Chronische Heiserkeit: Was hilft, wenn die Stimme ständig krächzt?

Wurde am Abend beim Konzert lauthals mitgegrölt, streikt am nächsten Tag oft die Stimme. Es wollen nur noch leise, fast flüsternde Töne von den Lippen kommen; die Stimme ist kratzig und rau. In einem solchen Fall erholt sich die Stimme meist schnell wieder. Es gibt jedoch auch Menschen, die ständig heiser sind. Neben einer Überbelastung der Stimme kann chronische Heiserkeit viele weitere Ursachen haben. Erfahren Sie hier welche und was dagegen hilft!

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    Foto: © pixabay.com, congerdesign, CC0 Public Domain
Ab wann spricht man von chronischer Heiserkeit?

Von einer chronischen Heiserkeit sprechen Mediziner, wenn die belegte Stimme länger als drei Monate besteht. Betroffen sind insbesondere Menschen, die ihre Stimme regelmäßig strapazieren. Zu solchen gefährdeten Gruppen zählen Sänger, aber auch Menschen, die berufsbedingt sehr viel sprechen müssen wie Schauspieler, Lehrer oder Call-Center-Mitarbeiter. Vielredner können bei Heiserkeit selbst viel tun und zum Beispiel Halstabletten bei Stimmproblemen einnehmen. Aber auch wenn per Definition erst ab einem Zeitraum von drei Monaten von chronischer Heiserkeit gesprochen wird, sollte bereits nach drei bis vier Wochen ständiger Heiserkeit ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache des Stimmproblems abzuklären.

Neben einer Überbelastung der Stimme können noch weitere Auslöser hinter einer chronischen Heiserkeit stecken. Auf die Stimme schlagen können vor allem folgende Ursachen:

  • Entzündungen im Mund-und-Rachen-Raum: Entzündungen im Rachen oder Kehlkopf können im Rahmen einer akuten Erkrankung, beispielsweise einer Erkältung auftreten. Sie können aber auch chronischer Natur sein. Schleimhautschädigende Faktoren wie starkes Rauchen oder eine Strahlentherapie können zu einer Rachen- oder Kehlkopfentzündung führen. Bei einer chronischen Kehlkopfentzündung kommt darüber hinaus noch das häufige Einatmen von Staub oder trockener Luft als Auslöser in Frage. Aber auch eine Überbelastung der Stimme und die Einnahme von Medikamenten können eine Kehlkopfentzündung verursachen.
  • Stimmlippenpolypen: Als Stimmlippen- oder Stimmbandpolypen bezeichnen Mediziner gutartige Veränderungen im Bereich der Stimmlippe. Betroffene sind ständig heiser, müssen Husten und spüren ein Kratzen im Hals. Als Ursache gelten stimmliche Überbelastungen, Rauchen sowie chronische Entzündungen im Mund-und-Rachen-Raum. Die Polypen können operativ entfernt werden.
  • Stimmbandknötchen: Ein übermäßiger oder zu lauter Gebrauch der Stimme kann dazu führen, dass sich kleine verhornte Knötchen am Rand der Stimmlippen entwickeln. Diese stören den Schwingungsablauf der Stimmlippenschleimhaut, wodurch die Stimme ständig heiser klingt. Nehmen die Stimmbandknötchen größere Ausmaße an, müssen diese unter Umständen durch eine kleine Operation entfernt werden.
  • Kehlkopfkrebs: Anhaltende Heiserkeit sowie Hals- und Schluckprobleme können außerdem Anzeichen für Kehlkopfkrebs sein. Hauptursachen dieser Tumorerkrankung sind übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen.

Neben diesen körperlichen Faktoren, können auch psychische Belastungen oder Depressionen eine chronische Heiserkeit bewirken. Darüber hinaus können Medikamente als Nebenwirkung zu einer krächzenden Stimme führen. Viele Asthma-Erkrankte, die Kortison-Sprays benutzen, kämpfen beispielsweise mit ständig heiserer Stimme.

Was Sie tun können, wenn Sie ständig heiser sind

Das Beste, was man gegen chronische Heiserkeit unternehmen kann, ist, die Stimme zu schonen, also so wenig wie möglich zu sprechen. Wichtig: Viele Menschen flüstern, wenn sie heiser sind. Das strengt die Stimmlippen jedoch noch mehr an als normales Reden. Diese Tipps können Sie bei chronischer Heiserkeit befolgen:

  • Lutschen Sie Halsbonbons. Als Erste-Hilfe-Maßnahme können Halstabletten eingenommen werden. Durch das Lutschen wird der Speichelfluss angeregt, wodurch Mund- und Rachenschleimhaut besser befeuchtet werden. Geeignete Lutsch-Präparate sind in der Apotheke erhältlich.
  • Nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich. Ausreichendes Trinken ist bei Heiserkeit wichtig, um die Schleimhäute feucht zu halten. Neben Wasser sind auch viele Teesorten wirkungsvoll. Besonders Ingwer-, Fenchel- und Salbeitees können die Symptome lindern.
  • Sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum. Um die Schleimhäute vor der Austrocknung zu schützen sollten Sie sich vor Zugluft und Klimaanlagen schützen. Ein Luftbefeuchter kann hilfreich sein. Aber auch Inhalieren tut den Stimmbändern gut.
  • Verzichten Sie auf sehr scharfe Speisen und kalte Getränke.
  • Trainieren Sie Ihre Stimme. Vor allem Sänger, die ständig heiser sind, können in speziellen Seminaren oder bei Logopäden ihre Stimmtechnik verbessern und sich Übungen zeigen lassen, mit denen sie Ihre Stimme täglich trainieren können.

Um chronischer Heiserkeit generell vorzubeugen, empfiehlt sich außerdem ein gesunder Lebensstil. Nicht umsonst haben Raucher häufig eine typisch „verrauchte“ Stimme. Das bedeutet: Ihre Stimme wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie weniger Rauchen und Alkohol trinken.

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© Schwäbische Post 17.03.2017 15:30
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