollte der Anstrich komplett entfernt werden. Anschließend kommt Tapeziergrund oder eine Untertapete auf die Wand. „Risse oder Löcher unbedingt glatt verspachteln und durchtrocknen lassen“, empfiehlt Karsten Brandt vom Deutschen Tapeten-Institut.
  • Passende Tapete kaufen: Klassiker sind die Papiertapeten, oft aus Recyclingmaterial. Vliestapeten sind die Alternative, eine Mischung aus Zellstoff und Papier.
    Achten sollten Heimwerker auf bestimmte Eigenschaften, die auf den Verpackungen mit Symbolen angegeben werden, etwa die Waschbarkeit der Tapete in fünf Stufen. Für Wände, die viel Tageslicht ausgesetzt sind, empfiehlt sich hohe Lichtbeständigkeit. Für die standardisierten Rollen mit 10,05 Meter Tapete lässt sich gut ausrechnen, wie viele für einen Raum benötigt werden: „Den Raumumfang mal die Raumhöhe nehmen und durch fünf teilen“, sagt Meyer von der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“. Der Wert wird aufgerundet. Mit ein bis zwei Extrarollen ist auch Platz für Verschnitt oder kleinere Unfälle. Für eine identische Farbe sollten nur Tapetenrollen mit der gleichen Anfertigungsnummer gekauft werden.
  • Wand tapezieren: Vor dem Kleben entfernen Heimwerker die Abdeckungen der Schalter und Steckdosen, verschließen deren Öffnungen mit Klebeband und drehen die Sicherung ab. Klümpchen im angerührten Kleister sollte man zerdrücken.
    Für die erste Bahn darf nicht der Verlauf der Wand als Orientierung genommen werden – sie kann schief sein. Mit Hilfe eines Senklots oder einer Wasserwaage lässt sich eine gerade Linie anzeichnen. „Farbige Mustertapeten sollte man von der Wandmitte aus tapezieren, damit die Muster seitlich gleich auslaufen“, rät Meyer. Bei einer weißen Tapete fangen Tapezierer am Rand an und kleben die erste Bahn etwa zwei Zentimeter um die Ecke herum. Außerdem lassen sie oben und unten mindestens fünf Zentimeter Überstand, der später sauber mit dem Messer abgeschnitten wird. dpa
© Schwäbische Post 29.12.2017 17:37
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