Weben und Wirken

Allwetterprogramm Albstadt war Zentrum der Textilindustrie. Heute erzählt ein Museum von Menschen und Maschen.
  • Seit mehr als 20 Jahren gibt es das Maschenmuseum. Foto: Museen Albstadt/Michael Röck

Wo einst das Herz der deutschen Maschenindustrie schlug und große Firmen wie Comazo oder Mey ihre Anfänge nahmen, befindet sich heute in Albstadt-Tailfingen das Maschenmuseum. „Allein in Tailfingen ist jeder Zweite in der Maschenindustrie beschäftigt gewesen“, sagt die Leiterin Susanne Goebel.

Um unvergessen zu machen, was einen so großen Teil der Geschichte Albstadts ausmacht, konzipierte Goebel 1987 mit anderen Studierenden zunächst für die Heimattage Baden-Württemberg die Ausstellung „Menschen, Maschen und Maschinen“. Knapp zehn Jahre später wurde unter ihrer Mitwirkung das Maschenmuseum eröffnet. Dass sich das Museum im ehemaligen Gebäude der Textilmaschinenfabrik Mayer & Cie befindet, ist natürlich kein Zufall.

Authentisches Industrieflair

Die großen Fenster, weitläufigen Räume und hohen Decken sorgen bis heute für authentisches Industrieflair. Auf einer Ausstellungsfläche von 1.200 Quadratmeter finden sich rund 50 Maschinen – darunter Wirk-, Strick- und Nähmaschinen, Handkulierstühle oder auch eine historische Dampfmaschine, die für die Besucher heute noch in Gang gesetzt wird. Angefangen bei der bäuerlichen Produktion gibt das Museum nicht nur einen Überblick über die Veränderungen im Produktionsablauf, sondern auch in Bezug auf die Mode selbst. Frauen- und Kinderarbeit wird ebenso thematisiert wie Migration.

Einblicke in den früheren Alltag

Imposant zu sehen ist auch das begehbare Depot, in dem gezeigt wird, wie Stoffe einst geraut, gewaschen und gebleicht wurden. Eine harte Arbeit. „Das Museum soll nicht nur einen Einblick in die Wirtschafts-, Mode- und Sozialgeschichte geben“, sagt Goebel. „Es erzählt vor allem auch von dem Alltag der Menschen, die in der Maschenindustrie beschäftigt waren.“

Besuch im Maschenmuseum

Museum
Maschenmuseum in Albstadt, Wasenstraße 10. Das Museum hat ganzjährig mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen können über 0 74 31 / 1 60 12 30 oder museen@albstadt.de vereinbart werden.

Einkehren
Leckere Kuchen, Salate und hausgemachte Winterdrinks gibt’s im Backhaus Mahl, www.backhausmahl.de. Deftigeres bekommt man im Restaurant Wiesental mit gutbürgerlicher Küche, www.restaurant-wiesental.de

Spaziergang
Neben dem Maschenmuseum gibt es in Albstadt unter anderem noch das Museum im Kräuterkasten und das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum. Außerdem locken rund um Albstadt diverse Traufgänge-Premiumwanderwege, www.traufgaenge.de

© Schwäbische Post 29.12.2017 17:33
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